Osnabrück  Niedergeschlagen, antriebslos und ständig müde? So überwinden Sie den Herbstblues

Christian Satorius
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Von Christian Satorius
| 29.10.2024 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die dunkle Jahreszeit kann einem ganz schön auf das Gemüt schlagen. Doch das muss nicht so sein. Foto: Unsplash/Sinitta Leunen
Die dunkle Jahreszeit kann einem ganz schön auf das Gemüt schlagen. Doch das muss nicht so sein. Foto: Unsplash/Sinitta Leunen
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Die dunkle Jahreszeit ist da und mit ihr auch das Schmuddelwetter, die Kälte und der Regen. Viele Menschen fühlen sich jetzt niedergeschlagen, antriebslos und sind ständig müde. Dieses Stimmungstief ist auch als Herbstblues bekannt. Was dagegen hilft.

Der Grund für den Herbstblues, das anhaltende Stimmungstief über die dunklen, kalten und nassen Monate, ist simpel: Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf unseren Organismus. Die innere Uhr gerät aus dem Takt. Das Sonnenlicht fehlt ganz einfach an allen Ecken und Enden. Die Sonne wärmt nämlich nicht nur unsere Haut und sorgt so für ein angenehmes Wohlgefühl, wir brauchen sie für die Produktion wichtiger Hormone.

Zum einen ist da das Serotonin, für dessen Herstellung der Organismus jede Menge Licht benötigt. Dieses Hormon hält uns wach und ist deshalb auch als Wachhormon bekannt. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der nicht nur den Schlaf reguliert, sondern auch Einfluss auf den Appetit hat und sogar auf das soziale Verhalten. Serotonin ist nämlich auch als Glückshormon gekannt und das ebenfalls nicht ohne Grund. Es steuert auch die Emotionen und das Belohnungssystem, wirkt stimmungsaufhellend und antidepressiv. Fehlt es, kann es zu Stimmungsschwankungen kommen, man fühlt sich niedergeschlagen und antriebslos. 

In enger Wechselwirkung mit der Serotonin-Produktion steht die Bildung des Schlafhormons Melatonin, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Hierbei handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Das Schmuddelwetter im Herbst sorgt dafür, dass es auch tagsüber oft nicht richtig hell wird und so bleibt der Melatonin-Spiegel auch am Tage erhöht. Kein Wunder also, dass sich viele von uns tagsüber so abgeschlagen und müde fühlen. Damit aber nicht genug. An einer ganzen Reihe von Stoffwechselvorgängen ist das Vitamin D beteiligt, das unter anderem für den Knochenbau benötigt wird, aber auch Einfluss auf das Immunsystem und die Muskelkraft hat. Für die Produktion dieses Vitamins braucht der Organismus aber ebenfalls wieder das Sonnenlicht. Im Normalfall sind die Vitamin-D-Speicher durch das viele Licht im Frühling und im Sommer so sehr gefüllt, dass der Vorrat auch für den Herbst und Winter ausreicht. Dennoch kann es vorkommen, dass Vitamin D fehlt und es dem Körper zugeführt werden muss. 

Es zeigt sich also, dass das Sonnenlicht im Herbst an allen Ecken und Enden fehlt. Kein Wunder also, dass unser Körper darauf reagiert, einen regelrechten Herbstblues veranstaltet und Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie Niedergeschlagenheit die Überhand gewinnen können. 

Doch, es gibt auch jede Menge Tipps und Tricks, wie man dem Herbstblues ein Schnippchen schlagen und trotz Schmuddelwetter und früh einsetzender Dunkelheit wach und gut gelaunt bleiben kann. Ganz wichtig ist es natürlich, jede Menge Licht zu tanken. Also raus aus dem Haus, raus an die frische Luft. So wird die Serotonin-Produktion ordentlich angekurbelt. Leider ist es nicht allen Menschen möglich, den ganzen Tag über in der freien Natur spazieren zu gehen. Sie müssen arbeiten und das oft auch in geschlossenen Gebäuden, in die nur wenig Tageslicht vordringt. Aber auch hier gibt es einen Trick: Spezielle Kunstlichtlampen, die das Tageslicht simulieren und deren Lichtspektrum dementsprechend viel blaues Licht enthält. Sie eignen sich sogar für eine ausgesprochene Lichttherapie. Wer allerdings eine derartige Lichttherapie anstrebt, sollte zuvor unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten.

Vor allem Menschen, die unter Haut- oder Augenkrankheiten leiden bzw. eine besondere Lichtempfindlichkeit haben, müssen im Vorfeld unbedingt das ärztliche Beratungsgespräch suchen. Das Licht eines Solariums ist übrigens mit dem einer Lichtdusche nicht zu vergleichen. Es hat ein ganz anderes Spektrum und wirkt auch völlig anders auf den Organismus ein. Für eine spezielle Lichttherapie ist es somit nicht geeignet. Aber auch wer den ganzen Tag über nur am Schreibtisch sitzt, sollte so viel wie möglich vor die Tür gehen und sich bewegen. Ein ausgiebiger Spaziergang, viel Bewegung und jede Menge frische Luft können stimmungsaufhellend wirken und gute Laune verbreiten. Die fehlende Energie kommt so von ganz allein zurück. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Ernährung. Wer unter dem Herbstblues leidet, hat oft Heißhunger auf Süßes. Der Körper versucht so, sich ein Stückchen Glück und Zufriedenheit zurückzuholen. Einige Nahrungsmittel helfen dabei, den Spiegel an Glückshormonen zu erhöhen. Das sind unter anderem Lebensmittel, die die Aminosäure Tryptophan enthalten, die wiederum für die Bildung des Glückshormons Serotonin gebraucht wird. Dazu gehören vor allem Schokolade, Bananen, Datteln und Feigen, aber auch Emmentaler-Käse, Camembert, Hühnereier, Cashewnüsse, Erdnüsse, Chiasamen und Leinsamen. Pilze, Eier und Käse liefern zudem Vitamin D, das im Herbst ja ebenfalls fehlen kann. Darüber hinaus hilft natürlich alles, was Spaß macht, die Stimmung aufhellt: Geselligkeit, Freunde treffen, in einem schönen Restaurant gemütlich essen gehen, ein Kinobesuch, ein Wellness-Wochenende oder auch einfach nur ein gutes Buch lesen. So haben Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und schlechte Laune keine Chance.  

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