Dreharbeiten für Verein  Junge Filmemacherin dreht im ostfriesischen Elternhaus

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 24.10.2024 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eveline Schönfeld hat einen Film über Kinder-Wünsche gedreht. Foto: Ziegler
Eveline Schönfeld hat einen Film über Kinder-Wünsche gedreht. Foto: Ziegler
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Die junge Filmemacherin Eveline Schönfeld hat in ihrem Elternhaus in Alt-Möhlenwarf gedreht. Das Team ist aus guten Gründen aus Köln angereist.

Weener - Das Haus der Eltern wird ein Filmset: Regisseurin Eveline Schönfeld hat in Alt-Möhlenwarf gedreht: Den Kurzfilm „Wünsch dir was“, um genau zu sein. Schönfeld ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Co-Produzentin des Films – lebt eigentlich in Köln. Wie kam sie also zurück nach Ostfriesland? „Grund dafür waren die Locations. Im Raum Köln war es kaum möglich, ein großes Esszimmer im Erdgeschoss zu finden, das uns genügend Platz für die kreative Entfaltung bietet“, sagt sie. Auch die Recherche nach Planetarien sei im Raum Köln vergebens gewesen.

Keine Idee für einen Wunsch? Im Kurzfilm von Eveline Schönfeld spielen Kinder mit. Foto: Ziegler
Keine Idee für einen Wunsch? Im Kurzfilm von Eveline Schönfeld spielen Kinder mit. Foto: Ziegler

Aber, dass sie den Film in der Heimat gedreht hat, sei keinesfalls eine Notlösung gewesen, erklärt die 26-Jährige: „Mit dem Film ist auch mein Herzenswunsch als Nachwuchs-Regisseurin erfüllt worden: Eines Tages in meinem Kinderzimmer, in dem ich meinen ersten Film mit acht Jahren gedreht habe, einen professionellen Film zu drehen“, sagt sie. Einen Tag zuvor hatte das Team im Energie Erlebnis Zentrum Ostfriesland (EEZ) in Aurich gedreht, „an den Kontakt kamen wir durch Empfehlung aus der Heimat.“

Ostfriesland ist unkompliziert und familiär

„Ich liebe es, in Ostfriesland zu drehen, die Menschen sind super zuvorkommend und unterstützend. Das ist alles immer so unkompliziert familiär hier“, sagt Schönefeld. „Kein Wunder, dass es mich zum Drehen immer nach Ostfriesland verschlägt. Da nehmen wir die lange Anreise aus Köln auch gerne in Kauf.“

Vor dem Dreh im Rheiderland ging es nach Aurich ins EEZ. Foto: Ziegler
Vor dem Dreh im Rheiderland ging es nach Aurich ins EEZ. Foto: Ziegler
Junge Menschen und Kinder aus Bielefeld, Köln und Hamburg sind angereist, um das Projekt zu realisieren. „Zusammen mit den Kindern zwischen sieben und 17 Jahren haben wir den Kurzfilm zum Thema Wünsche entwickelt und ermöglichten ihnen die aktive Mitgestaltung am Filmset“, so die Regisseurin. „Das gesamte Team besteht aus professionellen Filmemachern, technikbegeisterten Jugendlichen, Familienmitgliedern und Kindern, die sich auf unser Projekt beworben haben. Alle sind unter 27 Jahren.“ Das Projekt wolle auf den ehrenamtlichen Verein „Wünschdirwas“ aufmerksam machen, der seit 1989 Herzenswünsche von kranken Kindern erfüllt. Schönfeld und Co-Produzentin Lisa Ziegler (25) seien vom Verein angefragt worden. Gefördert wurde das Projekt über das Zukunftspaket des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Es geht darum, Wünsche zu erfüllen – und welche zu haben

Die Crew drehte eine Geburtstagsszene. Foto: Ziegler
Die Crew drehte eine Geburtstagsszene. Foto: Ziegler
Neben „Wünschdirwas“ gibt einige Vereine in Deutschland, die sich der Erfüllung von Wünschen verschrieben haben. Unter anderem gibt es den „Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen“, dieser sei für unheilbar kranke Menschen, egal ob jung oder alt, schreiben die Verantwortlichen. Außerdem ist in Niedersachsen ist der Wünschewagen des Arbeiter-Sameriter-Bundes unterwegs, „um Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen Herzenswunsch zu erfüllen.“ Das hat sich auch der Verein „Steernsnupp“ zur Aufgabe gemacht. 2021 wurde der Verein in Bunde gegründet. Die Idee dazu hatte Ernst Berends, der auch 1. Vorsitzender des Vereins ist, ist auf der Internetseite des Vereins zu lesen. „Familien und Angehörige vieler sterbenskranker Menschen haben mit ‚Steernsnupp’ die Möglichkeit mit ihren Lieben noch einmal an einen Sehnsuchtsort zu fahren. Sei es eine Fahrt ans Meer oder einem Ort aus der Kindheit der Erkrankten.“

Aber nicht immer gibt es überhaupt einen Wunsch. Diesem Thema solle sich der Kurzfilm widmen: „Im Laufe der Jahre hat die Kreativität bei der Wunschwahl der Kinder stark abgenommen“, sagt Schönfeld. Vieles werde von den Kleinen nicht mehr selbst entdeckt und sie agierten heute deutlich passiver. „Durch unseren Kurzfilm möchten wir auch kranke Kinder erreichen, die über den Verein ihren letzten Wunsch erfüllen können. Sie sollen angeregt werden, grenzenlos über ihren Herzenswunsch nachzudenken.“ Die Handlung umschreibt die Filmemacherin so: An ihrem achten Geburtstag, umgeben von einer Flut von Geschenken, entdeckt Alina eine magische Kerze, die sie auf eine fantasievolle Reise in ihre Träume entführt.

Wo kann man den Film denn sehen?

Hier ist Eveline Schönfeld auf dem roten Teppich. Foto: Minakhla
Hier ist Eveline Schönfeld auf dem roten Teppich. Foto: Minakhla
Fertig werden soll der Film „noch dieses Jahr vor Weihnachten“. Veröffentlicht werde er aber noch nicht, da man die Premiere auf Festivals im Kino abwarten müsse. Erste Ausschnitte gebe es aber auf Schönfelds Social-Media-Plattformen, und auf der „Wünschdirwas“-Webseite zu sehen. Die Filmemacherin findet man bei Instagram unter @schoenfeld_films.

„Unser Ziel ist es den Film nicht nur online zu verbreiten, sondern auch auf Filmfestivals deutschlandweit.“ Ihr letzter Film, den Schönfeld ebenfalls in Ostfriesland gedreht hat, konnte bereits Erfolge einheimsen: 2021 wurde „Auswildern“ für das Kairo International Filmfest von mehr als 4500 Einsendungen nominiert, 2023 erreichte das Werk bei den Hofer Filmtagen den 3. Platz beim Publikumspreis.

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