Hamburg  Debatte um den Wolf: Abschuss darf kein Tabu mehr sein

Ankea Janßen
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Von Ankea Janßen
| 13.10.2024 13:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer mehr Wölfe leben in Deutschland und eine Debatte ist entfacht: Schützen oder abschießen? Foto: dpa/Michael Buholzer
Immer mehr Wölfe leben in Deutschland und eine Debatte ist entfacht: Schützen oder abschießen? Foto: dpa/Michael Buholzer
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Die Rückkehr des Wolfes hierzulande birgt Risiken. Warum Herdenschutz kein Allheimittel ist und gezielter Abschuss den Raubtierbestand regulieren muss.

Nimmt die Wolfspopulation in Deutschland ungebremst zu, werden auch die Angriffe auf Nutztiere weiter nach oben schnellen. Bereits für das Jahr 2022 meldete die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) mit 4.366 verletzten, vermissten oder getöteten Tieren einen neuen Höchststand und einen Anstieg um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

So kann und darf es nicht weitergehen. Der sooft geforderte bessere Herdenschutz ist kein Allheilmittel und mit immensem Aufwand verbunden. Auch aufgestellte Zäune werden vom Wolf überwunden und nur der zusätzliche Einsatz von Herdenschutzhunden kann ihm einigermaßen Einhalt gebieten. Aber nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb kann sich diese professionelle und teure Schutzmaßnahmen auch leisten.

Ohne eine zusätzliche Regulierung des Wolfsbestands durch Abschuss geht es nicht. Mithilfe einer entschlossenen und effizienten Schutzjagd sollte es inbesondere den Raubtieren an den Kragen gehen, die besonders aggressiv sind, durch Nutztierrisse auffallen und sich nicht durch Herdenschutzmaßnahmen abschrecken lassen. Außerdem braucht es wolfsfreie Zonen, etwa an den Küsten, denn Schafe erhalten dort etwa Sturmflutdeiche und sind somit wichtig für den Hochwasserschutz.

Zudem ist der Wolf keine akut gefährdete Art mehr – erst im September senkten Vertreter der EU-Staaten seinen Schutzstatus von streng geschützt auf geschützt ab. Dass sein Bestand reguliert werden muss, ist also längst beschlossene Sache.

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