London Kates Rückkehr, Charles‘ Reise und Harrys Rückzug: So steht es um die Royals
Prinzessin Catherine hat erstmals nach der Beendigung ihrer Chemotherapie einen öffentlichen Termin wahrgenommen – und Großbritannien ist überglücklich. Doch sonst sieht es bei den Royals nicht so rosig aus: König Charles III. unterbricht seine eigene Krebsbehandlung, um das Commonwealth zusammenzuhalten.
Da war es wieder: das strahlende Lächeln von Catherine, der Prinzessin von Wales, welches viele Briten so schmerzlich vermisst haben. Kate zeigte sich am Donnerstag überraschend zum ersten Mal seit dem Ende ihrer Chemotherapie vor einigen Wochen gemeinsam mit ihrem Mann Prinz William in der Öffentlichkeit. Das Paar besuchte Familien in der Stadt Southport im Nordwesten Englands. Dort waren Ende Juli drei Kinder bei einer Messerattacke getötet worden. Großbritannien befand sich danach mehrere Tage lang im Ausnahmezustand. Moscheen und Asylbewerberheime wurden von einem wütenden rechtsextremen Mob angegriffen.
Dieses Video wurde auf dem Instagramaccount der Kate und William gepostet:
Kates Auftritt sorgte am Freitag in Großbritannien für Schlagzeilen: „Lächelnd, fürsorglich, umarmend - Kate ist zurück“, titelte etwa der Daily Mirror. Pauline Maclaran von der Royal Holloway Universität in London bezeichnete den Termin als „bedeutsam“. Die Menschen „bewundern sie für ihre Schönheit, aber auch für das, was sie durchgemacht hat“, sagt die Royal-Expertin dieser Zeitung. Kate repräsentiere die emotionale Seite der Monarchie.
Nachdem bei der Prinzessin nach einer Bauchoperation im Januar Krebs diagnostiziert worden war, unterzog sie sich nach Angaben des Kensington-Palasts einer vorbeugenden Chemotherapie. Die künftige Königin nahm daraufhin zunächst keine offiziellen Termine mehr wahr, zeigte sich aber unter anderem bei der Geburtstagsparade Trooping the Colour im Juni auf dem Balkon des Buckingham-Palasts.
Mit diesem Video wurde das Ende der Behandlung verkündet:
Anfang September gab Kate in einer emotionalen Videobotschaft schließlich das Ende ihrer Behandlung bekannt. Sie sei „krebsfrei“. Die Prinzessin nährt damit die Hoffnung, dass „die Monarchie in eine stabilere Phase zurückkehrt“, sagt Maclaran. Schließlich war Anfang des Jahres neben Catherine auch König Charles III. an Krebs erkrankt. Allerdings nimmt der 75-Jährige schon seit dem Frühjahr dieses Jahres wieder regelmäßig öffentliche Termine wahr.
Der Monarch und seine Frau Camilla planen zudem ab dem 18. Oktober eine elftägige Reise nach Australien und Samoa. Während der Souverän bereits im Jahr 2023 in Deutschland und Frankreich zu Gast war, mussten sich die Länder des Commonwealth, dem 56 Staaten angehören und von denen 15 den britischen Monarchen als Staatsoberhaupt haben, nun lange gedulden. Umso bedeutsamer und dringlicher sei der geplante Trip jetzt, betonen Experten. Denn nach dem Tod von Queen Elizabeth II. wurden nicht nur in Down Under Stimmen lauter, die den britischen König als offizielles Staatsoberhaupt ablehnen.
Die Sichtbarkeit des Monarchen sei wichtig für die Stabilität, so Maclaran. „Um den Wert des Königshauses zu demonstrieren“, so die Kennerin, „spielen Termine und Reisen seit jeher eine große Rolle“. Während des Trips wird Charles Medienberichten zufolge seine laufende Krebstherapie unterbrechen. Maclaran glaubt jedoch nicht, dass dies ein Grund zur Beunruhigung ist, da die Ärzte offenbar davon ausgehen, „dass dies für ihn sicher ist“.
Trotz all dieser ermutigenden Nachrichten - ein Problem bleibt ungelöst. Das Verhältnis zwischen Prinz Harry und den Royals scheint weiterhin eisig. Der 40-Jährige nahm vor einigen Tagen an der Preisverleihung der Kinder-Hilfsorganisation WellChild in Großbritannien teil. Obwohl er in London war, traf er jedoch offenbar kein Mitglied des Königshauses.
Seit Charles‘ jüngerer Sohn und dessen Frau Herzogin Meghan im Januar 2020 dem Palast den Rücken kehrten, um in Kalifornien gemeinsam mit ihren beiden Kindern ein neues Leben zu beginnen, hat die Familie nicht wieder zusammengefunden. Mit der Veröffentlichung von Harrys Buch „Spare“ (deutscher Titel: „Reserve“) im Januar 2023 nahm der Zwist schließlich geradezu biblische Ausmaße an.
Harry zufolge soll Prinz William seinen Bruder bei einem Streit im Jahr 2019 angegriffen und ihn dann aufgefordert haben, zurückzuschlagen. Eine Versöhnung scheint wegen dieser und weiterer Anschuldigungen etwa zum Umgang der Royals mit den Medien in weite Ferne gerückt. Angesichts der schwindenden Popularität der Monarchie in der Generation Z sei es jedoch bedauerlich, dass man keinen Weg gefunden habe, mit dem Paar zusammenzuarbeiten, sagt Maclaran. Denn Harry und Meghan hätten „auf junge Menschen eine große Anziehungskraft“.