Gärtnern in Ostfriesland  Ein tierfreundlicher Garten im Winter – so geht‘s

Rilana Kubassa
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Von Rilana Kubassa
| 07.10.2024 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Torsten Tjarks und Malte Schoon mögen es, wenn im Garten die Jahreszeiten erlebbar sind. Foto: Kubassa
Torsten Tjarks und Malte Schoon mögen es, wenn im Garten die Jahreszeiten erlebbar sind. Foto: Kubassa
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Im Herbst heißt es für viele Ostfriesen: Alles Verblühte wird abgeschnitten. Amanda Peters vom „Spetzer Tuun“ und Malte Schoon vom „Landidyll“ in Friedeburg erzählen, warum sie gerade das nicht tun.

Friedeburg - Am Wochenende des 5. und 6. Oktober 2024 waren im Rahmen des Herbst-Gartenmarathons der Stiftung „Het Tuinpad Op – In Nachbars Garten“ wieder viele Gärten in Nordwest-Deutschland und in den niederländischen Provinzen Groningen und Drenthe für Interessierte geöffnet. Zu besichtigen war zum letzten Mal in diesem Jahr auch das „Landidyll“ in Friedeburg-Heselerfeld.

Auf 2500 Quadratmetern haben Malte Schoon und Lebensgefährte Torsten Tjarks sowie dessen Eltern Hedwig und Hans-Günter Tjarks einen Staudengarten angelegt – naturnah und bienenfreundlich, wie sie selbst sagen. Mit Erfolg: Für den Einsatz für mehr Artenvielfalt erhielt der Garten 2022 die Plakette des Vereins „Natur im Garten Niedersachsen“.

„Man muss es aushalten können“

Alles wird verwertet – das ist auch das Motto im „Landidyll“. „Wenn man alles abschneidet, kann eine Pflanze erfrieren im Winter. Pflanzen brauchen Zeit, sich vernünftig im Winter zurückzuziehen“, sagt Malte Schoon. Lasse man die Pflanzenreste auf den Beeten liegen, entstehe eine natürliche Humusschicht, die wieder für Nährstoffe sorge, erklärt er.

Dass das für ostfriesische Gartenfreunde, für die ein Garten „schier“ sein muss, erst einmal befremdlich klingen könnte, ist ihm bewusst. „Man muss es aushalten können“, gibt er zu. Dafür genießen er und Torsten Tjarks den fühlbaren Wechsel der Jahreszeiten. „Wir finden, man muss in einem Garten die Jahreszeit sehen können“, sind sich beide einig.

Laubhaufen in versteckten Ecken bieten Schutz

Herabgefallene Blätter sind nicht nur Nährstofflieferanten und Schutz für die Beete, sondern kommen im „Spetzer Tuun“ auch den Igeln zugute. „Die Igel haben Laubhaufen in dunklen Ecken“, sagt Amanda Peters. Igel bevorzugen geschützte Stellen und wärmendes Laub, in dem sie sich für die Zeit des Winterschlafs verstecken können. Auch Kröten in Überwinterungsstimmung habe sie viele gefunden, erzählt die Gartenfreundin. „Die Kröten buddeln sich schon ein für den Winter, unter Steinen oder auch am Komposthaufen“, sagt sie.

Einer Vielfalt von Tieren im Garten ein Zuhause zu geben ist also schon mit kleinen Mitteln möglich. Allgemein empfiehlt Malte Schoon: „Nicht zu dolle aufräumen. Für die Insekten und Vögel ist das uninteressant, da ist ja dann nichts mehr“, sagt er. Den Rasen müsse man nicht immer ganz kurz schneiden, sondern könne auch mal ein paar Gänseblümchen stehen lassen. Teiche sollte man nicht abpumpen und reinigen. „Darin verstecken sich viele Larven fürs nächste Jahr“, weiß Malte Schoon. „Wir nehmen nur die Seerosenblätter ab, damit sich im Teich nicht zu viel Stickstoff bildet“, erzählt er.

Schon dekorative Kleinigkeiten wie diese aufgereihten alten Tontöpfe bieten Tieren ein Zuhause. Foto: Kubassa
Schon dekorative Kleinigkeiten wie diese aufgereihten alten Tontöpfe bieten Tieren ein Zuhause. Foto: Kubassa

Mauern aus Dachpfannen und Totholzhecken sind gute Verstecke

Auch gestalterisch kann man viel für mehr Artenvielfalt im Garten tun, wie Schoon zeigt. „Wir haben ein Dachpfannenbeet angelegt, darin stecken überall Hohlräume, in denen sich zum Beispiel Erdkröten verstecken können“, so Schoon.

Einfach anzulegen sei eine Hecke aus abgeschnittenen Zweigen, die Totholz- oder Benjeshecke. „Darin können sich Igel und Insekten verkriechen und Vögel können Schutz darin suchen“, so Schoon. Die verlassenen Nistkästen können Vögeln vor kalten Winterstürmen Schutz bieten. Dafür werden die Kästen im „Landidyll“ von alten Nestresten befreit. Der Winter kann kommen.

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