Hochschulen im Norden Immer weniger Studenten wollen nach Ostfriesland
Zum Start des Wintersemesters bleiben an Hochschulen im Norden, wie der Hochschule Emden/Leer, viele Studienplätze unbesetzt. Besonders technische und naturwissenschaftliche Fächer sind betroffen.
Emden/Hannover - Zum Start des neuen Semesters sind in einigen Studiengängen an den Hochschulen im Norden noch nicht alle Plätze besetzt. Dies gilt vor allem für technische beziehungsweise naturwissenschaftliche Studiengänge. So auch bei der Hochschule Emden/Leer, wie eine Anfrage unserer Redaktion ergab.
Angaben der stellvertretenden Pressesprecherin Katrin Hellwig zufolge, gibt es derzeit unter anderem noch freie Plätze in den Studiengängen Sozial- und Gesundheitsmanagement, Medientechnik, dem Online-Studiengang Regenerative Energien oder Nachhaltige Produktentwicklung im Maschinenbau, Nachhaltige Prozesstechnologie, Digital Management und Energy and Sustainability Management. Insgesamt bieten die Hochschule im Wintersemester 2024/25 mehr als 1000 Studienplätze in den vier Fachbereichen Technik, Soziale Arbeit und Gesundheit, Wirtschaft sowie Seefahrt und Maritime Wissenschaften an. Diese verteilten sich auf aktuell 31 Bachelor- und 14 Masterstudiengänge.
Bislang rund 800 Erstsemester
Das Wintersemester 2024/25 startete an den Hochschulen am 1. Oktober. Teils laufe noch in einzelnen Studiengängen bis November eine Nachrückerfrist, sagte eine Sprecherin der Landeshochschulkonferenz (LHK) Niedersachsen – einem Zusammenschluss von insgesamt 21 Hochschulen im Bundesland.
Bislang haben sich zum Wintersemester den Angaben zufolge rund 800 Erstsemester an der Hochschule Emden/Leer eingeschrieben. Das sind rund 100 weniger als noch im vergangenen Jahr. Allerdings könne sich die Zahl der Erstsemester noch erhöhen, da die Bewerbungsfrist erst am 30. September ausgelaufen sei. Verlässliche Zahlen gebe es ab Mitte November, wobei es auch bis zum Jahresende noch Veränderungen geben könnte.
Sind Großstadt-Unis attraktiver?
Einige Hochschulen in Niedersachsen berichten bereits von einem Trend: Im Verlauf der vergangenen Jahre ist nach ihren Angaben die Zahl der Einschreibungen immer weiter gesunken – auch bei der Hochschule Emden/Leer.
Bei der Universität Hildesheim hatten im Wintersemester (WS) 2019/2020 noch knapp 2450 Studienanfängerinnen und -anfänger begonnen, vor einem Jahr waren es nur noch rund 1800. Knapp 400 Plätze blieben damit unbesetzt. Auch an der Universität Oldenburg schrieben sich 2023/2024 deutlich weniger Erstsemester ein als vor Corona. Ein möglicher Grund für den Rückgang: Studierende aus Niedersachsen wandern ab – etwa um in Berlin, Bremen oder Hamburg zu studieren. So zumindest wurde es jüngst im niedersächischen Landtag thematisiert.
Oldenburg investiert in Medizin-Studienplätze
Trotzdem will man in Oldenburg investieren: 80 zusätzliche Studienplätze für Medizin sollen an der European Medical School eingerichtet werden. Ab dem Wintersemester 2026/27 soll es 200 statt der bisherigen 120 Studienplätzen pro Jahr für Medizin in Oldenburg geben. Die Nachfrage nach diesem Studiengang steigt. So gab es zuletzt 300 Bewerber für die bisher 60 Landarztquoten-Plätze des Landes, die mit einem Stipendium gefördert werden.
Große Universitäten wie die Leibniz-Universität Hannover verzeichneten ebenfalls rückläufige Zahlen bei den Bachelor-, Staatsexamen- und Master-Studienanfängern: von 9228 Einschreibungen im gesamten Studienjahr 2019 auf 7182 im Sommersemester 2023 und Wintersemester 2023/2023. Bei der Universität Hildesheim waren Anfang September noch 487 von 2192 Studienplätzen unbesetzt (Stand 10. September). Darunter fielen Studienfächer wie Erziehungswissenschaften, Philosophie-Künste-Medien, internationales Informationsmanagement und Wirtschaftsinformatik, teilte eine Sprecherin mit.
Ausgehend von einer Abfrage könne die Landeshochschulkonferenz aber „vorsichtig schlussfolgern“, dass die Immatrikulationszahlen in Niedersachsen nicht hinter denen des letzten Jahres zurückfallen werden, heißt es.
Mit Material von DPA