München  Chaos am Münchner Flughafen: Warteschlange fast zwei Kilometer lang

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 04.10.2024 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Airport in München: Am Flughafen könnte es am Wochenende erneut zu langen Warteschlangen kommen. Foto: IMAGO/Rolf Poss
Airport in München: Am Flughafen könnte es am Wochenende erneut zu langen Warteschlangen kommen. Foto: IMAGO/Rolf Poss
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Passagiere am Münchner Flughafen brauchten am Tag der Deutschen Einheit viel Geduld: Am Airport bildete sich eine Warteschlange, die bis zu zwei Kilometer lang war. Ein ähnliches Szenario könnte sich am Wochenende wiederholen.

Chaotische Zustände am Münchner Flughafen: Am Donnerstag bildete sich am Airport an Terminal 2 eine Warteschlange, die bis zu zwei Kilometer lang war, wie ein Flughafen-Sprecher gegenüber der „Bild“-Zeitung bestätigte. Passagiere mussten zum Teil bis zu zwei Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, bis sie die zentrale Sicherheitsschleuse passieren konnten.

Videos und Bilder in den sozialen Netzwerken zeigten, wie sich die Menschenmassen die Empore am Flughafen entlang bis hinaus ins Freie stauten. Auf der Webseite des Münchner Flughafens hieß es: „Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens kann es in Spitzenzeiten derzeit zu längeren Wartezeiten kommen. Unsere Mitarbeiter sind vor Ort und sorgen für einen geordneten, möglichst zügigen Zugang zu den Sicherheitskontrollen.“ Vor der Sicherheitskontrolle kam es bereits an den vorgeschalteten Bordkarten-Scannern zu einem Rückstau.

Ein Facebook-Nutzer äußerte seinen Unmut, solche Zustände wie am Münchner Flughafen habe er nicht mal in Peking erlebt: „Es ist unglaublich, (...) die Schlange geht aus dem Terminal heraus und dreht sich zweimal um den Vorplatz und geht das gesamte Terminal entlang! So etwas habe ich nicht mal Chinese New Year in Peking erlebt.“

Kritik an den Zuständen am Flughafen München war zuletzt auch von der Lufthansa zu vernehmen. Laut eines Berichts des „Spiegel“ soll Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer Mitarbeiterversammlung geäußert haben, München sei derzeit der schlechteste Flughafen in Europa. Verspätungen und fehlendes Personal seien an der Tagesordnung.

Laut einer Auswertung des Rechtshilfe-Portals „Flightright“, das sich auf Entschädigungen für Flugpassagiere spezialisiert hat, verlässt fast jeder zweite Flug in München das Rollfeld verspätet. Das ergaben Daten aus dem vergangenen Flugsommer. Demnach besitzt der Airport die dritthöchste Stornierungsquote aller europäischen Flughäfen.

Auf Beschwerden von Passagieren wegen der langen Warteschlangen reagierte der Münchner Flughafen auf der Plattform X und begründete die langen Warteschlangen auch mit Bauarbeiten. In einem Post hieß es: „Wir arbeiten intensiv daran, dass der Verkehr auch an Tagen mit hohem Passagieraufkommen reibungslos läuft. Zum Beispiel wird in modernste CT-Scanner investiert, die eine schnellere Kontrolle ermöglichen. Die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Sie werden 2025 abgeschlossen sein.“

Gegenüber der „Bild“-Zeitung nannte der Sprecher ebenfalls „Kapazitätseinbußen“ von rund acht Prozent an der Sicherheitskontrolle durch den Einbau neuer Computertomographie-Scanner.

Ein anderer Grund für das Flughafen-Chaos in München: das Oktoberfest. Rund 10.000 Flugpassagiere seien es nach Angaben des Sprechers mehr gewesen als an einem Nicht-Wiesn-Tag. Hinzu kam das lange Wochenende, das für Ausflüge genutzt wurde. Ein Großteil der Passagiere habe seine Flüge aber erreichen können.

Probleme im Flugverkehr traten auch am Freitag auf. Eine Störung bei der Deutschen Flugsicherung hatte Auswirkungen für den gesamten deutschen Luftraum. Wegen der inzwischen behobenen Störung sei es bundesweit zu Verspätungen in unterschiedlicher Ausprägung gekommen, teilte die Flugsicherung mit.

Am Sonntag droht für Reisende am Münchner Flughagen weiteres Ungemach. Der Flughafen-Sprecher warnte wegen des Ende des Oktoberfestes erneut vor langen Warteschlangen.

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