Kochshow im TV „Perfektes Dinner“ sucht Kandidaten aus Ostfriesland
Ende Oktober 2024 will die Produktionsfirma für die Vox-Kochshow „Das perfekte Dinner“ in Ostfriesland drehen. Dafür müssen Hobby-Köche her. Ein prominenter Ex-Teilnehmer schwärmt von seinem Auftritt.
Aurich - Was tischen Gastgeber in Ostfriesland auf, wenn sie das perfekte Dinner servieren und 3000 Euro gewinnen wollen? Kommen dann Puffert un Peern auf den Tisch? Die Hefeteigknödel mit pochierten Birnen? Das wäre zumindest ein landestypisches Gericht, das − leicht verfeinert oder verfremdet − bei den Gästen für Furore sorgen könnte. Gedanken über ein geeignetes Menü sollten sich alle Ostfriesen machen, die Lust darauf haben, bei der Vox-Kochsendung „Das perfekte Dinner“ mitzumachen. Ein Kamerateam dreht vom 28. bis 31. Oktober 2024 in der Region.
„In diesem Zusammenhang sind wir noch auf der Suche nach leidenschaftlichen Hobbyköchen und -köchinnen, die einem breiten Publikum zeigen wollen, was die Region rund um Emden und Aurich in Sachen Kulinarik zu bieten hat“, sagt eine Sprecherin der Produktionsfirma ITV Studios Germany GmbH. Das Prinzip der Sendung: Dort bekochen sich fünf Kandidaten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Am Ende jedes Menüs gibt es Punkte von 1 bis 10. Gewonnen hat derjenige, der mit der höchsten Punktzahl abschneidet.
Keine Lust auf Porno-Darsteller
Die Redaktion hat sich mit zwei ehemaligen Teilnehmern des „Perfekten Dinners“ unterhalten. Der Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf und die Auricherin Benita Meinen sprechen über die Vor- und Nachteile des kulinarischen TV-Formats bei Vox. Der Schriftsteller aus Norden war bei der Anfrage der Redaktion gleich Feuer und Flamme. Er erinnert sich daran, wie es zu seiner Teilnahme im Frühjahr 2016 gekommen war: „Eigentlich sollte ich am Promi-Dinner teilnehmen. Doch das habe ich gleich abgesagt. Ich hatte keine Lust darauf, mit Porno-Darstellern und Dschungelcamp-Kandidaten zusammenzusitzen.“ Die Leiter der Produktionsfirma zeigten sich lernfähig. Sie überlegten, ein ostfriesisches Krimi-Dinner auszurichten. Damit waren sie bei Klaus-Peter Wolf an der richtigen Adresse.
Dass er dann ohne viel Federlesens zusagte, hatte einen sentimentalen Grund: „‚Das perfekte Dinner’ war die Lieblingssendung meiner Mutter. Dabei durfte man sie nicht stören. Sie hatte ihren Sohn zwar schon in allen möglichen Fernsehsendungen gesehen, in Talkshows und in Kultursendungen etwa, aber in der tollsten und wichtigsten Sendung aller Zeiten ist er noch nicht gewesen. Ich wusste, dass ich mit einer Teilnahme meine Mutter wirklich beeindrucken kann.“ Sein Verlag sei davon zunächst nicht begeistert gewesen. Sie warnten davor, dass der Auftritt am Herd blamabel werden könnte.
Dreh lief seriöser als erwartet
Der Krimi-Autor konnte die Bedenken des Verlags zerstreuen. Nach dem Dreh war er sehr positiv überrascht: „Ich fand, dass alles sehr viel seriöser abgelaufen ist, als ich es vom privaten Fernsehen erwartet hätte.“ Man habe seine Grenzen und Vorbehalte akzeptiert. Weil er sichergehen wollte, dass bestimmte Räume nicht betreten werden, hatte er sich von der Polizei Original-Tatort-Absperrband besorgt. Damit klebte er bestimmte Wohnungsbereiche ab. Begründet habe er das damit, dass es sich um einen Tatort handele, der nicht durch die Spuren des Kamerateams verunreinigt werden sollte, sagt Wolf kichernd.
Serviert hat der Bestseller-Autor Fischsuppe als Vorspeise und Lamm im Hauptgang. Bei der Fischsuppe habe er sich gegen den Kameramann zur Wehr setzen müssen, weil der ihn aus technischen Gründen aufgefordert habe, dreimal Salz zuzugeben. Richtig Spaß habe ihm die Dekoration der Wohnung gemacht, verrät Klaus-Peter Wolf. So habe er statt normalem Besteck einen Dolch, ein Einhand- sowie drei Klappmesser ausgelegt. „Statt Blumen hatte ich Patronen und Handschellen auf dem Tisch platziert“, erinnert sich der 70-Jährige. Die Inszenierung hat sich offenbar ausgezahlt. Noch heute werde er darauf angesprochen. Es gebe etliche Dinner-Fans, die durch die Sendung auch zu seinen Fans geworden seien.
Was Wolf Kandidaten rät
Was rät Klaus-Peter Wolf Kandidaten? „Man sollte wirklich eine Woche lang Zeit haben und sich auf die Dreharbeiten konzentrieren. Sollte man noch fünf Nebentermine haben, wird es schwierig“, sagt der Schriftsteller. Wenn man sich auf das Dinner einlasse und nicht kamerascheu sei, könne man eine witzige Erfahrung machen.
Die hat auch Benita Meinen erlebt. Die Auricherin stand im Sommer 2023 vor der Kamera am Herd. Es war das sechste Mal seit Erstausstrahlung der Sendung im Jahr 2006, dass die Vox-Reihe in Ostfriesland aufgezeichnet wurde. Benita Meinen hat sich bei der Zusammenstellung des Menüs von der Devise leiten lassen, die für sie beim Kochen immer maßgeblich ist: Die Nahrung soll bunt, frisch und leicht sein. Das heißt, dass Puffert un Peern für sie nicht in Betracht kamen. Paradebeispiel für den Stil der 34-Jährigen ist eine Mango-Nektarinen-Salsa, die sie zum Hauptgang beim „Perfekten Dinner“ gereicht hat. Die Salsa war eine fruchtig-scharfe Zugabe zum mariniertem Orangen-Lachs, den sie mit Safran-Reis abrundete.
Für Benita Meinen war es nach eigenem Bekunden ein mächtiger Ansporn, ihre Fähigkeiten beim Kochen zu erproben. Was kann ich schon? Wo muss ich noch nachbessern? Welche Gerichte funktionieren, welche eher nicht? Wo sind meine Grenzen? „Ich fand es einfach sehr gut, meine Komfortzone verlassen zu müssen.“ Gefallen habe ihr, dass sie in ihrer eigenen Küche arbeiten durfte. Der Sender habe ihr und den anderen die Möglichkeit gegeben, Ostfriesland positiv darzustellen. „Die Region wird ja vielfach nur mit Witzen verbunden. Durch das Dinner konnten wir zeigen, wie gastfreundlich die Menschen doch eigentlich sind.“ Wer sich für eine Teilnahme interessiere, sollte nach ihrem Dafürhalten nicht lange zögern und zweifeln, sondern den Mut haben, es ,,einfach zu machen“.
Hobbyköche können sich telefonisch unter 0221 / 492048240 oder online bewerben.