Osnabrück Experte warnt: Warum ein unbehandelter Bandscheibenvorfall gefährlich werden kann
Ein Bandscheibenvorfall kann richtig schmerzhaft sein. Orthopäde Roland Rusz erklärt, warum es so wichtig ist, die Diagnose ernst zu nehmen und einen Bandscheibenvorfall behandeln zu lassen.
Stechende Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen, können die ersten Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Hals- oder Lendenwirbelsäule sein. Auslöser kann eine Verletzung oder ein Unfall sein, am häufigsten jedoch ein genereller Verschleiß der Bandscheibe.
Bandscheiben sind die sogenannten Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem gelartigen Kern, der von einem Faserring umgeben ist. Sie sorgen dafür, dass wir uns gut bewegen können und unsere Wirbelsäule geschützt ist. „Bei Verschleiß verliert der Faserring an Elastizität und das Bandscheibengewebe kann sich vorwölben oder sogar austreten“, erklärt Roland Rusz. Dies bleibt entweder unbemerkt oder kann Druck auf den Nerv ausüben und Schmerzen verursachen.
„Wird ein erkannter Bandscheibenvorfall nicht behandelt, dann kann sich der Zustand des Patienten unter Umständen verschlechtern“, sagt Rusz. Dafür könne bereits eine falsche Bewegung oder Husten ausreichen – außerdem verringere sich die Regenerationsfähigkeit der Nerven.
Wird langanhaltender Druck auf den Nerv ausgeübt, kann es zu stärkeren Einschränkungen des Nervensystems führen. Patienten leiden unter kribbelnden Armen oder Beinen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer vegetativen Störung des Nervensystems und der Schließmuskel kann nicht mehr gesteuert werden.
Die meisten Patienten von Rusz sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Nicht selten habe er auch schon Menschen unter 30 behandelt. Beruf und Hobby spielen dabei nur bedingt eine Rolle.
Eine gesunde Bandscheibe kann alles aushalten – und der Verschleiß werde oft erst dann bemerkt, wenn es schon zu spät ist.
Die Wahrscheinlichkeit, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, kann auch genetisch veranlagt sein. Rusz rät jedoch davon ab, sich im Vorfeld verrückt zu machen. Wichtig sei es, die Diagnose Bandscheibenvorfall ernst zu nehmen und ihm mit einer Therapie oder Operation den Kampf anzusagen.