Verkehr in Emden  Jetzt gibt es etwas Konkreteres zur Sanierung der Neutorstraße

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 13.09.2024 09:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Verkehrsführung auf der Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausvorplatz ist noch provisorisch. Die Emder Politik meint, so wie es jetzt ist, führe das zu gefährlichen Situationen. Foto: Schuurman/Archiv
Die Verkehrsführung auf der Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausvorplatz ist noch provisorisch. Die Emder Politik meint, so wie es jetzt ist, führe das zu gefährlichen Situationen. Foto: Schuurman/Archiv
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Nach den Verkehrsexperimenten in der Neutorstraße ist die Straßengestaltung noch provisorisch. Zur großen Sanierung gab es zuletzt keine konkreten Infos. Jetzt gibt es zumindest ein wenig Greifbares.

Emden - Kaum etwas kann den Puls in Emden so in die Höhe schießen lassen wie die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausvorplatz. Verkehrsteilnehmer zu Fuß, Rad und Auto haben oft unterschiedliche, aber meist sehr leidenschaftliche Ansichten zu dem Abschnitt.

Sie eint vor allem auch: Alle wollen wissen, wie es weitergeht. Zur großen Sanierung des Areals, das ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich werden soll, und dem Zeitplan dessen war zuletzt nichts Konkretes bekannt.

Das sagt die Politik

Im Stadtentwicklungsausschuss des Emder Rats wurde es dazu am Donnerstag, 12. September 2024, nun etwas hitziger. Die Gruppe „Grüne feat. Urmel“ hatte einen Antrag gestellt dazu, das Linksabbiegen für Radfahrer, die von der Straße am Delft oder der Großen Straße kommen, in die Neutorstraße zu verbessern. Laut Beschilderung sei nur das Rechtsabbiegen erlaubt, sagte Bernd Renken. Radfahrer müssten, um sich regelkonform zu verhalten, absteigen und über den Zebrastreifen laufen. Dann wieder aufsteigen und die Neutorstraße in Richtung Agterum befahren. Doch es gebe oft Missverständnisse zwischen Auto- und Radfahrern. „Ich zwänge mich oft zwischen den Autos durch“, sagte Renken. „Wir können nicht mehr Monate warten.“

Die Politik forderte dann insgesamt Lösungen - insbesondere mit Blick auf die kommende dunkle Jahreszeit, in der es auf der Straße noch unübersichtlicher werden könnte. Dabei meinten sie insbesondere den Bereich vor dem Rathaus. Bernd Renken sprach von einer „absoluten Katastrophe“, Gregor Strelow (SPD) von einer „sehr gefährlichen“ Situation und Erich Bolinius (FDP) meinte, „es muss was passieren, bevor was passiert“ in Bezug auf einen möglichen Unfall. Tatsächlich hat es schon mindestens einen Unfall gegeben - am 8. Mai war ein Radfahrer schwer verletzt worden, als er von der Brückstraße kommend über den Zebrastreifen fuhr und mit einem Auto kollidierte.

Die meisten Radfahrer würden nicht absteigen, sagte Jochen Eichhorn (GfE). Er forderte die Einführung eines Linksabbieger-Streifens für Radfahrer im Bereich der jetzigen mobilen Bäume, der „mit einem Eimer Farbe“ gekennzeichnet werde. Der Meinung war auch Gregor Strelow. Harald Hemken überlegte, ob die Ampel wieder angeschaltet werden sollte. Aber das würde wieder zu starken Rückstaus führen.

Das sagt die Stadtbaurätin

Die Situation sei nicht optimal, sagte auch Stadtbaurätin Irina Krantz. Experten sollen sich damit auseinandersetzen. Die europaweite Ausschreibung für die Arbeiten an der Neutorstraße seien auf den Weg gebracht und man stehe kurz vor dem Abschluss des Verfahrens. Sie gehe aktuell davon aus, dass Ende des Jahres das Verfahren beendet sei. „Dann haben wir Fachplaner an Bord“, sagte sie. Diese könnten schon vor einem tatsächlichen Umbau Verbesserungen an der Verkehrsführung umsetzen. Demnach bitte sie um etwas Geduld. Jetzt kurzfristig einen weiteren Experten ins Boot zu holen, sei nicht nur schwierig, weil europaweit ausgeschrieben werden müsse. Auch würden zu viele Köche den Brei verderben.

Ihrem Eindruck nach sei die Situation vor dem Rathaus zwar schwierig, doch die meisten Verkehrsteilnehmer würden gemeinsam einen Weg finden. Es gebe wenige Ausnahmen, Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen, die sich „wild“ verhielten. Zum weiteren Zeitplan der Sanierung sagte sie nichts. Die Verwaltung hatte zuletzt immer davon gesprochen, dass die Sanierung Mitte 2026 abgeschlossen sein soll.

Konkret wurde Irina Krantz aber bei einer anderen Sache: Die ausgeschalteten Ampeln vor dem Rathaus sollen abgebaut werden, um Verunsicherungen an dieser Stelle zu vermeiden. Einige Fußgänger wissen nicht, ob nun die dortigen Zebrastreifen gelten oder die Ampel. Das soll dann klarer werden. Aktuell werde noch auf das OK von Bund und Land gewartet, die die Sanierung fördern, ob die Maßnahme vorgezogen werden kann. Firmen seien schon angefragt, sobald das OK da sei, könnten die Ampeln innerhalb von sechs Wochen abgebaut sein - bestenfalls noch in diesem Jahr.

→ Der Antrag der Grünen, dass die Verwaltung für den Radverkehr aus Richtung der Straße Am Delft in die Neutorstraße Richtung Agterum (verkehrsberuhigter Geschäftsbereich) ein sicheres Linksabbiegen ermöglichen soll, wurde mehrheitlich so beschlossen. Nur die CDU, also Ole Falbe und Bernd Gröttrup, waren dagegen. Einen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung des Antrags gibt es aber nicht.

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