Deutschland Neues Förderprogramm für den Kauf alter Häuser startet: Wer Geld bekommt und wer nicht
Bisher wird vor allem der Neubau eines Eigenheims staatlich gefördert. Doch viele alte Häuser stehen leer. Familien mit Kindern, die einen Altbau kaufen und sanieren, können nun auch auf staatliche Förderung in Form von günstigen Krediten hoffen.
Immer weniger Familien können sich den Neubau eines Einfamilienhauses leisten. Gleichzeitig sinken die Preise von älteren, unsanierten Immobilien. Laut dem neuesten Immobilienpreisindex des Forschungsinstituts empirica haben ältere Häuser mit einer schlechten Energieeffizienz den höchsten Preisverfall. Sie sind auf dem Markt also deutlich weniger wert als Häuser, die besser gedämmt sind.
Wer so ein Haus kauft, macht zwar eventuell ein Schnäppchen, muss aber im gleichen Zug schon über die Sanierung nachdenken. Sonst ist die Belastung durch hohe Energiekosten bald groß. Familien, die ein altes Haus kaufen und sanieren, können künftig mit Förderung vom Staat rechnen. Das Programm „Jung kauft Alt“ (JkA) geht am 3. September 2024 an den Start, kündigte ein Sprecher des Bauministeriums an.
Zielgruppe für das neue Förderprogramm sind Familien mit minderjährigen Kindern und kleinen bis mittleren Einkommen, die das gekaufte Haus oder die Wohnung selbst bewohnen wollen.
Um die Fördermittel zu erhalten, darf ein Haushalt maximal 90.000 Euro im Jahr an Haushaltseinkommen haben. Dazu kommen 10.000 Euro für jedes Kind.
Gefördert werden nur Personen, die noch keine Immobilie besitzen.
Wie hoch die Förderung ist und für wie viele Kinder man die Förderung erhält, hängt von der Lebenssituation am Tag der Antragstellung ab. Man erhält die Förderung beispielsweise auch für ein Kind, das am Tag der Antragstellung 18 Jahre alt wird. Keine Förderung erhält man jedoch für Kinder, die erst nach der Antragstellung geboren werden.
Voraussetzung für eine Förderung ist, dass das Haus oder die Eigentumswohnung beim Kauf einen Gebäudeenergieausweis der Klassen F, G oder H hat – also verglichen mit modernen Häusern sehr viel Energie verbraucht.
Durch Modernisierung muss dann innerhalb von viereinhalb Jahren eine bessere Energieeffizienz erreicht werden. Konkret muss der Altbau dann den Standard „Effizienzhaus 70 Erneuerbare-Energien-Klasse“ gemäß der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ erreichen.
Dafür können auch weitere staatliche Förderprogramme, zum Beispiel zum Austausch der Heizung, genutzt werden.
Der Kauf eines schon bestehenden Eigenheims oder einer Eigentumswohnung wird über über zinsverbilligte Kredite der staatlichen Förderbank KfW gefördert. Die Nummer des KfW-Kredits ist 308.
Man kann dabei wählen zwischen einem Annuitätendarlehen und einem Endfälligen Darlehen wählen. Der Zinssatz ist dabei deutlich niedriger als die derzeit marktüblichen 3,3 bis 4 Prozent: Für ein Annuitätendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit fallen beispielsweise nur 0,25 Prozent Zinsen an. Ein Endfälliges Darlehen mit gleicher Laufzeit gibt es für 1,6 Prozent effektivem Jahreszins.
Wie hoch der gewährte Kreditbetrag ist, hängt von der Zahl der Kinder und der Höhe des Haushaltseinkommens ab. Familien mit einem Kind können höchstens 100.000 Euro erhalten, Familien mit drei oder mehr Kindern maximal 150.000 Euro.
Gefördert wird der Kaufpreis der Immobilie inklusive der Grundstückskosten für maximal eine Wohneinheit.
In diesem Jahr stehen dafür 350 Millionen Euro zur Verfügung. Interessenten sollten sich bald um eine Förderung kümmern, denn in der Vergangenheit kam es häufig vor, dass Fördertöpfe schnell leer waren und Interessenten leer ausgingen.
Informationen zur Antragstellung gibt es auf der Seite der KfW.
Mit Material der dpa