Tradition Meike Deharde ist Wiesmoors neue Blütenkönigin
Beim 72. Wiesmoorer Blütenfest wurde am Sonntag ein neues Königshaus gewählt. Drei Kandidatinnen waren angetreten.
Wiesmoor - „Meike, du bist die Geilste“, schallt es aus dem Fanblock von den oberen Rängen der Wiesmoorer Freilichtbühne, als die neue Blütenkönigin Meike Deharde mit ihren Prinzessinnen Antje Kopietz und Joey Melina Folkerts zum ersten Mal in ihrer neuen Funktion vor die Fotografen tritt. Der Fanclub und die neue Blütenkönigin hatten ganze Arbeit geleistet und das Publikum auf die Seite der 24-jährigen Wiesmoorerin gezogen. Deharde wird als Clematis I. regieren und trägt damit als Königin den Namen einer auch unter dem Namen Waldrebe bekannten Kletterpflanze.
Wie schon im von der Pandemie geprägten Wahljahr 2021 ist in diesem Jahr bei der Wahl zum Wiesmoorer Königshaus keine Kandidatin leer ausgegangen. Denn der vierte und einzige männliche Kandidat Timo Schäfer ist krank geworden und konnte bei der Wahl nicht antreten. So bleibt auch seit der Öffnung der Wahl für männliche Bewerber im vergangenen Jahr eine Frage weiterhin offen: Wann bekommt die Blumenstadt ihren ersten Blütenkönig?
Die neue Königin liebt die Abwechslung
Aber erst einmal kann Meike Deharde ihren Traum verwirklichen und Wiesmoor als Königin ein Jahr lang nach außen repräsentieren. Die gelernte Hotelfachfrau arbeitet im Hotel zur Post und absolviert momentan eine zweijährige Ausbildung zur Hotelbetriebswirtin in Emden. Im Fanblock stand auch ihre Klasse der Hotelfachschule geschlossen hinter ihr.
„Ich bin gerne unterwegs und brauche Abwechslung“, hatte Deharde bei der Vorstellung der Kandidatinnen noch gesagt. Beides ist in ihrem neuen Nebenjob als Blütenkönigin garantiert: Zu den zahlreichen repräsentativen Terminen des Blütenkönigshauses gehören unter anderem die Besuche der Grünen Woche in Berlin und in der Partner-Gemeinde Budenheim. Beides sind laut des scheidenden Königshauses mit Prinz Yannik Willms, Blütenkönigin Leonie Landherr und Prinzessin Kim Schlüter unvergessliche Ereignisse. Gewohnt schwer fiel auch ihnen der Abschied.
Akrobatik statt Schlager
Neu bei der Wahl zum Königshaus war der Verzicht der Veranstalter auf einen Schlagerstar im Programm zur Überbrückung der Wartezeit während der Auszählung der Stimmen. Stattdessen gab es passend zum Festumzug-Motto „Zirkus“ feinste Akrobatik mit Laura Stullich und Boy Looijen. Nach ihrem Weltmeistertitel im Rhönradfahren wechselten die beiden auf die Showbühne. Musikalisch versorgte die Zuschauer die italienische Brass Band „Brazzo Brazzone & The World Brass Ensemble“.
Bisheriges Fazit zum Blütenfest: Vom Bewerber-Schwund kurz vor der Wahl bis zum überraschenden Dahlien-Engpass hat das 72. Wiesmoorer Blütenfest die Organisatoren sicherlich viele Nerven gekostet. Am Ende liefert die Blütenstadt wie gewohnt. Die etwa 2000 Gäste auf der Freilichtbühne zur Wahl der Blütenkönigin und die vielen Besucher von Kirmes und Co. zeigen, dass es ankommt. Man darf gespannt sein, wie es mit dem Traditionsfest weitergeht – vielleicht ja im nächsten Jahr mit einem Blütenkönig.