Osnabrück  Trump sollte gewarnt sein: Kamala Harris besteht Feuertaufe bei CNN-Auftritt

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 30.08.2024 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kamala Harris: „Ich bin meinen Werten treu geblieben“, sagte sie dem TV-Sender CNN in ihrem ersten Interview als Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Foto: picture alliance/dpa/AP/Jacquelyn Martin
Kamala Harris: „Ich bin meinen Werten treu geblieben“, sagte sie dem TV-Sender CNN in ihrem ersten Interview als Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Foto: picture alliance/dpa/AP/Jacquelyn Martin
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Das erste TV-Interview von Kamala Harris als Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten war sicher keine Sternstunde, sie meisterte es aber professionell. Nun wartet schon die nächste Herausforderung.

Seit dem Rückzug von Joe Biden waren es die straff orchestrierten öffentlichen Auftritte, mit denen Kamala Harris als Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten punkten konnte. Der Parteitag geriet zur regelrechten Krönungsmesse. Zuletzt aber war der Druck größer geworden, sich kritischen Fragen von Journalisten zu stellen; immer lauter hatte Herausforderer Donald Trump ihr Feigheit unterstellt.

Nun belehrte ihn Harris mit ihrem Auftritt bei CNN eines Besseren. Eine verstärkte Grenzsicherung, beispielsweise, sei ja nicht an den Demokraten gescheitert, sondern an Trumps Leuten im Kongress, sagte Harris; ihm sei es offenbar wichtiger, Themen im Wahlkampf politisch auszuschlachten, als Dinge tatsächlich zum Besseren voranzubringen.

Von sich selbst und ihrer Kampagne überzeugt, aber mit gezogener Handbremse, um bloß keine Fehler zu machen respektive, um sich von der polternden Art eines Trump abzusetzen – so präsentierte sich Harris mit ihrem Vize Tim Walz einem Millionenpublikum.

Inhaltlich gab sie sich so präzise wie nötig und so allgemein wie möglich: Familien unterstützen, mittelständische Wirtschaft stärken, Migration eindämmen, Klimawandel bekämpfen, Solidarität mit Israel – was eine Wahlkämpferin so sagen muss.

Nicht mit Bravour, aber doch souverän hat Harris ihr erstes Interview als demokratische Präsidentschaftskandidatin gemeistert. Das genügt vorerst, um sich als Alternative zu Trump zu empfehlen. Dieser hatte zuletzt sogar versucht, Harris mit vulgären Unterstellungen zu schaden und suggeriert, sie habe es nur mittels sexueller Gefälligkeiten zu politischem Einfluss gebracht.

Dem Drängen republikanischer Parteikollegen, Harris inhaltlich zu stellen, hat Trump bis dato nicht nachgegeben. Das nährt die Hoffnung der Demokraten, der Republikaner möge immer hemmungsloser wüten und sich so für gemäßigte Wähler unmöglich machen. 

Darauf wetten sollten Harris und ihr Team aber nicht. Die nächste Bewährungsprobe steht am 10. September an: Dann wird sich Kamala Harris beim TV-Duell Auge in Auge mit Donald Trump messen müssen.

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