Osnabrück  Alarm 2.0 – Deutsche Firmen machen es Cyberkriminellen noch zu leicht

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 28.08.2024 14:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kabelsalat: Viele Unternehmen sind nicht ausreichend vor Cyberangriff geschützt. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Kabelsalat: Viele Unternehmen sind nicht ausreichend vor Cyberangriff geschützt. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
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Ein Großteil deutscher Unternehmen ist unzureichend vor Cyberattacken, Wirtschaftsspionage und Sabotage geschützt. Offenbar hat so mancher Manager immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt. Können wir uns das leisten?

Das ist mal eine Zahl: In den vergangenen zwölf Monaten waren knapp acht von zehn Unternehmen von Datendiebstahl sowie von digitaler und analoger Industriespionage oder Sabotage betroffen. Der geschätzte wirtschaftliche Schaden: knapp 267 Milliarden Euro, neuer Rekord. Zwei Drittel der mehr als 1000 repräsentativ quer durch alle Branchen vom Digitalverband Bitkom befragten Unternehmen sorgen sich infolge von Cyberattacken um ihre Existenz. Lauter kann ein Weckruf nicht sein.

Tatsächlich haben Firmen und Konzerne ihre Ausgaben für Sicherheit hochgefahren und geben im Schnitt inzwischen fast jeden fünften Euro dafür aus. Das ist offenbar das Mindeste. Angesichts wachsender Herausforderungen vor allem durch Angriffe aus China werden Firmen und Konzerne nicht umhinkommen, ihre Schutzmaßnahmen weiter hochzufahren. Nur nicht nachlassen.

Internationale Konflikte und systemische Rivalitäten spiegeln sich zunehmend auch auf wirtschaftlichem Terrain und im Cyberraum wider. Ein Einfallstor für Angreifer sind auch die immer komplexeren Lieferketten. Mit der Vervollkommnung von Künstlicher Intelligenz dürften die Probleme noch wachsen. An die Stelle einer bisweilen immer noch herrschenden Naivität muss eine verstärkte Aufmerksamkeit rücken. Unternehmen und staatliche Sicherheitsbehörden müssen künftig noch enger kooperieren.

Vor diesem Hintergrund gilt es, die digitale Souveränität Deutschlands auszubauen. Soll heißen: Hiesige IT-Sicherheitsforschung und -firmen sollten stärker staatlich gefördert werden, als in der Vergangenheit, um verstärkt eigenes Knowhow aufzubauen. Schließlich ist vielen Unternehmen daran gelegen, Sicherheit lieber in der Heimat einzukaufen als im Ausland.

Netter Nebeneffekt: Auch öffentliche Verwaltungen und Infrastruktur wie Stromnetze könnten von einer potenteren heimischen IT-Sicherheitsbranche profitieren; denn auch auf sie haben es Hacker und Saboteure schließlich immer häufiger abgesehen.

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