Osnabrück  Stromschleuder statt Spritschleuder: Braucht es Strafen bei E-Autos?

Maik Nolte
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Von Maik Nolte
| 24.08.2024 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch bei E-Autos spielt Verbrauch eine Rolle - Verbraucherschützer wollen erreichen, dass die Stromer effizienter werden. Foto: dpa/Lars Penning
Auch bei E-Autos spielt Verbrauch eine Rolle - Verbraucherschützer wollen erreichen, dass die Stromer effizienter werden. Foto: dpa/Lars Penning
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Der Verbraucherzentrale Bundesverband will die Autobauer mit Strafen dazu verpflichten, effizientere E-Autos zu bauen. Es geht um mehr als nur Kritik an dicken E-SUVs: Die Senkung des Stromverbrauchs ist eine Notwendigkeit.

Es stimmt schon: Das Feld der preiswerten Elektro-Kompaktwagen behandeln VW, Mercedes und BMW recht stiefmütterlich – mit den gehobenen Klassen lässt sich schlicht mehr Geld verdienen. Dass die Energieeffizienz eines E-SUVs nicht gerade berauschend ist, nehmen die Hersteller hin, es hat für sie ja keine Konsequenzen.

Das wollen Verbraucherschützer nun ändern und die Autobauer bei einem zu hohen Stromverbrauch ihrer E-Flotten zur Kasse bitten. Dass sie dafür dasselbe Instrument vorschlagen, mit dem die CO₂-Emissionen der Verbrenner gesenkt werden sollen, trägt schon fast eine gewisse Ironie in sich. Über Effizienz nachdenken sollte man trotzdem. Nicht nur, weil E-Autos bis auf Weiteres auch mit Kohlestrom laufen – sondern weil sie irgendwann ganz ohne Kohlestrom werden laufen müssen.

Bis 2030 soll der in Deutschland produzierte Strom zu mindestens 80 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen – so weit, so gut; schauen wir mal, ob das klappt. Nur reicht es ja nicht, wenn die erneuerbaren die fossilen Quellen nach und nach ersetzen. Die Gesamtmenge des produzierten Stroms wird deutlich steigen müssen, um den zunehmenden Bedarf zu decken. 2030 sollen schließlich auch 15 Millionen E-Autos über die Straßen rollen, die alle aufgeladen werden wollen. Dazu kommen Millionen Wärmepumpen, vielleicht gar dereinst synthetische Kraftstoffe, die ebenfalls enorme Mengen Strom verschlingen. 

Kurz gesagt: Der Energiehunger nimmt rapide zu, und viel, sehr viel hängt in den kommenden Jahren davon ab, dass die Ökostromproduktion mit dem stetig wachsenden Verbrauch Schritt hält. Ob die Rechnung aufgeht? Fraglich. Daher ist es durchaus angebracht, den Stromverbrauch von E-Autos zu thematisieren. 

Ob aber nun Flottengrenzwerte und Strafen für die Autohersteller der richtige Weg sind, sei dahingestellt. Es ist durchaus möglich, dass E-Autos dadurch am Ende bloß noch teurer werden und der ohnehin stockende Wandel zur E-Mobilität einen weiteren Dämpfer bekommt. Und was ist mit den Menschen, die ihr Auto über die eigene Solaranlage laden? Für sie ist es unerheblich, ob ihr Wagen ein paar kWh mehr braucht. Und: Gerade die deutschen Autobauer werden die Effizienz ihrer Modelle ja ohnehin steigern müssen, wollen sie nicht komplett den Anschluss an die Konkurrenz verlieren.  

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