Osnabrück Die Stille Kämpferin Hollywoods: Wie Uma Thurman aufstieg – und welche Schattenseiten der Ruhm hat
Uma Thurmans unglaubliche Geschichte: In ihrer Jugend beherbergte sie tibetische Mönche. Später wurde sie durch Quentin Tarantino zur Leinwand-Legende. Eine Doku zeigt jetzt das bewegte Leben dieses Hollywood-Stars.
Hätten Sie gewusst, dass die Großmutter von Hollywood-Star Uma Thurman als nackte Statue an Schwedens südlichstem Landzipfel steht? Und dass ihr Vater der erste Amerikaner war, der zum buddhistischen Mönch ernannt wurde? Und immer, wenn der Dalai Lama oder tibetanische Mönche zu Besuch bei den Thurmans waren, die junge Uma ihr Zimmer für die Gäste freiräumen musste? Sie ist sogar das Patenkind von LSD-Guru Timothy Leary. Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Dokumentation: „Uma Thurman – Die stille Kämpferin Hollywoods“
Selbst der Vorname „Uma“ hat bereits mehrere ungewöhnliche Bedeutungen: Denn dieser steht für für eine indische Gottheit, aber auch für „Schönheit“. Bereits in ihrer Jugend hat sie als Fotomodel gearbeitet. Doch Uma fand den Job frustrierend. Zumindest war sie erfolgreich: Mit 15 Jahren war sie das Covergirl der „Vogue“ 1985.
Kein Wunder also, dass Hollywood früh Interesse zeigte. Als Schauspielerin hatte sie einen ihrer ersten Auftritte in „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“. Als sich der Film von Ex-Monty Python-Mitglied Terry Gilliam als Flop erwies, eröffneten sich Uma Thurman dennoch neue Rollen.
In Stephen Frears’ meisterhafter Verfilmung des französischen Briefromans „Gefährliche Liebschaften“ (1987) spielte sie eine junge Nymphe, die ein Adeliger verführen will. Doch Uma hatte genug davon, einfach nur das „hübsche Mädchen“ zu spielen. In Philipp Kaufmans „Henry and June“ überzeugt sie etwa als Lebensgefährtin von Skandalautor Henry Miller.
Zum Fürchten sind indes gewisse Männerbekanntschaften jener Zeit. Wie etwa ein penetranter Stalker, oder die erste Ehe mit Gary Oldman, die an seiner Drogensucht zugrunde ging. Oder aber die sexuellen Bedrängnisse des mächtigen Filmproduzenten Harvey Weinstein, die der Auslöser der #MeToo-Debatte war.
Mit „Gattaca“-Co-Star Ethan Hawke war Thurman sieben Jahre verheiratet, hat zwei Kinder mit ihm. „Gattaca“, eine düstere Science-Fiction-Parabel von 1997, eröffnet am Sonntag (25. August) um 20.15 Uhr übrigens den Arte-Hollywood-Themenabend. Schließen tut der ab 22.50 Uhr mit der Dokumentation „QT8: Quentin Tarantino – The First Eight“(Mediathek bis 23.10.), einer unterhaltsamen, wenn auch belanglosen Jubelarie auf den Hollywood-Regisseur.
Thurman war zugleich Mentor von Uma Thurman. Noch heute sind Umas zwei berühmteste Rollen diejenigen, die Tarantino ihr schenkte. In „Pulp Fiction“ spielte sie 1994 die Freundin eines Gangsterbosses, die mit schwarzer, an Godard-Schauspielerin Anna Karina erinnernde Perücke mit John Travolta tanzt.
In „Kill Bill“ (2003) wurde Uma indes an ihre physischen Eckmarken geführt. Als Kung Fu-Kämpferin musste sie sich zum Beispiel in einem knallengen Trainingsanzug gegen Yakuza-Kämpfer behaupten. Als sie während eines Stunts in Mexiko gegen einen Baum fährt, trägt sie bleibende Schäden davon. Der Unfall konnte lange Zeit vor der Öffentlichkeit verschwiegen werden – bis Aufnahmen auftauchten.
Von all dem berichtet diese 50-Minuten-Doku von Lukas Hoffmann, die aber auch einiges verschweigt. Zum Beispiel ihre Rollen in gleich zwei kontrovers diskutierten Lars van Trier-Filmen, dem Erotik-Drama „Nymphomanic“ sowie dem ultrabrutalen Serienkiller-Film „The House That Jack Built“, 2018), ihr Auftreten bei Woody Allen („Sweet and Lowdown“, 1999) oder teure Flops wie „Batman and Robin“ (1997) oder „Mit Schirm, Charme und Melone“ (1998).
Doku: Uma Thurman – Die stille Kämpferin Hollywoods, Arte-Mediathek; im Programm am Sonntag, 25. August um 22 Uhr.