Sturm, Regen & Hagel Unwetter in Ostfriesland – Brandkasse vermeldet Schaden in Millionenhöhe
In der Nacht vom 13. zum 14. August zog ein schweres Unwetter über Niedersachsen. Die Lage in Ostfriesland war besonders drastisch. Die Brandkasse meldet einen Schaden in Millionenhöhe.
Ostfriesland - Bei dem schweren Unwetter in der Nacht vom 13. zum 14. August 2024 waren in Ostfriesland zahlreiche Einsatzkräfte im Einsatz. Starkregen und massiver Hagel führten zu Überschwemmungen, Keller und Garagen liefen voll. Vor allem Hausbesitzer mussten bangen. Mittlerweile ist klar: Die Schäden der Unwetternacht sind immens. Nach einigen Nachmeldungen hat die Brandkasse bei der Schadenssumme die Millionenmarke geknackt.
Schadenssumme deutlich gestiegen
Insgesamt seien 541 Schäden bei der Ostfriesisch Landschaftlichen Brandkasse eingegangen, so Pressesprecherin Signe Foetzki. Darunter seien nicht nur Schäden, die durch Starkregen, Hagel und Sturm ausgelöst wurden, sondern auch durch Blitze und Überspannungen. „Wir haben damit tatsächlich die Millionenmarke überschritten“, sagt Foetzki. Bei 1,1 Millionen Euro liege die Summe aktuell.
„Bei unserer ersten Schätzung am 16. August hat die Schadenssumme noch bei rund 760.000 Euro gelegen“, erinnert sich Foetzki. Diese Summe sei nun in den Folgetagen nach dem Unwetter noch einmal ordentlich gestiegen. „Es kamen doch noch einige Nachmeldungen rein“, so Foetzki. Nicht alle Bewohner hätten unmittelbar nach dem Unwetter von den Schäden mitbekommen. Auch jetzt handele es sich noch immer um eine Schätzung der Schadenssumme, sagt die Pressesprecherin. Nach den Einschätzungen der Gutachter könne diese Summe entweder sinken – oder sogar weiter ansteigen.
Schwerpunkt des Unwetters lag in Aurich
Unter den über 500 gemeldeten Fällen seien ganz verschiedene Schäden dabei, gibt Foetzki Einblick. „Viele Vordächer und Terrassenüberdachungen sind durch die großen Hagelkörner beschädigt worden“, sagt Foetzki im Gespräch. Außerdem gingen Meldungen über vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume ein. Die vielen Blitze in der Unwetternacht und Überspannungen hätten laut Foetzki außerdem zu defekten Telefonen und Routern geführt.
Besonders viele Schäden habe es laut der Pressesprecherin in Aurich und der näheren Umgebung gegeben. „Betroffen sind auch der südliche Teil von Norden, das Brookmerland, Mittegroßefehn und Uplengen“, so die Pressesprecherin der Ostfriesischen Brandkasse. Und das, obwohl der eigentliche Schwerpunkt des Unwetters die benachbarte Region Ammerland war.
Feuerwehr im Landkreis Leer vermeldet nur einzelne Schäden
In Leer war die Unwetterlage hingegen deutlich ruhiger. Laut dem Sprecher der Kreisfeuerwehr und der Feuerwehren im Landkreis Leer, Dominik Janßen, war die Nacht zum 14. August 2024 für die Einsatzkräfte nicht außergewöhnlich dramatisch. „Die Nacht war eher entspannt im Landkreis Leer, die meisten Einsätze hatten wir am Abend“, so Janßen.
17 Feuerwehren seien am Abend des 13. August im Einsatz gewesen, sagte er am Tag nach dem Unwetter gegenüber der Redaktion. Gerufen worden sei die Feuerwehr etwa zu einem Blitzeinschlag in einen Schornstein mit Verdacht auf Kabelbrand in Bunde sowie zu zwei kalten Blitzeinschlägen – also Einschlägen ohne daraus entstandenes Feuer – in Hollen und Lammertsfehn, wo zusätzlich Dachziegel vom Dach gefallen seien. „Die meisten Einsätze hatten wir in den Gemeinden Jümme und Uplengen“, so Janßen.
Schäden oftmals ein schweres Schicksal
Erst Mitte Juli zog ein anderes schweres Unwetter über Ostfriesland. Laut Brandkassen-Sprecherin Foetzki seien die Schäden im August dreimal so hoch gewesen wie im Juli. Für die Versicherungsnehmer jedes Mal eine kleine Katastrophe, sagt Foetzki.
Denn vieles liege nicht in der Hand der Einzelpersonen. Mit Blick auf die klimabedingten häufigeren Unwetter und Extremwetterereignisse würden sich daher viele Kunden fragen, was zu tun ist. Foetzki verweist im Gespräch unter anderem auf die Wichtigkeit, dass die Wassergräben selbstständig freigehalten werden – sollten sie auf dem eigenen Grundstück liegen. Die Gemeinde sei nämlich nur in Ausnahmefällen zuständig.
Brandkasse rät zu genauer Überprüfung der Versicherung
Den Versicherungsnehmern rät Foetzki außerdem, die eigene Versicherung noch einmal genau zu überprüfen. „Man muss sich realistisch versichern“, sagt Foetzki. Sobald sich im Haus oder auch außerhalb des Gebäudes etwas verändere, müsse das der Versicherung gemeldet werden.
Gerade während der Corona-Pandemie hätten viele Personen zu Hause aufgerüstet. Von Überdachungen bis hin zu neuen Fernsehern, so Foetzki. Wer sichergehen möchte, dass die Versicherung im Schadensfall zahlt, müsse dieser unbedingt Bescheid geben. Die Brandkasse komme auch selbst vorbei, um zu schauen, ob die aktuelle Versicherungseinstufung noch passt, erklärt Foetzki. Dieses Angebot koste nichts und sei Bestandteil der Versicherungsarbeit der Brandkasse.