Stempelaktion in Pilsum und Co. So hat man Ottos Leuchtturm immer dabei
Otto-Fans aufgepasst: Den Pilsumer Leuchtturm kann man sich nun unter anderem im Nordsee-Reisepass verewigen lassen. Ein spezieller Stempel am Leuchtturm macht‘s möglich. Das ist auch gut fürs Klima.
Pilsum - Den Pilsumer Leuchtturm überall mitnehmen, auch wenn der Urlaub in der Krummhörn schon wieder vorbei ist: Das ist nun zumindest in abgespeckter Form möglich. Der rot-gelb gestreifte Leuchtturm, bekannt aus dem Film „OTTO - Der Außerfriesische“ des Komikers Otto Waalkes, steht den Besuchern des Leuchtturms seit kurzem als Stempel zur freien Verfügung.
Seit etwa einer Woche hängt die Stempelbox nun schon an den Gittern des Schlossparks am Leuchtturm und kann Tag und Nacht von Gästen genutzt werden. Und das kommt gut an: Es ist viel los am geringelten Turm, Besucher stempeln schon fleißig alle möglichen Oberflächen, die ihnen zur Verfügung stehen. Der kleine Leuchtturm ziert innerhalb kürzester Zeit Broschüren, Geldscheine und sogar Kinderhände.
Einmal das Otto-Komplett-Programm, bitte
Die Idee, ihr Otto-Erlebnis am Pilsumer Leuchtturm komplett zu machen, bringen etwa Dirk Borstell und Eileen Baumgarten aus Stralsund mit. Die beiden Urlauber von der Ostsee waren vor ihrem Besuch beim Otto-Turm bereits beim Otto Huus in Emden. Ihren dort erhaltenen Kassenbon haben sie nun in Pilsum mit dem Stempel des Leuchtturms verziert. „Das hat nicht jeder“, sagen die beiden.
Auch bei den Kindern erfreut sich die Stempelbox großer Beliebtheit. Der blaue Stempel wird auf Arme und Hände gedrückt, verschönert mitgebrachte Bücher und Papiere. Die Geschwister Tabatha und Connor aus Hooksiel treten ihren Besuch sogar besonders vorbereitet an. Sie haben den Nordsee-Reisepass dabei, ein kleines blaues Büchlein, das einem echten Reisepass ähnelt. Für das Bestempeln dieses Reisepasses wurde die Box am Leuchtturm eigentlich angelegt.
Nicht nur was für Otto-Liebhaber, sondern auch für Sammelfreunde
Denn hinter dem Stempel-Aktion am Pilsumer Leuchtturm steckt eine Marketingidee der Tourismus-Agentur Nordsee (TANO). „Der Nordsee-Reisepass ist ein Stempelheft für alle Fans unserer Region“, heißt es dort. Die Idee ist, dass man an vielen Orten entlang der niedersächsischen Nordseeküste verschiedene Stempel in dem Reisepass versammelt. Jeder Ort hat dabei ein eigenes Stempelmotiv, angelehnt an bekannte Sehenswürdigkeiten genau diesen Ortes.
Auf diese Weise sollen Besucher der Region dazu eingeladen werden, sich möglichst viel an der Küste umzusehen. Ähnliche Aktionen gibt es zum Beispiel im Thüringer Wald oder auch im Harz. Und als kleiner extra Anreiz: Wer ausreichend Stempel gesammelt und damit verschiedene Standorte um die niedersächsische Nordsee besucht hat, der kann was gewinnen, zum Beispiel Freikarten für lokale Attraktionen.
Stempeln für den Klimaschutz
Seit 2023 sind die Reisepässe im Umlauf, gültig sind sie zwischen Dollart und Elbmündung. Und was Gutes für den Klimaschutz sollen sie dabei auch noch leisten: Die Reisepässe kosten zehn Euro pro Stück, die Verkaufserlöse nutzt die TANO für Klimaschutz-Projekte entlang der Küste.
Im März diesen Jahres wurde unter anderem durch die Einnahmen der Pass-Verkäufe eine Streuobst-Wiese aus sieben alten Obstbaum-Sorten auf Borkum gepflanzt, auch in Jever pflanzten Helfer rund 900 Gehölze und Bäume. Weitere Projekte sind geplant, den Nordsee-Reisepass kann man an über 100 Verkaufsstellen an der Küste erwerben, darunter auch in den Touristik-Informationen.
Es könnten noch mehr Stempel in der Krummhörn hinzukommen
Das Konzept vom Nordsee-Reisepass hat auch die Touristik-GmbH Krummhörn-Greetsiel als lokalen Partner vor Ort überzeugt. Schon länger kann man in Greetsiel und umzu die einzigartigen Stempel mit Sehenswürdigkeiten der Region im Nordsee-Reisepass sammeln. Die neue Stempelbox am Pilsumer Leuchtturm ist eine von fünf Stempelstellen in der Krummhörn. Ansonsten gibt es laut Auskunft der TANO auch noch Stempelstellen bei den Zwillingsmühlen in Greetsiel, am Campener Leuchtturm, in der Tourist-Information Greetsiel und im Greetsieler Nationalpark-Haus.
„Das ist einfach eine schöne Art, um Gästen zu zeigen, das sind Highlights, das sollte man bei uns nicht verpasst haben“, sagt Wolfgang Lübben, Marketingleiter bei der Krummhörner Touristik. „Außerdem ist das ja wie ein Spiel, das ganze Buch voll zu bekommen.“ Auch er habe schon gesehen, wie sich Schulklassen, Kinder und Jugendliche an den Stempelboxen sammeln, sich gegenseitig mit den Motiven verschönern. Die neue Stempelbox am Otto-Turm sei da keine Ausnahme. „Beim Pilsumer Leuchtturm war uns auch klar, dass das gut angenommen wird. Da ist ja immer was los.“
Ob noch mehr Stempelstellen in der Krummhörn dazukommen, hängt auch davon ab, wie die bisherigen Angebote angenommen werden. „Wir schauen, wie es ankommt“, so Lübben. „Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, das Angebot auch inhaltlich zu erweitern.“ Dabei denke er zum Beispiel an die Manningaburg in Pewsum, die als zusätzliches Stempelmotiv aufgenommen werden könnte.