Eckernförde  20.000 Euro pro Katze: Yvonne Waschulewski züchtet teuerste Rasse der Welt

Jorid Hoops
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Von Jorid Hoops
| 16.08.2024 16:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
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Große Ohren, kleiner Kopf und ein eleganter Körperbau: Yvonne Waschulewski züchtet Savannah-Katzen – eine der teuersten Katzenrassen der Welt. Doch die Zucht dieser Tiere ist unter Experten umstritten.

Für ein Foto will Yvonne Waschulewski drei Savannah-Katzenbabys auf einen niedrigen Kratzbaum setzen. Doch eines der Babys will lieber vom Kratzbaum herunterspringen. So ganz geübt ist es allerdings noch nicht. Das Katzenbaby ist erst acht Wochen alt. Etwas unbeholfen fällt es einfach den Kratzbaum herunter, springt schnell wieder auf und läuft durch das Wohnzimmer. Neugierig kommt die Mutter angelaufen, guckt, ob alles in Ordnung ist. Es ist nichts passiert, dem Baby geht es gut.

Yvonne Waschulewski züchtet seit rund zwölf Jahren Savannah-Katzen. In ihrem Haus in Loose in Schleswig-Holstein hängen zahlreiche Bilder ihrer eigenen und anderer Savannah-Katzen, Kratzbäume und Katzenspielzeug steht im Wohnzimmer und auf der Terrasse. Aktuell hat sie gerade zwei Mütter, einen Vater und zehn Babys bei sich zu Hause.

Savannah-Katzen sind eine der teuersten Hauskatzenrassen der Welt. Bis zu 20.000 Euro kann ein solches Tier kosten. Das Besondere: Sie sind ein Mix aus einer Hauskatze und einem Serval, einer wilden Katzenart aus Afrika. Ihre Kreuzung ist 1986 erstmals gelungen – ungewollt, wie es heißt. Die Tiere haben einen wilden Charakter und einen ausgeprägten Jagdinstinkt, gelten als intelligent und sehr temperamentvoll. „Wenn sie ihre fünf Minuten haben, rennen sie hier durch das Haus, springen auf das Sofa, auf den Tisch und toben durch die Räume“, erzählt Yvonne Waschulewski.

Bei dem Anblick der Tiere verlieben sich viele in das gepunktete Fell, den kleinen Kopf und die großen Ohren. Millionenfach werden in sozialen Netzwerken Videos und Bilder von Savannah-Katzen geliked, kommentiert und begeistert geteilt. Durch ihren langen schlanken Oberkörper und die langen Beine sehen sie elegant aus.

Auch Yvonne Waschulewski entdeckte die Tiere im Netz und war sofort verliebt. Dabei war sie eigentlich nie ein Katzenmensch, sagt sie. Sie sei immer eher für Hunde gewesen. Doch der Anblick dieser Tiere überzeugte sie. „Ich hatte schon immer ein Faible für außergewöhnliche Tiere“, sagt sie. Zuvor hatte sie Papageien, züchtete Bengalen und entdeckte dann die Savannah-Katze. „Die Tiere haben einen ähnlichen Charakter wie Hunde und das hat mich so fasziniert“, erklärt sie. Die Tiere verfolgen sie auf Schritt und Tritt, sind sehr anhänglich und ein Teil der Familie.

Doch Savannah-Katzen zu halten, ist nicht einfach. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Vorschriften. Entscheidend ist der Wildtieranteil in der Savannah-Katze. Ist der Vater noch ein Serval, spricht man von der F1-Generation (Filialgeneration 1). Ist der Opa ein Serval, ist es die F2-Generation. Für sie braucht man eine besondere Genehmigung, um die Tiere zu Hause halten zu dürfen. „Sie haben einen starken Bewegungsdrang und brauchen viel Auslauf“, erklärt Yvonne Waschulewski. Eine Ein- oder Zweizimmerwohnung reiche da definitiv nicht aus. Wohingegen die vierte oder fünfte Generation schon als Hauskatze gewertet wird. Für sie bestehen in Schleswig-Holstein keine besonderen Vorschriften.

Dennoch: Auch sie brauchen viel Auslauf und können aus dem Stand zwei Meter hoch springen – auch wenn sie eine Schulterhöhe von nur rund 45 Zentimetern in der Regel haben. Und auch sie haben noch einen starken Jagdinstinkt. „Wenn man die Tiere draußen laufen lässt, sollte man einen gut eingezäunten Garten haben“, rät Yvonne Waschulewski. Ansonsten springen sie einfach über den Zaun. Auch ein Spielpartner sei wichtig, denn die Tiere seien nicht gerne alleine.

Doch auch wenn viele Besitzer bemüht sind, die Tiere artgerecht zu halten, ist sind Savannah-Katzen unter Experten umstritten. Der deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass das Austragen der Babys für die weibliche Katze in der ersten Generation oft Schmerzen und Stress bedeute. Ihre Nachkommen könnten drei- bis viermal größer sein als normale Katzenwelpen. Auch die Welttierschutzgesellschaft äußert Bedenken. Das Problem: die unterschiedliche Tragzeit der beiden Rassen. Während eine Hauskatze rund 63 Tage trächtig ist, trägt ein Serval rund zehn Tage länger. Immer wieder komme es daher zu Früh-, Fehl oder Totgeburten, erklärt die Welttierschutzgesellschaft. Yvonne Waschulewski kann das jedoch nicht bestätigen. „Ich hatte noch nie eine Totgeburt, deswegen kann ich dazu nichts sagen“, erklärt sie. Hätte sie so etwas erlebt, hätte sie die Tiere nicht weiter gezüchtet. In der Regel würden mittlerweile auch nur noch Savannah-Katzen mit Savannah-Katzen gepaart, erklärt sie.

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