Sternschnuppenregen über Ostfriesland  So ist der Meteorschauer der Perseiden besonders schön zu sehen

Melanie Hanz
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Von Melanie Hanz
| 10.08.2024 07:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Meteorschauer der Perseiden erreicht in diesen Nächten seinen Höhepunkt und beschert uns viele Sternschnuppen. Foto: Marco A. Ludwig/dpa
Der Meteorschauer der Perseiden erreicht in diesen Nächten seinen Höhepunkt und beschert uns viele Sternschnuppen. Foto: Marco A. Ludwig/dpa
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Schnell eine Wunschliste schreiben: In den Nächten vor und nach dem 12. August 2024 regnet es zwischen Mitternacht und Morgendämmerung Sternschnuppen.

Ostfriesland/Wiesmoor - Es lohnt sich, eine Wunschliste zu schreiben: Am 12. und 13. August 2024 sind am Nachthimmel auch über Ostfriesland viele Sternschnuppen zu sehen. Dann erreicht der Meteorschauer der Perseiden seinen Höhepunkt, erwartet werden wahre Sternschnuppenregen am Nachthimmel. Voraussetzung ist natürlich eine halbwegs klare Nacht, und bisher sind die Prognosen dafür tatsächlich gut.

Was sind die Perseiden?

Die Perseiden genannten Meteore stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle, der in 133 Jahren einmal die Sonne umkreist. Dabei hinterlässt er eine Spur von Gesteinssplittern im All, die die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne alljährlich am 12. oder 13. August kreuzt. Die Meteore sind überall am Himmel zu sehen, aber es sieht aus, als kämen sie aus dem Sternbild Perseus – daher der Name Perseiden, erklärt Arthur Weber. Er ist Vorsitzender des Astronomie Clubs Ostfriesland mit Sitz in Wiesmoor und begeisterter Sternengucker.

Wann sind die Sternschnuppen zu sehen?

Der Perseiden-Schauer ist jedes Jahr zwischen Mitte Juli und Ende August zu sehen. 2024 ist er vom 17. Juli bis 24. August aktiv. Die meisten Meteore werden am 12. August zu sehen sein, wenn der Schauer seinen Höhepunkt erreicht. „Tatsächlich werden wir es gar nicht sehen, wenn die meisten Meteore über den Himmel ziehen“, sagt Weber: Denn der Höhepunkt wird am 12. August zwischen 15 und 18 Uhr erwartet.

Der Sternenhimmel am 12. August um 23 Uhr mit Blickrichtung Nordost: Der Ausstrahlpunkt (Radiant) der Perseiden liegt am oberen Rand des Sternbildes Perseus. Quelle: Jürgen Vollmer/WetterOnline
Der Sternenhimmel am 12. August um 23 Uhr mit Blickrichtung Nordost: Der Ausstrahlpunkt (Radiant) der Perseiden liegt am oberen Rand des Sternbildes Perseus. Quelle: Jürgen Vollmer/WetterOnline

Doch in den Nächten davor oder danach sind ebenfalls beeindruckende Meteorschauer zu sehen, so Weber: Denn der Mond geht in diesen Nächten bereits gegen Mitternacht unter und so ist der Himmel dunkel genug, um die Sternschnuppen mit bloßem Auge zu sehen. „Von Mitternacht bis 4 Uhr morgens sind die Meteore dann gut zu sehen.“

Wo sehe ich die Perseiden am besten?“

„Geeignet zur Beobachtung ist jeder einigermaßen dunkle Ort mit freier Sicht Richtung Nordost bis Ost“, sagt Weber. „Wenn man nicht gerade mitten im Ort mit hellem Licht steht, müsste man die Sternschnuppen von überall aus gut sehen.“ Das Sternbild Perseus, aus dem die Perseiden herauszukommen scheinen, steht nach Mitternacht im Nordosten etwa im unteren Drittel des Himmels. Wer Perseus nicht kennt, kann sich am Sternbild der Cassiopeia orientieren: Das Himmels-W steht genau über Perseus.

„Man kann sich bei freier Sicht auch im Garten mit einer warmen Decke in den Liegestuhl legen“, sagt Weber: Dann wird man nicht so schnell müde und steif vom Hinaufgucken in den Himmel. „Es genügt, wenn man Richtung Nordost schaut, man muss nicht auf einen Punkt starren“, lautet sein Tipp. Und ein Fernglas brauche man ebenfalls nicht, weil das das Blickfeld viel zu sehr eingrenzt.

Wie ist es mit Wünschen?

Arthur Weber ist schon seit seiner Grundschulzeit von der Astronomie fasziniert - so hat er die Perseiden schon viele, viele Male gesehen. „Aber ich gucke das noch immer gern“, sagt er: Wenn gutes Wetter ist, schaltet er die Teleskope in seiner Sternwarte in Wiesmoor ein und beobachtet und fotografiert. „Bei den Perseiden können auch ganz helle Feuerkugeln dabei sein. Und das ist dann sehr interessant“, schwärmt er von den sogenannten Boliden.

Und wie hält er es mit Wünschen? „Wünsche... ich habe schon so unendlich viele Sternschnuppen gesehen...“, sagt der Astronom. Und: „Das ist schon nett.“

Er hat noch einen Tipp für ein weiteres Himmelsspektakel: Am 21. August findet die einzige Planetenbedeckung durch den Mond im Jahr 2024 statt: In den frühen Morgenstunden läuft der fast noch volle Mond vor dem Planeten Saturn vorbei. „Das wird etwa um 5.30 Uhr im Westen/Südwesten zu sehen sein. Mit einem gutem Fernglas oder kleinem Teleskop kann man das schön beobachten“, so Weber. Mehr Tipps und Infos vom Astronomie Club gibt es unter https://astronomie-club-ostfriesland.de.

Sternschnuppen und Wünsche - woher kommt das?

Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten ist mit Sicherheit so alt wie die Menschheit - doch die Deutung des Phänomens hat sich gewandelt: Einst verbreiteten Sternschnuppen Angst und Schrecken, weil sie für herabfallende Sterne gehalten wurden. Im christlichen Mittelalter wurden Sternschnuppen als mahnendes Zeichen Gottes gesehen. Woher die Verknüpfung von Sternschnuppen mit Wünschen kommt, ist nicht ganz klar. In der Regel wird auf den kaum greifbaren sogenannten Volksglauben verwiesen.

Der Begriff Schnuppe jedenfalls bezeichnet das verglühte Stück Kerzendocht, das beim Kerzeputzen abfällt. Der Begriff Sternschnuppe soll seit dem 18. Jahrhundert daraus abgeleitet worden sein: Wenn in der Nacht Engel die Sternenlichter putzen, verglühen die Schnuppen am Himmel. Und von Engeln zu Wünschen ist es nicht sehr weit.

Kometenspur wird schwächer

Laut WetterOnline fällt die Sternschnuppendichte der Perseiden mittlerweile nicht mehr so spektakulär wie noch vor 20 Jahren aus. Denn die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle ist seit ihrer letzten Auffrischung im Jahr 1992, als er einen Sonnenumlauf beendet hatte, schon etwas verblasst, heißt es bei der Wetter-Plattform. Zudem verfehle die Erde in diesem und in den meisten anderen Jahren die dichtesten Bereiche der Staubfahne um Dutzende Millionen Kilometer. Der nächste „Auffrischungsbesuch“ des kosmischen Vagabunden findet erst wieder im Jahr 2126 statt.

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