Knut Müller in Paris Ostfriese erlebt Olympia hautnah – und wird zum Fackelträger
Der Leeraner Knut Müller war bei mehreren Medaillen-Entscheidungen im Stadion – vom Tennis bis hin zur Leichtathletik. Schon am Bahnhof hatte er eine Begegnung mit Olympia-Startern.
Paris - Knut Müller aus Leer ist selbst ehemaliger Tennisspieler und eingesessener Fan. Am vergangenem Wochenende war er in Paris bei den Olympischen Spielen dabei. Dort konnte er unter anderem das spektakuläre Tennis-Finale von Novak Djokovic gegen Carlos Alcaraz (7:6, 7:6) aus nächster Nähe erleben. Nur wenige Meter trennten den Leeraner von dem Weltranglisten-Zweiten und Weltranglisten-Dritten.
Die Eröffnungsfeier hatte Knut Müller noch im Fernsehen gesehen, kurz darauf war er dann selbst vor Ort. Und schon die Anreise war ein absolutes Highlight. „Man kriegt direkt eine Gänsehaut, wenn man ankommt“, erinnert sich der 59-Jährige.
Belgische Athleten holen Müller aufs Foto
Kaum war er am Gare du Nord angekommen, da begegnete er schon den ersten belgischen Leichtathleten Tibo de Smet, Pieter Sisk und John Heymans. „Ich wollte eigentlich nur ein Foto von ihnen machen – bis sie mich plötzlich auch auf dem Foto haben wollten“, so Müller. Kurzerhand drückte er sein Handy also einem Passanten in die Hand, der das Foto schoss. De Smet und Sisk starteten am 8. August im 800m-Lauf, Heymans qualifizierte sich am 7. August für das Finale über die 5000 Meter.
Freitag erlebte der Leeraner dann die Finalspiele der Männer im Tennis rund um Djokovic und Alcaraz. „Tennis war ein Muss“, erklärte der 59-Jährige. Kein Wunder also, dass er sich auch die Finals nicht entgehen lassen hat.
Erst Usain Bolt, dann Leo Neugebauer
Am Samstag- und Sonntagabend ging es für ihn dann zur Leichtathletik. 2012 habe er in London live gesehen, wie der jamaikanische Spitzenathlet Usain Bolt Gold gewann. Da war ein erneuter Besuch von Olympia – dieses Mal eben in Paris – bereits absehbar.
Wieder erlebte er Olympia-Geschichte. Der deutsche Zehnkämpfer Leo Neugebauer holte mit Silber die erste deutsche Medaille im Zehnkampf seit 28 Jahren – und Müller steht nur wenige Meter daneben.
Ansteckendes Olympia-Fieber
Generell war die Stimmung in der Olympia-Stadt laut Müller „einfach absolut fantastisch! Die Pariser sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Es ist gar nicht in Worte zu fassen, was man da erlebt.“
Der Ostfriese reiht sich sogar in eine Liste voller Promis ein. Neben Fabian Hambüchen, Halle Berry und Snoop Dogg wurde auch Müller für einen kurzen Moment Träger der originalen Olympischen Fackel. Diese war an einem offiziellen Stand samt eigenem Fotografen für jedermann ausgestellt.
Zuhause angekommen verblasst sein Olympia-Fieber natürlich nicht. Er verfolgt am Fernseher weiterhin möglichst viele Disziplinen. Aber irgendetwas ist anders. „Man kann kaum glauben, dass man da war.“ Ob er nach London und Paris auch 2028 in Los Angeles die Atmosphäre erleben will, sagt er gelassen: „Das ist nun noch wirklich weit hin, mal sehen.“