Kürzung bei Energieberatung Habeck erntet auch Kritik aus Ampel-Reihen
Die Kürzung der Förderung für Energieberatungen hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits einige Kritik eingebracht. Jetzt meldet auch Johann Saathoff (SPD) Redebedarf im Bundestag an.
Berlin - Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erntet nach der kurzfristig verkündeten Kürzung der Förderung für Energieberatungen auch Kritik aus den Reihen der Ampel-Fraktionen. Er halte die Absenkung der Fördersätze „natürlich für das falsche Signal“, teilte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (Pewsum) auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Die Nachfrage nach geförderten Energieberatungen sei hoch, so Saathoff – und das zeige, dass sich die Bürgerinnen und Bürger dafür interessieren würden, wie sie sich persönlich als Eigenheimbesitzer bei der Energiewende einbringen könnten. „Da darf es jetzt keine Verunsicherungen geben“, teilte Saathoff mit. „Parlamentarisch wird dieses Thema noch mit dem Ministerium zu erörtern sein.“
Von der CDU und aus der Wirtschaft gab es bereits Gegenwind
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am Montag angekündigt, die Fördersätze für Energieberatungen von bisher 80 auf 50 Prozent zu senken. Auch werde der maximale Zuschussbetrag um 50 Prozent gesenkt. Die Neuregelung gilt bereits seit Mittwoch. Als Gründe nannte das Wirtschaftsministerium die hohe Nachfrage nach den Beratungen sowie die „haushaltspolitische Gesamtlage“. Durch die Absenkung der Fördersätze könne man sicherstellen, dass möglichst viele Interessierte eine Energieberatung erhalten.
Kritik an der Entscheidung kam bereits aus der Opposition: Die CDU-Abgeordnete und Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann (Hesel), kritisierte auf der Plattform X die in ihren Augen mangelnde Verlässlichkeit Habecks in Sachen Energiewende. Auch Verbände aus der Bau- und Immobilienbranche sowie der Oldenburger Versorger EWE, der selbst Energieberatungen anbietet, hatten die Kürzung der Förderung kritisiert und die Befürchtung geäußert, die Sanierung von Wohngebäuden – und damit auch die von der Ampel-Koalition angepeilte Wärmewende – könnte durch diesen Schritt einen Rückschlag erleiden.