Stadt erteilt Absage Keine weiteren Zebras rund um den Emder Delft
Wie viele Zebrastreifen sind um den Emder Delft wirklich nötig? Die Stadt erteilt einer Forderung nach mehr Querungshilfen eine Absage und nennt Alternativen.
Emden - Nach dem neuen Zebrastreifen am Rathausplatz wird es zumindest vorläufig keine weiteren Fußgängerübergänge dieser Art im Bereich des Emder Delfts geben. Die Stadt Emden hat der Forderung der SPD-Fraktion jetzt endgültig eine Absage erteilt und verweist auf Alternativen.
„Es sind nach Abstimmung und Bewertung der Situation mit der Verkehrskommission keine weiteren Querungshilfen geplant“, teilte der Fachdienstleiter Straßenverkehr, Hinrich Post, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. „Im Bereich des Rathausplatzes gibt es mit den Fußgängerüberwegen vor dem Rummel und dem Bekleidungsgeschäft Engbers sowie der Fußgängerlichtsignalanlage vor dem Otto-Huus an den Hauptquerungen und im Zuge der am häufigsten genutzten Achsen für Fußgänger ausreichende Querungshilfen.“
Fürs Sicherheitsgefühl dann doch
Zur Erinnerung: Die Stadt Emden hatte Anfang Juli 2024 doch noch einen zweiten Zebrastreifen an der Kreuzung am Rathausplatz eingerichtet, nachdem die Verkehrskommission der Stadt Wünsche und Vorschläge aus der Bevölkerung bewertet und den zweiten Fußgängerüberweg schließlich empfohlen hatte. Zuvor war im Rahmen des regelmäßigen Monitorings durch Verwaltung und Polizei der zweite Zebra-Übergang „als zukunftsfähige Lösung für eine gesicherte Querung dieses Bereiches zwar nicht unbedingt notwendig“ erachtet worden, hatte die Stadt mitgeteilt, „aber durchaus als eine Variante zur Steigerung des Sicherheitsgefühls von Fußgängern“.
Auch die SPD-Fraktion hatte sich für den zweiten Zebrastreifen eingesetzt, Gregor Strelow (Ratsvorsitzender, SPD) hatte die vorherige Situation als „Herausforderung für Fußgänger und Radfahrer“ beschrieben. Die Einrichtung des zusätzlichen Zebrastreifens (vom Stadtgarten zur Oldersumer Straße) reklamierte er dann ein wenig für sich. Schließlich hatte die SPD zuvor einen entsprechenden Antrag an die Stadtverwaltung gestellt. Nicht berücksichtigt wurden aber noch zwei weitere Übergänge aus der SPD-Forderung: einer an der Neutorstraße, vom Kiosk in Richtung der Delftreppe, ein weiterer in der Straße Am Delft in Höhe des Hafentors beziehungsweise des Fischimbisses Bittner. Dieser Forderung kommt die Stadt also jetzt nicht nach.
Kleiner Umweg über die Otto-Ampel
Dieser dritte Zebrastreifen würde einmal den Weg um die seit den Verkehrsversuchen in der Neutorstraße abgeschalteten Ampelanlagen abrunden, die die Zebra-Forderungen erst ausgelöst hatten. Aktuell verläuft der Fußweg in U-Form vom Delft zum Rathaus und vom Rathaus zum Stadtgarten. Die von der SPD geforderte direkte Verbindung vom Stadtgarten zum Delft und umgekehrt war allerdings nie durch eine Fußgängerampel geregelt. Schon immer musste dafür ein kleiner Umweg in Kauf genommen werden, wenn man ganz sicher zu Fuß über die Straße wollte.
Der Leiter der Straßenbehörde führte jetzt nochmal an, dass für die direkte Querung von der Delfttreppe zum Stadtgarten außerdem noch die Fußgängerampel vor dem Otto-Huus eine gesicherte Querung zur Verfügung steht, nur eben 20 Meter weiter.
Tempo 30 statt flächendeckendem Zebra
Auch dem geforderten Zebrastreifen in der Straße am Delft Höhe Fischbude erteilte Post eine Absage. Dort sei anzumerken, „dass die für die Anlage eines Fußgängerüberwegs erforderlichen gebündelten querungswilligen Fußgängerverkehre nicht festzustellen sind“, schreibt Post. „Nach unseren Erkenntnissen besteht der Querungsbedarf für den gesamten Bereich des Teilabschnittes zwischen Otto-Huus und Hafentorplatz.“
Einen Riesen-Doppelzebra nach dem Vorbild im Nordertor am Wall zu machen, kommt alternativ wohl nicht infrage. Aber eine generelles Geschwindigkeitslimit für den motorisierten Verkehr. „Um dieser Situation gerecht zu werden, wurde für den vorgenannten Bereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert“, so Post. „Darüber hinaus wurde noch das Zusatzzeichen ,starker Fußgängerverkehr’ ergänzt. Nach unseren Beobachtungen hat sich diese Maßnahme auch bereits bewährt.“
Alles keine Dauereinrichtung
Außerdem gibt es schon einen Zebrastreifen in Höhe des Hotels am Delft. Und letztlich könnten Zebrastreifen nicht nach dem Gießkannenprinzip auf die Straße verteilt werden, hieß es mit Hinweis auf den übrigen Verkehr. Der käme sonst auch sehr ins Stocken. Aus diesem Grund waren im Übrigen schon die Ampeln am Rathausplatz ausgeschaltet worden und behelfsmäßig besagter erster Zebrastreifen und der neue Kompromiss-Zebrastreifen installiert worden.
Ohnehin ist alles keine Dauereinrichtung, noch vieles im Fluss. Die gesamte Neutorstraße im Abschnitt zwischen Agterum und Rathausplatz und weiter rauf rund um den Delft soll noch neu gestaltet werden. Wie viele Zebras rund um den Delft dann noch nötig sein werden, wird sich zeigen. Die Pläne sind bis dato nicht bekannt.