Osnabrück  Eine gute Wahl: Mit Tim Walz an der Seite kann Kamala Harris Donald Trump schlagen

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 07.08.2024 11:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wollen ins Weiße Haus: Kamala Harris und Tim Walz bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt im Wahlkampf. Foto: picture alliance/dpa/AP/Joe Lamberti
Wollen ins Weiße Haus: Kamala Harris und Tim Walz bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt im Wahlkampf. Foto: picture alliance/dpa/AP/Joe Lamberti
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Mit der Ernennung von Tim Walz zu ihrem Vize will Kamala Harris ihre Chancen auf einen Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump maximieren. Die Rechnung könnte aufgehen.

Ist es nun das Dreamteam, auf das die US-Demokraten gewartet haben? Die Chemie zwischen der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und dem von ihr ausgewählten Vize, Tim Walz, scheint zumindest zu stimmen. Das legt der erste gemeinsame Wahlkampfauftritt in Pennsylvania nahe. Beide ließen sie keinen Zweifel daran, eine zweite Amtszeit von Donald verhindern zu wollen.

„Er saß nie an einem Küchentisch, wie dem, an dem ich aufgewachsen bin. Er saß in seinem Country Club in Mar-a-Lago und hat sich überlegt, wie er die Steuern für seine reichen Freunde senken kann“, wetterte Walz an die Adresse Trumps. Damit ist der Ton des Wahlkampfes gesetzt. Attacke gegen Attacke. Und Trump? Konterte in gewohnter Art und Weise: „Tim Walz wäre der schlechteste Vizepräsident in der Geschichte! Er wird die Hölle auf Erden entfesseln“.

Der 60-jährige Walz strahlt Hemdsärmeligkeit und Bürgernähe aus und eine gewisse Distanz zum Washingtoner Establishment. Damit dürfte er vor allem auch die ländliche Bevölkerung ansprechen. Er gilt als wertkonservativ-liberal und hat als Gouverneur von Minnesota Regierungserfahrung. Mit diesem Portfolio kann er das Profil von Harris ergänzen und zusätzliche Wählerschichten ansprechen. Das ist das Kalkül, das hinter seiner Ernennung steckt.

Kamala Harris ist hervorragend ins Rennen um das Weiße Haus gestartet. Unerwartet schnell haben die Demokraten hinter ihr die Reihen geschlossen. Seit Joe Bidens Rückzug von der Präsidentschaftskandidatur zeigt die Umfragekurve für die Partei beständig in eine Richtung: nach oben. 

Wird sich Donald Trump am Team Harris/Walz also die Zähne ausbeißen? Walz repräsentiert auf authentische Weise das, was Trumps Running Mate J. D. Vance gern für sich beanspruchen würde. Doch Vance hat seinem Ziehvater bislang wenig Freude gemacht; schon wabern Gerüchte, sein Gönner könnte ihn in die Wüste schicken. 

Grund nervös zu sein, haben Trump und sein Team allemal: Erste Umfragen sehen Harris inzwischen in sechs von sieben Swing States – also jenen Staaten, in denen mal die Demokraten, mal die Republikaner die Nase vorn haben – vor Trump. Für die Demokraten wird es nun darum gehen, den Vorsprung auszubauen und zu stabilisieren. Mit Walz an der Seite kann Harris das gelingen.

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