Neue Freunde und eine spannende Zeit  Was sagt Blütenkönigin Leonie Landherr über ihre Amtszeit?

Rilana Kubassa
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Von Rilana Kubassa
| 05.08.2024 11:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Blütenkönigin Leonie Landherr wird ihren Titel bald übergeben. Foto: Ortgies
Blütenkönigin Leonie Landherr wird ihren Titel bald übergeben. Foto: Ortgies
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Bald wird in Wiesmoor ein neues Königshaus gewählt. Was denkt die amtierende Calendula I. über ihre Zeit als Königin und wie sieht sie die große Aufmerksamkeit für den ersten Blütenprinzen?

Wiesmoor - Blütenkönigin Leonie Landherr hat als Calendula I. nun bald ein Jahr Amtszeit hinter sich. Gemeinsam mit der Prinzessin Kim Schlüter und dem Prinzen Yannik Willms bildete die 24-Jährige seit dem vergangenen Jahr das Königshaus in Wiesmoor. Am 1. September wird ein neues Königshaus gewählt. Der Redaktion erzählte sie im Gartenpark in Wiesmoor, wie sie diese Zeit bisher erlebte und was sie aus den Erfahrungen mitnehmen wird.

Sie haben ja einen schönen Titel – Calendula, die Erste. Verbinden Sie etwas mit der Ringelblume?

Landherr: Mit der Ringelblumensalbe habe ich natürlich viel in meinem Beruf in der Pflege zu tun. Ich verbinde mit dem Namen der Blume aber immer das schöne Jahr, das nun bald hinter mir liegt.

Es wurde im Rahmen der Wahl ja sehr viel über den Prinzen berichtet, da er das erste männliche Mitglied im Königshaus ist. Hat Sie das gestört?

Landherr: Wir haben uns von Anfang an immer gleichgestellt. Da war nie die Frage, wer jetzt die goldene Krone trägt. Ich fand die Aufmerksamkeit für den Prinzen eigentlich gut, weil wir mit der Wahl ein Statement gesetzt haben, dass auch Männer gewählt werden können.

Was denken Sie über das letzte Jahr?

Landherr: Ich verbinde damit das schöne Jahr, das hinter mir liegt, aber auch meinen Pflege-Alltag. Es war eine aufregende Zeit. Ich habe viel erlebt, auch gemeinsam mit Yannik und Kim – wir sind in dieser Zeit richtig gute Freunde geworden. Das hat das Jahr noch besser gemacht. Wir hatten nur schöne Veranstaltungen und sind in dieser Zeit sehr zusammengewachsen.

Was waren besonders tolle Momente und Veranstaltungen in der Zeit?

Landherr: Das Blütenfest war toll, es so zu erleben. Die Wahl, der ganze Trubel um einen herum, das war sehr schön. Wir waren in unserer Partnergemeinde Budenheim, wo wir auch bei der Wahl des Könighauses dabei waren. Die Grüne Woche in Berlin war auch ein Highlight. Wir haben viele Leute dort kennengelernt. Wir waren in Berlin auch bei Christian Lindner.

Auf der Grünen Woche lernten die Wiesmoorer auch Cem Özdemir, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, kennen. Foto: privat
Auf der Grünen Woche lernten die Wiesmoorer auch Cem Özdemir, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, kennen. Foto: privat

Wie kam das?

Landherr: Eine Bekannte von Yannik arbeitet dort im Bundesministerium der Finanzen. Die hat uns gefragt, ob wir nicht mal vorbeikommen wollen.

Wie fanden Sie ihn?

Landherr: Er war super sympathisch. Er ist extra aus seinem Büro gekommen und hat uns begrüßt. Das ist ja nicht selbstverständlich.

Haben Sie auf der Grünen Woche auch besondere Personen getroffen?

Landherr: Ja, einige Politiker. Auf dem Niedersachsen-Abend haben sich die Vertreter des Landes und Politiker getroffen und den Abend verbracht. Da hat man gesehen, die Politiker sind ja auch nur Menschen so wie wir. Zum Beispiel Cem Özdemir, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.

Wie passten diese Termine und Veranstaltungen mit ihrer Arbeit in der Pflege zusammen? Konnten Sie das zeitlich gut zusammenbringen?

Landherr: Für die Grüne Woche habe ich mir Urlaub genommen. Ich arbeite in der Intensiv- und Beatmungspflege. Meistens weiß ich monatlich im Voraus, wenn Termine sind, die versuche ich mir freizuhalten und meine Arbeitszeiten entsprechend zu planen. Man braucht einen guten Kalender, aber das hat gut funktioniert. Die Patienten freuen sich auch, wenn ich was von den Veranstaltungen erzähle. Ich habe aber von Anfang an gesagt: Der Job geht vor. Deshalb war ich nicht bei allen Terminen dabei.

Ist das Amt der Blütenkönigin auch eine Abwechslung vom Job?

Landherr: Ich freue mich immer sehr auf die Termine, auch weil wir drei uns so gut verstehen. Ich spiele seit 17 Jahren auch Fußball beim VFB Germania Wiesmoor, das ist auch eine gute Abwechslung vom Arbeitsalltag.

Gab es auch mal etwas Unangenehmes?

Landherr: Als wir bei der Wahl auf dem Wagen in dem Korso gefahren sind, ist ein Reporter auf unseren Wagen gesprungen. Er hat uns richtig bedrängt. Das war nicht schön.

Was für Termine stehen noch bevor?

Landherr: Wir haben noch das Drachenbootrennen in Marcardsmoor am 17. August. Da stellen wir sogar eine eigene Mannschaft, das wollte mein Papa gerne machen. Wir fahren als Team „Calendula I.“. Freunde, Familie, Kim und ihre Familie und Yanniks Familie fahren auch mit. Dann kommen noch die Kandidatenvorstellung für die neue Wahl in Wiesmoor und das Mullberger Erntefest am 25. September.

Sind Sie traurig, dass es bald vorbei ist?

Landherr: Ja. Es sind auch schon die ersten Tränen bei mir gekullert. Aber ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich bin traurig, weil es eine Zeit ist, an die ich mich immer erinnern werde. Und wir drei werden immer Freunde bleiben. Aber es ist auch sehr zeitaufwendig. Ich habe so um die 50 Veranstaltungen gezählt, zu denen wir eingeladen waren.

Was nehmen Sie mit für die Zukunft aus diesem Jahr?

Landherr: Dass man immer offen sein sollte gegenüber Fremden. Wir haben in der Zeit viele fremde Menschen kennengelernt. Oft sind in den neuen Situationen gute Gespräche entstanden. Ich war zwar schon immer selbstbewusst – aber man wird auch selbstbewusster.

Wenn Sie die echte Königin von Wiesmoor wären, was würden Sie dann ändern?

Landherr: Ich finde eigentlich, dass Wiesmoor schön ist, wie es ist, für Jung und Alt. Deshalb würde ich wenig ändern wollen.

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