Sechs Neuzugänge  Vorfreude in Strudden ist nach dramatischem Saisonende groß

Heiner Steenhoff
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Von Heiner Steenhoff
| 02.08.2024 13:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Trainer Thilo Janßen (rechts) mit einem Großteil der Neuzugänge (von links): Co-Trainer Fabian Rose, Dennis de Vries, Henri Rogosik, Leon Henkel, Hendrik Schwarz und Ben Schrage. Foto: Steenhoff
Trainer Thilo Janßen (rechts) mit einem Großteil der Neuzugänge (von links): Co-Trainer Fabian Rose, Dennis de Vries, Henri Rogosik, Leon Henkel, Hendrik Schwarz und Ben Schrage. Foto: Steenhoff
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Der TuS Strudden war schon abgestiegen, durfte dann neu hoffen und nutzte die Chance. Doch es steht ein schweres Jahr in der Fußball-Bezirksliga bevor.

Strudden - Ein Wechselbad der Gefühle erlebte der TuS Strudden zum Saisonende der Fußball-Bezirksliga. Zunächst als Drittletzter vorzeitig abgestiegen, zog der SV Holtland, auf dem Relegationsplatz liegend, nach dem Ende der Saison seine Mannschaft zurück. In dem dann fälligen Relegationsspiel setzte sich die Elf von Trainer Thilo Janßen gegen den Ostfrieslandliga-Dritten TuS Strudden durch und blieb Bezirksligist. „Mit dem Verbleib in der Liga hatten wir nicht gerechnet,“ so Janßen. „Wir hatten schon seit dem Winter zweigleisig geplant und die Weichen für die nächste Saison in der Ostfriesland-Liga gestellt. Dann war die Vorfreude aber natürlich groß.“

Der Kader

Zugänge: Leon Henkel (SV Gödens), Dennis de Vries (Bentstreeker SV), Hendrik Schwarz (SV Hinrichsfehn), Henri Rogosik (3. Herren).

Abgänge: Patrick Breu, Patrick Janssen.

Tor: René Breu, Tim Hyda.

Abwehr: Rasmus Harms, Marvin Bendig, Ubbe Rickels, Felix Schmidt, Noah Willms, Hendrik Schwarz, Aiko Wilken, Dennis de Vries.

Mittelfeld: Tom Mammen, Leon Henkel, Henri Rogosik, Florian Eilts, Tom Lauw, Johannes Schmidt, Dennis Heinemann, Andre Plorin.

Angriff: Ben Schrage, Michael Grünjes, Joshua Willms.

Trainer: Thilo Janssen (seit: Juli 2023).

Saisonziel: Klassenerhalt.

Meisterschaftsfavoriten: SpVg Aurich, TuS Esens, SV Großefehn, TuS Pewsum.

Veränderungen im Kader

Fünf Nachwuchsspieler verstärken den Kader des TuS Strudden, bestehend aus 21 Spielern. „Alle Spieler kommen aus der Gemeinde“, betont Thilo Janßen. Er sieht die Stärken seines Teams dann auch vor allem in der Kameradschaft und der mannschaftlichen Geschlossenheit und ergänzt: „Es wurden bei uns keine Transfers getätigt, die uns sofort weiterbringen werden. Ein bisschen Anlaufzeit werden wir brauchen.“ Da alle Neuzugänge in der Vergangenheit, ob im Jugend- oder im Herrenbereich, schon einmal in Strudden aktiv waren, sind dem Trainer die neuen Spieler schon vor dem Wechsel bekannt gewesen.

Neben der Verjüngung des Kaders, hat Janßen in allen Mannschaftsbereichen Alternativen dazu bekommen. Vor allem freut er sich darüber, dass jetzt drei „richtige“ Innenverteidiger zur Verfügung stehen. Aufgrund dieser Tatsache wird er „nur“ noch Trainer sein. Nicht mehr zur Verfügung stehen Patrick Breu (Trainer TuS Strudden II) und Patrick Janssen (aus Verletzungsgründen aufgehört). Und auch auf Felix Schmidt, der ein Studium begonnen hat, kann Thilo Janßen nur noch kurzfristig und in der Saison höchstens sporadisch zurückgreifen.

Der Trainer

Mit gerade 30 Jahren ist Thilo Janßen einer der jüngsten Bezirksliga-Trainer der Klasse. „Ich werde mich weiterhin fit halten und wenn es notwendig sein sollte, auch spielen,“ sagt Janßen, der seit 2016 im Herrenbereich des TuS Strudden aktiv ist. „Jugendtrainer war ich hier schon seit 2017. Im vergangenen Jahr bin ich dann gefragt worden, ob ich die Herren-Mannschaft übernehmen wolle.“ Dies lehnte er zunächst ab. „Mir war es damals wichtig, dass jemand meine B-Jugend übernimmt. Als dann ein guter Trainer gefunden wurde, bin ich noch einmal gefragt worden und habe dann zugesagt.“

Sein Hauptaugenmerk als Trainer, so Janßen, liegt darin, „Fußball zu spielen“ und gezielt Torchancen herauszuarbeiten. „Wir wollen versuchen, den Ball hoch zu erobern und erreichen, dass die erzielten Tore keine Zufallsprodukte sind.“

Die eigenen Ziele

Dass der TuS Strudden erneut vor einer schwierigen Saison steht, weiß Trainer Janßen. „Wir müssen schnell die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt einsammeln.“ Und zum Ende der Saison sollten dann mindestens drei Mannschaften hinter dem TuS stehen. Beim Blick auf die Konkurrenz in der Bezirksliga fällt es Janßen nicht leicht, festzustellen, welche Mannschaften das sein könnten. Aber den Abstiegskampf von vornherein aufgeben, ist kein Thema. Auch wenn die letzten Spiele vor dem Saisonbeginn nicht so wirklich gut gelaufen sind. „In der Vorbereitung sind wir aber oftmals nur mit zwölf Spielern angetreten“, so Janßen. „So kurz vor der Saison stehen jetzt alle Spieler zur Verfügung.“

Mit dem neuen Co-Trainer Fabian Rose sowie dem demnächst zur Verfügung stehenden Kunstrasenplatz ändern sich die dann auch die Rahmenbedingungen zum Positiven. Sorgen bereitet Janßen aber eine andere Tatsache. „Was uns früher ausgezeichnet hat, den unbedingten kämpferischen Einsatz, haben wir ein wenig verloren. Daran müssen wir arbeiten“, so Janßen.

Zu den Favoriten auf die Meisterschaft zählen für Janßen die Sportvereinigung Aurich, der TuS Esens, der TuS Pewsum und der SV Großefehn.

Unsere Prognose

Der TuS verfügt über eine junge Mannschaft und einen jungen Trainer, alles sehr positive Werte für die Zukunft. Aber wie Trainer Janßen sagt, Talent bringt keine Punkte, gehört zum Klassenverbleib mehr. Die Konkurrenz hat sich zum Teil gut verstärkt und weist vor allem viel Erfahrung auf.

Nur wenn sich die jungen TuS-Spieler schnell an das Niveau der neuen Liga anpassen können, das nötige Glück dazukommt, wird es möglich sein, sich am Saisonende oberhalb des Abstiegsbereiches zu platzieren.

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