Akkermanns Ansichten  Olympia, Politik und Business

| 25.07.2024 13:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die Olympischen Spiele in Paris stehen an. Gelegenheit, auf die Geschichte dieses sportlichen Wettstreits zurückzublicken. Dabei ging es schon in der Antike knallhart zu.

Der Zugang zum antiken Stadion von Olympia wurde von mindestens 17 überlebensgroßen Statuen flankiert. Diese wurden von Athleten gestiftet, die der Bestechung überführt wurden. Nur der Sieg zählte, der Zweite wurde ausgelacht. Der reine Amateur für Ruhm und Ehre ist Idealisierung. Für die Stadt des Athleten war der Sieg ein enormer Prestigegewinn, der mit Reichtümern und lebenslanger Steuerfreiheit belohnt wurde. In der Antike war olympischer Sport knallhartes Profigeschäft. Ebenfalls Legende ist, die Griechen hätten für die Spiele ihre Kriege unterbrochen. Wie heute fanden die Wettkämpfe trotz der zahlreichen Kriegshandlungen statt. Nur weil die Stadt Olympia allen als heilig galt, hatten die Reisenden zu den Spielen freies Geleit.

So gesehen hat sich nicht viel verändert und die neuzeitlichen olympischen Ideen von Völkerverständigung und Fairness gerieten immer wieder in Gefahr. Im Laufe der Geschichte gab es grandiosen Sport, berührende olympische Momente, etwa als der Franzose Duquesne seinem Konkurrenten Nurmi nach Sturz am Wassergraben aufhalf und sie gemeinsam ins Ziel liefen.

Die Kasse muss stimmen

Die Faszination besteht darin, dass sich Menschen abseits von kriegerischen Handlungen im Wettkampf messen wollen und dass es weniger Begabte gibt, die ihnen gerne dabei zusehen. Sie freuen sich mit ihren Helden, leiden mit ihnen und beschimpfen sie zuweilen. Dieses menschliche Grundbedürfnis wird vom IOC häufig missbraucht, um sich Diktaturen und Autokraten anzubiedern. Nur die Kasse muss stimmen. Hitler erhielt 1936 die Gelegenheit, der Welt mit Olympia in Berlin vorzugaukeln, dass das mit dem Nationalsozialismus alles halb so wild sei. Mit Hilfe seines Freundes, des IOC-Präsidenten Thomas Bach, durfte Putin die ersten Winterspiele in der subtropischen Zone durchführen und die Vorbereitungen zur Krim-Annexion verschleiern.

Ob man solche Überlegungen verdrängen kann, muss jeder selbst entscheiden. Wer es kann, wird bei „Paris 2024“ tollen Sport, gerade auch in Randsportarten erleben und viele emotionale Momente. Das eine oder andere medizinische Wunderwerk wird ebenfalls dabei sein. Das IOC ficht das ohnehin nicht an. Hier zählt nur das Motto des ehemaligen Vorsitzenden Avery Brundage anlässlich des tödlichen Terroranschlags in München 1972: „The games must go on!“

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