Halbfinale im Ostfrieslandpokal  Überraschung ist perfekt – Süderneuland steht im Finale

Ahlrich Folkerts und Sören Siemens
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Von Ahlrich Folkerts und Sören Siemens
| 24.07.2024 22:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bernd Janssen hat den Süderneulander SV nun ins Ostfrieslandpokal-Finale geführt. Foto: Weers
Bernd Janssen hat den Süderneulander SV nun ins Ostfrieslandpokal-Finale geführt. Foto: Weers
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Der Ostfrieslandligist setzte sich vor mehr als 400 Zuschauern mit 3:1 gegen den Mitfavoriten SV Großefehn durch. Es war ein intensives Spiel, samt Roter Karte. Der SSV kann nun für ein Novum sorgen.

Süderneuland - Der Süderneulander SV steht überraschend im Finale um den Ostfrieslandpokal. Als erster Ostfrieslandligist können die Norder nun am Samstag, 27. Juli, den prestigeträchtigen und mit allerlei Prämien gefüllten Pokal gewinnen, nachdem sie am Mittwoch, 24. Juli, den favorisierten Bezirksligisten SV Großefehn im Halbfinale mit 3:1 besiegt hatten. Auf dem Auricher Ellernfeld trifft Süderneuland am Samstag um 18 Uhr auf den Bezirksligisten TuS Pewsum, der sich nach drei Auswärtssiegen in Hage, Firrel und Bunde mit einer starken Serie für das große Endspiel qualifiziert hat. Ob Süderneulander SV oder TuS Pewsum – es wird am Samstag einen neuen Titelträger geben. Schon wieder. Vergangene Saison siegte der SV Wallinghausen überraschend – im Finale beim SV Großefehn.

Wessen Name wird als nächstes auf den Pokal graviert? Foto: Weers
Wessen Name wird als nächstes auf den Pokal graviert? Foto: Weers

Viele gingen nach den souveränen Großefehner 3:0-Siegen gegen Tura 07 Westrhauderfehn und bei Landesliga-Aufsteiger Germania Leer davon aus, dass Großefehn nun auch durch die Final-Tür gehen würde. Doch der SSV stellte sich mit viel Herz, Einsatz und Klasse dazwischen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die nicht unverdient gewonnen hat und nun im Finale steht“, sagte ein überglücklicher SSV-Trainer Bernd Janssen, der Samstag nun auf seinen Ex-Verein TuS Pewsum trifft.

Mehr als 400 Zuschauer

Vor der schönen Kulisse von mehr als 400 Zuschauern stellte der Außenseiter in der ersten Halbzeit die Weichen auf Sieg. Zwar besaß der SVG durch Alexander Geis (10.), der schon nach 21 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste, und Klaas Bikker (17.) erste Chancen. Doch dann wurde es laut auf der SSV-Anlage. Der freigespielte Ole Kutscher traf herrlich aus 16 Metern mit einem Schuss unter die Latte zum 1:0 (23.). Lennard Martens wäre dann kurz darauf fast der Ausgleich gelungen – und einige Sekunden später stand es schon 2:0.

Spieldaten

Süderneuland: Jenssen; Hellmers (65. Carstens), Meier, Sylla (82. Ogbaide), Kutscher (73. Yalcin), Diab (69. Böckmann), Carstens, H. Herlyn, Harmens, Fischer, Konken.

Großefehn: Kuschel; Janssen (37. Fleßner), Neemann (37. King), Wulff, Freudenberg, Booms (80. Tamoyan), Aden, Bikker, Martens, Adam, Geis (21. Gerdes).

Tore: 1:0 Kutscher (23.), 2:0 Fischer (28.), 2:1 Adam (58.), 3:1 Ogbaide (90.).

Im Gegenzug verwertete Kapitän Sven Fischer eine Hereingabe aus kurzer Distanz zum 2:0 (28.). Und dann wäre fast noch das 3:0 gefallen. Erst scheiterte Aboubacar Sylla mit einem Schuss an SVG-Keeper Dennis Kuschel, dann setzte er den abgewehrten Ball per Kopf aus sechs Metern über das Tor (33.).

SVG wechselt vor der Pause

SVG-Trainer Bi Le Tran wechselte daraufhin schon zweimal. Sein Team besaß gegen stark verteidigende Gastgeber vor der Pause noch eine Schusschance durch Holger Wulff und erzielte durch Kay Gerdes ein Abseitstor. Auf der anderen Seite landete der Ball nach einem Freistoß von Fadel Diab am Pfosten. „Wir wussten, dass es kein leichtes Spiel wird und haben auch gewarnt. Manchmal ist es aber auch leichter gesagt als getan“, sagte Bi-Le Tran.

Sven Adam erzielte den Anschlusstreffer. Foto: Archiv
Sven Adam erzielte den Anschlusstreffer. Foto: Archiv

Sein Team kam jedenfalls energisch aus der Kabine und war willens, das Spiel noch zu drehen. Holger Wulff zwang SSV-Keeper Jesse Jenssen dann direkt zu einer Parade (48.), Janek Freudenberg traf den Pfosten (53.). Aber auch Ole Kutscher hatte zwischendurch eine gute Chance für den Gastgeber (52.).

Entscheidung und Rote Karte

Doch den Ton gab in dieser Phase klar der Gast an, der dann auch belohnt wurde. Sven Adam scheiterte nach einer Ecke per Kopf erst an Jenssen, staubte dann direkt zum 2:1 ab (58.). Erst ab der 70. Minute konnte der Gastgeber wieder für Entlastung sorgen und hatte durch Johannes Yalcin auch direkt eine Möglichkeit. Die größte Ausgleichschance besaß dann Klaas Bikker, der freistehend aber weit über das Tor schoss (80.).

Die Entscheidung fiel dann in der 90. Minute. Nach einem schlimmen Fehlpass in der SVG-Defensive ließ sich John Ogbaide die Chance nicht nehmen und nahm das „Geschenk“ dankend an zum 3:1 (90.). Im teils hitzigen Spiel sah Süderneulands Jan-Lasse Carstens wegen einer Tätlichkeit dann noch die Rote Karte (93.).

„Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht und uns mehr versprochen. Aber der SSV hat es auch gut gemacht“, sagte SVG-Trainer Bi-Le Tran und lobte den Überraschungs-Finalisten aus Süderneuland. Trainer Bernd Janssen fasste den Abend und die bisherige Ostfriesland-Cup-Reise mit einem Wort zusammen: „Überragend.“

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