Serie „Unsere Urlauber“ Radtouristen aus Dänemark sind ganz angetan von Leer
Urlaub in Ostfriesland ist beliebt. Doch wer sind die Menschen, die jedes Jahr kommen. In einer Serie stellen wir einige von ihnen vor. Heute: die Familie Obel aus Aarhus in Dänemark.
Weener - „In Oostfreeslang mag ik wesen, anners nargens lever wesen“, so heißt es in der Ostfriesland-Hymne. Tausende Ostfriesinnen und Ostfriesen können nicht irren. Noch mehr Urlauber, die jedes Jahr in die Region kommen, noch viel weniger. Urlaub im eigenen Land liegt voll im Trend, das zeigen auch die Buchungszahlen der Touristiker in der Region. „Auch das Festland ist inzwischen ein beliebtes Reiseziel“, sagt Kurt Radtke, Geschäftsführer der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“. Urlaub in Ostfriesland ist cool. Davon profitiert die gesamte Region. „Allein auf dem Festland bringt der Ostfriesland-Tourismus rund 148 Millionen Euro im Jahr ein. Die Menschen, die hier ihre Verwandtschaft besuchern, sind in dieser Zahl noch nicht einmal berücksichtigt. „Mit denen sind es wohl eher 200 Millionen Euro“, so Radtke und bezieht sich dabei auf aktuelle Erhebungen.
Nicht einmal das wechselhafte Wetter kann die Menschen aufhalten, die die schönste Zeit des Jahres an der Nordseeküste und im Binnenland verbringen wollen. Die Region lockt aber auch Urlauber aus dem Ausland an, nicht nur aus den benachbarten Niederlanden. Wer sind die Menschen, die hier zu Gast sind? Diese Zeitung stellt in der Ferienzeit Touristen aus dem Landkreis Leer vor. Die Urlauber erzählen, wer sie sind, wo sie ihren Urlaub verbringen und was sie an Ostfriesland am meisten schätzen. Diesmal die fünfköpfige Familie Obel aus dem dänischen Aarhus, die mit dem Fahrrad in ganz Ostfriesland unterwegs ist.
Wer sind Sie?
Morten und Mia Obel sind mit ihren drei Söhnen Esben, Hjalmer und Magne in Ostfriesland unterwegs. Die fahrradbegeisterte Familie kommt aus Aarhus in Dänemark. „Wir sind mit dem Auto nach Deutschland gefahren unser Start- und Zielpunkt ist Greven“, erzählt Morten Obel, der in Aarhus einen Kindergarten leitet. Seine Frau Mia ist Lehrerin. Daher haben beide Zeit für ausgedehnten Urlaub mit dem Fahrrad. „Aarhus war 2017 Europas Kulturhauptstadt“, erzählt Morten Obel. In der Stadt gebe es sowohl einen Strand als auch einen Wald. „Wir wohnen ziemlich zentral, aber wir sind in fünf Minuten mit dem Fahrrad am Strand.“ Vor dreieinhalb Wochen sind die Obesl gestartet. Bis Freitag vergangener Woche hatten sie mit ihren Fahrrädern bereits 1100 Kilometer zurückgelegt. Übrigens ohne Unterstützung eines Elektromotors.
Wo kommen Sie unter?
Hotels sind nicht das richtige Quartier für die Familie, weil nach einer Übernachtung gleich die nächste Etappe ansteht. Am Tag werden täglich etwa 80 bis 100 Kilometer zurückgelegt. „Unsere Zelte haben wir immer mit dabei“, sagt Mia Obel. Die Familie übernachtet bei ihrer Fahrradrundreise durch Ostfriesland auf Campingplätzen. „Die Qualität und Ausstattung der Plätze ist sehr unterschiedlich“, sagt die weitgereiste Dänin. In besonders guter Erinnerung geblieben ist der Familie der Campingplatz in Timmel. „Wir konnten direkt im Timmeler Meer baden“, erzählt sie.
Was gefällt Ihnen am besten an Ostfriesland?
Die Familie hat schon viele Länder und Regionen mit dem Fahrrad bereist. Was ihnen am besten an Ostfriesland gefalle, sei schwer zu sagen, weil ihnen so viel positiv aufgefallen ist. Hjalmer ist ein Eiscafé in Emden in guter Erinnerung geblieben, seinen Eltern gefiel die Stadt Leer mit ihrer historischen Altstadt besonders. Mit Abstand das Beste an Ostfriesland sei das Radwegenetz. „Die Touren, die man hier machen kann, sind toll.“ Mit Blick aufs Wattenmeer die Küste entlang zu fahren sei fantastisch. „Im Frühjahr waren wir in England und wollten eigentlich mehrere Wochen dort verbringen“, berichtet Morten Obel. Nach drei Tagen seien sie aber frustriert wieder abgereist. „Die Straßen waren dort so schmal, dass das Fahrradfahren stellenweise richtig gefährlich war.“