Bloß nicht in den Restmüll Akku kaputt – so werden sie richtig entsorgt
Immer mehr Haushaltsgeräte und Fahrräder sind Akku betrieben. Wenn sie kaputt gehen, müssen sie richtig entsorgt werden. Denn sonst wird es auf der Deponie gefährlich, meldet auch der Kreis Leer.
Landkreis Leer - Eigentlich soll es losgehen. Die Sonne scheint, der Rasen ist gemäht, jetzt nur noch die Kanten schneiden. Doch der praktische Kantenschneider ohne Kabel macht keinen Laut. Der Akku des Geräts hat das Zeitliche gesegnet.
Egal ob Rasenkantenschneider, Heckenschere, Rasenmäher oder Fahrrad – immer mehr Geräte im Handel sind mit Akkus ausgestattet. Auch aus Smartphones, Kopfhörer, E-Book-Reader oder Tablets sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch irgendwann geben sie den Geist auf. Auch im Landkreis Leer steigt die Zahl der Akkus und somit auch die Zahl der nicht mehr funktionierenden Energie-Spender. „Vereinzelt werden auch schon komplette E-Bikes und auch einzelne Akkus in Breinermoor abgegeben“, erklärt ein Landkreissprecher auf Nachfrage. Wie werden die Akkus richtig entsorgt – hier ein paar Möglichkeiten, wie man es macht und was nicht geht.
Einfach in den Restmüll?
Auf gar keinen Fall. Davor warnt auch der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreis Leer. „Alte Batterien und Akkus können Brände auslösen und gehören deshalb nicht in den Hausmüll oder in Restabfallcontainer“, erklärt der Landkreis. Zu Jahresbeginn hatten innerhalb von drei Tagen vermutlich Lithiumbatterien zweimal ein Feuer auf der Deponie in Breinermoor verursacht. Zuerst standen Abfälle in einem Container in Brand, beim zweiten Mal fing ein Restmüllsack auf der Umschlaganlage Feuer. Die Brandgefahr bestehe auch schon dann, wenn die Batterien zu Hause in den grauen Restmüllsack geworfen werden.
Zurück zum Händler?
Das ist eine Möglichkeit. Ausgediente Batterien können in Geschäften und in Elektromärkten, die Batterien verkaufen, wieder abgegeben werden. Diese sind auch verpflichtet, die Batterien und Akkus wieder entgegenzunehmen. Wer alte Batterien und Akkus abgeben möchte, sollte darauf achten, dass diese weitgehend entladen sind und die Pole von Lithiumbatterien abgeklebt werden, rät der Landkreis Leer.
Auf den Wertstoffhof?
Kommt drauf an. Bei der Schadstoffsammelstelle auf der Deponie Breinermoor und auf der Abfallumschlaganlage Borkum können die Akkus abgegeben werden. Bei den Wertstoffhöfen in den Gemeinden, zum Beispiel in Hesel, Uplengen oder Moormerland ist eine Abgabe nicht ohne weiteres möglich. „Auf den externen Wertstoffhöfen werden einzelne Akkus nicht angenommen. Ausnahme: Der Akku befindet sich noch im Gerät; wenn etwa der Akku noch im Akkuschrauber steckt und somit vom Gehäuse vor Überspannungsschäden geschützt wird“, teilt der Landkreis auf Nachfrage mit. Das führe hin und wieder auch zu Diskussionen mit den abgebenden Kunden. „Wenn man es erklärt, warum es nicht möglich ist, zeigen die Anlieferer in der Regel Verständnis“, so ein Landkreissprecher. Für die Gemeinden gibt es die mobilen Schadstoffsammlung. Die Termine dafür sind online unter www.landkreis-leer.de/mobile-schadstoffsammlung einsehbar.
So lebt der Akku länger
Die Lebensdauer eines Akkus kann durch richtige Pflege und Wartung erheblich verlängert werden. Akkus sollten weder vollständig entladen noch überladen werden, rät der TÜV in einer aktuellen Pressemitteilung. Der ideale Ladezustand liegt zwischen 30 und 70 Prozent. „Verbraucherinnen sollten ausschließlich qualitativ hochwertiges Zubehör verwenden, das mindestens über das CE-Kennzeichen, besser noch über das GS-Zeichen oder ein Siegel einer unabhängigen Prüforganisation wie der TÜV verfügt“, sagt Dr. Hermann Dinkler, Brandschutzexperte beim TÜV-Verband. Die Schnellladefunktion sollte nur mit Originalzubehör genutzt werden, da sonst die Lebensdauer der Akkus beeinträchtigt werden kann. Bei Beschädigungen am Gehäuse sollte sofort ein Fachmann aufgesucht werden.