Südeuropa  Hitzewelle in Südeuropa: Wo Touristen gerade extreme Temperaturen erwarten

Eva Dorothée Rasch
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Von Eva Dorothée Rasch
| 17.07.2024 12:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ohne Ventilator ist die Hitze in Griechenland derzeit kaum erträglich. Auch in anderen Urlaubsländern ist es sehr heiß. Foto: Imago/ZUMA Press Wire/Aristidis Vafeiadakis
Ohne Ventilator ist die Hitze in Griechenland derzeit kaum erträglich. Auch in anderen Urlaubsländern ist es sehr heiß. Foto: Imago/ZUMA Press Wire/Aristidis Vafeiadakis
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Der Sommer in Deutschland ist bisher durchwachsen. Ganz anders in einigen beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Kroatien: Dort haben die Menschen gerade mit extremer Hitze zu kämpfen. Wo sich Touristen auf über 40 Grad einstellen müssen.

Seit Anfang Juli hat eine Hitzewelle weite Teile Europas erfasst. Laut aktuellen Wetterprognosen könnte diese noch bis Ende des Monats anhalten. Historische Höchsttemperaturen von über 40 Grad Celsius wurden bereits in vielen Ländern in Süd- und Osteuropa verzeichnet und weitere Rekorde werden erwartet.

Das anhaltend heiße Wetter wird durch eine Hitzekuppel, einen sogenannten Heat Dome verursacht. Das ist ein Wetterphänomen, bei dem ein Hochdruckgebiet eine große Menge warmer Luft über einem Gebiet einschließt. Dies verhindert die Entstehung von Wolken und Regen, wodurch die Temperaturen weiter steigen. Die Hitzekuppel wirkt wie ein Deckel, der die heiße Luft am Boden hält und so die Temperaturen weiter in die Höhe treibt.

Wo sich Reisende derzeit konkret auf extreme Temperaturen einstellen müssen:

Italien bereitet sich auf die heißeste Woche des Jahres vor. Wie das italienische „Il Meteo“ berichtet, wird ein afrikanisches Hochdruckgebiet immer stärker und könnte in den kommenden Tagen für neue Hitzerekorde sorgen.

In Rom wird die 40-Grad-Marke voraussichtlich zwischen Donnerstag und Samstag geknackt. In Foggia und Taranto in Apulien werden 42 Grad erwartet. In den Regionen Marken, Umbrien und Venetien wird es bis zu 38 Grad heiß. Für Rom, Bologna und Florenz wurde Alarmstufe Rot ausgerufen.

In Verona wurden am Mittwoch bei 35 Grad am Nachmittag die Rasensprenger in öffentlichen Parks angestellt, damit sich Passanten etwas abkühlen können. Touristen wurden ermuntert, in öffentliche Brunnen zu steigen.

Griechenland hat derzeit mit ähnlich hohen Temperaturen zu kämpfen. In Athen wurden am Mittwoch 43 Grad gemessen. Das Kulturministerium hat Griechenlands meistbesuchte Touristenattraktion, die Athener Akropolis, deshalb zeitweise geschlossen. Auch nachts herrschen Temperaturen von über 30 Grad. Wegen der hohen Temperaturen verformten sich etwa die Gleise der Vorstadtbahn der Hafenstadt Patras. Zudem bereitet die Waldbrandgefahr Sorgen, betroffen sind unter anderem die Inseln Lesbos, Chios, Psara und Kreta.

Für Kroatien besteht derzeit eine Extremwetter-Warnung wegen große Hitze. Die Temperaturen liegen über 35 Grad. Auch die Adria verspricht keine große Abkühlung: Am Dienstag wurde bei Dubrovnik eine Meerestemperatur von 29,7 Grad gemessen – das ist neuer Rekord. Auch an anderen Stellen wird das Wasser wärmer: Keine Messstelle meldete Temperaturen unter 26 Grad. Die Folge: Es kann zu einer Algenblüte kommen, die als Schleim an die Strände angeschwemmt wird. Auch Quallen profitieren vom warmen Wasser und können sich vermehren.

Ebenfalls auf einen neuen Rekord könnte Meteorologen zufolge das benachbarte Serbien zusteuern. Hier verzeichneten am Dienstag mindestens zehn Städte über 39 Grad. In Bosnien-Herzegowina riefen Behörden die Bewohner auf, Aktivitäten im Freien einzuschränken und auf Reisen während des Tages zu verzichten. In Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, hat ein Team des Fernsehsenders N1 auf einem Spielplatz mit Wärmebildkamera nach eigenen Angaben eine Oberflächentemperatur von 70 Grad gemessen.

Zu schaffen macht die Hitze auch der Feuerwehr in Nordmazedonien, die seit mehreren Tagen einen Brand in unzugänglichem Gebirge bekämpft. Mehrere Hundert Hektar Wald wurden Medienberichten zufolge bereits zerstört. 

Die amtliche spanische Wetteragentur Aemet warnt fast flächendeckend vor „extrem hohen Temperaturen“ in Spanien, die rund eine Woche anhalten sollen. Die Wetterexperten haben ein sehr großes, stabiles Hochdruckgebiet über Algerien ausgemacht. Dieses legt sich mit sehr viel, sehr heißer Luft über die Iberische Halbinsel.

In den nächsten Tagen werden rund um Córdoba, Sevilla, dem Tal des Guadalquivir insgesamt, aber auch im Ebro- sowie im Tajo-Tal und rund um den Guadiana Höchstwerte von bis zu 44 Grad erwartet. Mehr als 40 Grad werden in einem Dutzend Provinzen Standard, um die 40 Grad oder knapp darunter im Rest des Binnenlandes, einschließlich der Hauptstadt Madrid.

Für Samstag gilt auch in der gesamten Provinz Alicante, also auch an der Costa Blanca, die zweithöchste Wetterwarnung mit Höchsttemperaturen von bis zu 41 Grad.

Auch in Bulgarien gibt es derzeit täglich Hitzewarnungen, denn die Temperaturen liegen um die 40 Grad. Das gilt vor allem für den Süden des Landes, wo es auch schon einige Waldbrände gibt. Es wird befürchtet, dass das Feuer auf die Türkei übergreifen könnte. Die Meteorologen sehen vorerst kein Ende der Hitzewelle.

mit Material von KNA und dpa

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