Ostfriesland-Cup  Uplengen verpasst Sensationssieg gegen Leer

Helmut Borgmann und Maren Stritzke
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Von Helmut Borgmann und Maren Stritzke
| 14.07.2024 18:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Rund 100 Zuschauer sahen sich das Achtelfinalspiel in Remels an. Die Ostfrieslandliga-Fußballer vom VfB Uplengen (rote Trikots) hielten gegen Germania Leer gut mit. Foto: Emden, Doden
Rund 100 Zuschauer sahen sich das Achtelfinalspiel in Remels an. Die Ostfrieslandliga-Fußballer vom VfB Uplengen (rote Trikots) hielten gegen Germania Leer gut mit. Foto: Emden, Doden
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Nach einem 0:2 kämpfte sich der Fußball-Ostfrieslandligist furios zurück. Dem VfB gelang der Ausgleich – es folgte das Elfmeterschießen. Das gewannen die Leeraner dank ihres eingewechselten Keepers.

Remels - Der VfB Uplengen hat einen Sensationssieg nur knapp verpasst: Im Achtelfinalspiel des Ostfriesland-Cups kämpfte sich der Fußball-Ostfrieslandligist gegen den Landesliga-Aufsteiger Germania Leer nach einem 0:2-Rückstand furios zurück. Die Gastgeber aus Remels schafften den Ausgleich – und zwangen die Leeraner ins Elfmeterschießen. Die rund 100 Zuschauer bekamen einen Elfer-Krimi geboten, der mit einem Sieg der Gäste endete. Germania Leer steht nach dem 6:5-Zittersieg im Viertelfinale des hoch dotierten Fußballturniers.

„Meine Mannschaft hat überragend gekämpft und ein tolles Spiel geboten“, war Uplengens Trainer Carsten Gündel nach dem Abpfiff voll des Lobes. Sechs seiner Spieler waren am Samstag sogar noch Hochzeit feiern, der frischgebackene Ehemann – und Erste-Herren-Spieler – Yanneck Wientjes verzichtete aber auf einen Einsatz am Sonntag-Nachmittag.

Eigentor führte zum 0:1

Ein Klassenunterschied war in der ersten Hälfte kaum erkennbar. Die Gastgeber nutzten ihren Vorteil auf dem heimischen Kunstrasenplatz und machten ihre Sache richtig gut. Die erste Torchance verzeichneten aber die Gäste: Nach guter Vorarbeit von Germanias Neuzugang Roman Antonenko nahm Daniel Butau den Ball an, schoss das Leder aber knapp neben das VfB-Gehäuse (16.). Im Anschluss vergab Uplengens Lukas Berghaus gleich zweimal. Beim ersten Mal bekam er in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig unter Kontrolle, in der 22. Minute schoss er nach einer Ecke das Leder über das Tor. Wenig später versuchte es Antonenko aus elf Metern aus der Drehung. Der Ukrainer scheiterte aber am VfB-Keeper Malte Cramer, der in dieser Szene eine überragende Reaktion zeigte und den Ball im letzten Moment aus der kurzen Ecke fischte. Keine Chance hatte Cramer bei der anschließenden Szene: Nach einem scharf getretenen Eckball von Zolfaqhar Nazari sprang das Leder unglücklich am Knie des Uplengeners Noah Justin Arebu ab und landete zum 0:1 im Tor (33.). Die knappe Leeraner Führung hielt bis zur Pause.

Germania Leer führte bis zur 70. Minute mit 2:0. Foto: Emden, Doden
Germania Leer führte bis zur 70. Minute mit 2:0. Foto: Emden, Doden
Nach dem Wiederanpfiff kam Germania Leer etwas stärker aus der Kabine. Nach einem Steilpass von Nick Kaßmann behielt Antonenko vor Uplengens Torwart die Nerven und traf – aus abseitsverdächtiger Position – zum 0:2 (5:1). Wenige Minuten später hätte es 0:3 für Germania stehen können. Der Kopfball von Steven Torres wurde im letzten Moment aber auf der Linie geklärt.

Romanowski: „Im Elfmeterschießen hatten wir Glück“

Nach gut 60 Minuten kam der VfB immer besser ins Spiel, vor allem der eingewechselte Leroy Timmer sorgte für Gefahr im Angriff. Der Kampfgeist der Gastgeber führte schließlich zum Anschlusstreffer. Hendrik Jünkes Diagonalpass erreichte VfB-Kapitän Julian Marchlewitz, der den Ball über Germanias Keeper Florian Demhartner lupfte – 1:2 (71.). In der 78. Minute fiel schließlich der Ausgleichstreffer. Mit einem strammen Schuss aus rund 20 Metern erzielte Hendrik Jünke den viel umjubelten Treffer zum 2:2.

Kurz vor dem Abpfiff wechselte Germania Leer den Torwart – in weiser Voraussicht aufs Elfmeterschießen. Für Demhartner kam Tobias Wilms, der den Leeranern letztlich den Sieg sicherte. Nach dem 5:5 im Elfmeterschießen hielt Wilms den Schuss von Leroy Timmer. Im Anschluss verwandelte Zolfaqhar Nazari den entscheidenden Elfmeter zum 6:5-Erfolg für Germania.

Spieldaten

VfB Uplengen: Cramer; Börgmann, H. Jünke, Lütje, Berghaus, Marchlewitz, Delchmann (90. Terviel), Ediz (60. Wünsche), Seiffart, Arebu (69. Timmer), Sandersfeld (77. F. Jünke).

Germania Leer: Demhartner (90.+1 Wilms), Torres, Yobouet (46. Kruth), Antonenko (69. Walocha), Kaßmann, Nazari, Martian, Butau, Cesnocov, Guzun, Sabbat.

Tore: 0:1 Eigentor Arebu (33.), 0:2 Antonenko (51.), 1:2 Marchlewitz (71.), 2:2 H. Jünke (78.).

Elfmeterschießen: 3:2 H. Jünke, 3:3 Kaßmann, 4:3 Berghaus, 4:4 Guzun, Uplengens Marchlewitz schießt drüber, Torres scheitert an Cramer, 5:4 Terviel, 5:5 Walocha, Uplengens Timmer scheitert an Wilms, 5:6 Nazari.

Leers Co-Trainer Jörg Romanowski, der den im Urlaub weilenden Coach Erhan Colak vertrat, sagte nach dem Elfmeter-Drama: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und Uplengen nach 60 Minuten ins Spiel kommen lassen. Im Elfmeterschießen hatten wir Glück, unterm Strich haben wir uns das Weiterkommen aber verdient.“

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