Osnabrück  Taylor Swift für Anfänger: Doku „The True Story of Taylor Swift“ in ZDF Mediathek

Frank Jürgens
|
Von Frank Jürgens
| 07.07.2024 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die erfolgreichste Tournee aller Zeiten: Mit der „Eras Tour“ reist Taylor Swift 2023 und 2024 um die ganze Welt und nimmt mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. „The True Story of Taylor Swift“. Ab 07. Juli in der ZDF Mediathek. Foto: ZDF und 2023 Copyright Entertain Me Publishing LTD.
Die erfolgreichste Tournee aller Zeiten: Mit der „Eras Tour“ reist Taylor Swift 2023 und 2024 um die ganze Welt und nimmt mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. „The True Story of Taylor Swift“. Ab 07. Juli in der ZDF Mediathek. Foto: ZDF und 2023 Copyright Entertain Me Publishing LTD.
Artikel teilen:

Am 17. Juli kommt Taylor Swift mit ihrer „Eras-Tour“ nach Deutschland. Zur Einstimmung zeigt die ZDF Mediathek die Doku „The True Story of Taylor Swift“. Ein guter Einstieg für alle, die das Phänomen Swift verstehen wollen.

Wer nach Superlativen und Rekorden sucht, braucht bei Taylor Swift nicht lange, um fündig zu werden. So gelang es der Sängerin vor zwei Jahren, sämtliche Top-10-Plätze der Billboard-Charts gleichzeitig zu besetzen. Im April dieses Jahres dann sogar die Plätze 1-14. Ihre bis Ende des Jahres andauernde „Eras-Tour“ gilt jetzt schon als kommerziell erfolgreichste Tour aller Zeiten. Und auch das ist keine Übertreibung: Wo sie auftritt, da wackelt die Erde. So wurden bei ihrem Konzert im Lumen Field Stadion in Seattle Erdbeben der Stärke 2.3 gemessen, verursacht durch ihre rhythmisch tanzenden Fans.

Das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs an Rekorden, die die 34-jährige Milliardärin hält und von denen derzeit rund 100 im Guinness-Buch der Rekorde verewigt sind. Aber wer ist diese Frau eigentlich, die längst mehr als nur ein popkulturelles Phänomen darstellt und sogar die Beatles in den Schatten zu stellen droht? Filmautorin Hannah Summer sucht in ihrem Filmporträt „The True Story of Taylor Swift“ nach Antworten. Waschechte „Swifties“ sollten allerdings nicht zu viel erwarten, für sie gibt es hier nichts Neues zu entdecken. Dafür funktioniert die TV-Dokumentation aus der Reihe „The True Story ...“ als eine Art „Taylor Swift für Anfänger“.

Filmautorin Summer geht in ihrem Swift-Porträt nahezu ausnahmslos chronologisch vor und konzentriert sich dabei auf die musikalische Karriere der Ausnahmekünstlerin. Geschmückt mit anekdotischen Randbemerkungen wie der Tatsache, dass sie einer wohlhabenden Familie der oberen Mittelschicht entstammt, die ihren Wohlstand einer Weihnachtsbaumfarm verdankt, zeichnet Summer die musikalische Wandlung der 16-jährigen Countrysängerin zur vielseitigen Popsängerin, Songwriterin und Musikproduzentin nach.

Dass es für Swift dabei trotz aller Erfolge im Laufe der Jahre nicht immer fair und mitunter recht holperig zuging, wird freilich nicht verschwiegen. Insbesondere die Sache mit Kanye Wests unrühmlicher Störaktion bei der Verleihung der MTV Video Music Awards 2009 zieht sich wie ein roter Faden durch die Dokumentation. Swifts Alben werden darin dann auch als eine Art persönliches „Tagebuch“ beschrieben. Ihr 2017 erschienenes Album „Reputation“, mit der sie sich nach längerer Auszeit ein neues Image verpasst hat, nennt Summer gar ein „Rachealbum“. Womit sie freilich nicht alleine ist.

Viele Dinge kommen in dem Film allerdings viel zu kurz. So zum Beispiel die komplizierte Sache mit den Rechten an ihren eigenen Aufnahmen und dem Zerwürfnis mit ihrer einstigen Plattenfirma Big Machine Records, das darin gipfelte, dass es von Swifts ersten sechs Alben nun auch „Taylors Version“ gibt. Das Thema wird zwar angerissen, aber nur oberflächlich. Kaum bis gar nicht zur Sprache kommen Swifts kultureller und gesellschaftlicher Einfluss sowie ihre politischen Stellungnahmen, mit der sie zahlreiche Country-Fans bis zur Weißglut gebracht hat.

Ab dem 17. Juli macht Swift mit ihrer Eras-Tour nun auch Station in Deutschland. All jenen, die vorher nach mehr Infos zur Person und dem Phänomen Swift suchen, sei vor allen Dingen der sechsteilige Podcast „Die Taylor Swift Story“ in der ARD Audiothek empfohlen. Dort beleuchten Sängerin Vanessa Mai und Popkultur-Expertin Gizem Celik sehr ausführlich und hintergründig das Phänomen Swift. Und zu dem Phänomen ihrer Fans, den „Swifties“, kündigt das ZDF eine weitere Dokumentation aus der Reihe „37° Leben“ mit dem Titel „Being Swiftie: Mein Leben für Taylor Swift“ an. Die läuft allerdings erst ab Anfang August.

„The True Story of Taylor Swift“. ZDF Mediathek ab Sonntag, 07. Juli. ZDFinfo am Montag, 15. Juli um 09.45 Uhr.

Ähnliche Artikel