Eis als Kulturgut  Europäische Eis-Straße führt auch durch Weener

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 08.07.2024 07:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Andreas und Vanessa Karafotias freuen sich schon auf das Event im Sommer kommenden Jahres. Foto: Gettkowski
Andreas und Vanessa Karafotias freuen sich schon auf das Event im Sommer kommenden Jahres. Foto: Gettkowski
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Italienisches Eis gilt als besonders cremig. Was viele nicht wissen: Die Herstellung ist eine traditionelle Handwerkskunst. Die können Eisfans bei einem besonderen Projekt entdecken – auch in Weener.

Weener - Weener wird im kommenden Jahr Teil der „europäischen Eis-Straße“. Im Sommer wird das Projekt „Gelato on the Road“ in der Stadt Station machen, genaugenommen im Eiscafé Venezia von Vanessa und Andreas Karafotias. Der 1970 gegründete Familienbetrieb in der Westerstraße zählt zu den 13 teilnehmenden Eisdielen in Deutschland, die nach italienischer handwerklicher Tradition Eis herstellen.

Initiiert wurde das Projekt, das von der EU gefördert wird, von Uniteis e.V., dem Verband italienischer Speiseeishersteller. „Wir haben in Deutschland eine Auswahl von Eiscafés ausgewählt, die die Tradition von handwerklich hergestelltem Speiseeis repräsentieren“, berichtet Annalisa Carnio, Pressesprecherin des Vereins, „in Niedersachsen haben wir momentan nur das Eiscafé Venezia in Weener, aber es werden noch ein paar im Lauf des Projektes dazu kommen.“

Eis als kulturelles Erbe

Ziel des Projekts ist es, das kulturelle Erbe der handwerklichen italienischen Eisproduktion zu bewahren. Die Eisherstellung ist nämlich eine Wissenschaft für sich. Rührgeschwindigkeit, Kühltemperatur und das Verhältnis der Grundzutaten wie Zucker, Sahne und Milch spielen eine wichtige Rolle. Das typisch italienische Eis gilt als deutlich cremiger und geschmacksintensiver. Wie das hergestellt wird, kann man bei dem Projekt entdecken. Die Eis-Straße zieht sich durch zwölf EU-Länder. Nach dem Start am 15. September in Bulgarien gibt es in jeweils zehn Eisdielen in Italien, Belgien, Griechenland, Luxemburg, Serbien, Slowenien, Kroatien, Österreich, Spanien, Polen und Deutschland viele Aktionen rund ums Thema Eis.

„In einem sogenannten Pop up-Museum wird beispielsweise gezeigt, wie mühsam früher die traditionelle Eisherstellung war“, erzählt Andreas Karafotias. Als es noch keine Eismaschinen gab, brauchte man zur Eisherstellung zwei kräftige Personen: einer brachte mit einer Kurbel die Trommel in einem Holzfass zum Rotieren, der andere kratzte die Eismasse immer wieder von der Wand der gekühlten Trommel, bis eine cremige Masse entstand. Mit einem Schaber wurde das Eis dann auf eine Waffel gestrichen. „Eiskugeln sind typisch deutsch, das gibt es bei der typisch italienischen Eisherstellung gar nicht“, erzählt Andreas Karafotias. Die Fertigung der Eiswaffeln, die ebenfalls gezeigt werden soll, dürfte vielen Ostfriesen vertraut sein. Sie ist der Herstellung von Rullerkes sehr ähnlich.

Als es noch keine Eismaschinen gab, brauchte man zur Eisherstellung zwei kräftige Personen: einer brachte mit einer Kurbel die Trommel in einem Holzfass zum Rotieren, der andere kratzte die Eismasse immer wieder von der Wand der gekühlten Trommel, bis eine cremige Masse entstand. Foto: Gettkowski
Als es noch keine Eismaschinen gab, brauchte man zur Eisherstellung zwei kräftige Personen: einer brachte mit einer Kurbel die Trommel in einem Holzfass zum Rotieren, der andere kratzte die Eismasse immer wieder von der Wand der gekühlten Trommel, bis eine cremige Masse entstand. Foto: Gettkowski

Die Aktion, die für Juni 2025 geplant ist, soll möglichst mit einem besonderen Ereignis kombiniert werden: der Eröffnung der neuen Stadtbücherei und des Bürgertreffs in der Westerstraße direkt neben der Eisdiele. Andreas und Vanessa Karafotias schmieden bereits erste Ideen für eigene Aktionen an diesem Tag.

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