Straßenverkehr in Emden Jetzt gibt es doch den zweiten Zebrastreifen am Ratshausplatz
Nach den Verkehrsexperimenten in der Emder Innenstadt war die Überquerung der Neutorstraße vom Stadtgarten aus immer noch eine Herausforderung. Das soll sich jetzt ändern.
Emden - Von vielen gefordert, zunächst abgelehnt, jetzt ist er da: Die Stadt Emden hat doch noch einen zweiten Zebrastreifen an der umstrittenen Kreuzung am Rathausplatz eingerichtet. Jetzt haben Fußgänger nicht nur bei der Straßenquerung zwischen Delft und Rathaus Vorrang, sondern auch zwischen dem Stadtgarten und der Oldersumer Straße.
„Im Rahmen der Verkehrsberuhigung der Innenstadt rund um die Neutorstraße/Am Delft/Stadtgarten hat sich die Verwaltung in Abstimmung mit der Verkehrskommission (Veko) entschlossen, einen zweiten Fußgängerüberweg zwischen Oldersumer Straße und Stadtgarten einzurichten“, teilte die Stadt am Freitag, 5. Juli 2024, mit.
Nicht zwangsläufig nötig
Die Veko habe die Hinweise, Wünsche und Vorschläge aus der Bevölkerung und der Politik im Rahmen eines Monitorings bewertet und abgewogen und den zweiten Fußgängerüberweg schließlich empfohlen. Zuvor war im Rahmen des regelmäßigen Monitorings durch Verwaltung und Polizei der zweite Zebra-Übergang „als zukunftsfähige Lösung für eine gesicherte Querung dieses Bereiches zwar nicht unbedingt notwendig“ erachtet worden, heißt es in der Mitteilung, „aber durchaus als eine Variante zur Steigerung des Sicherheitsgefühls von Fußgängern.“
Auch Hinrich Post, Fachdienstleiter Straßenverkehr, hatte anfänglich gegen den geforderten weiteren Zebrastreifen argumentiert. „In zumutbarer Entfernung“ seien Fußgängerüberwege und Querungshilfen vorhanden. Eine Anordnung solcher Überwege nach dem Gießkannenprinzip sei nicht zulässig und dem gesamten Verkehrsablauf eher hinderlich, hatte er zur Forderung aus der Politik geantwortet. Unter anderem hatte Gregor Strelow (Ratsvorsitzender, SPD) die bisherige Situation als „Herausforderung für Fußgänger und Radfahrer“ beschrieben.
Tempolimit einhalten
Nun scheint der Verkehrsexperte überzeugt, weist allerdings ausdrücklich auf die weiterhin nicht ganz einfache Verkehrssituation an dieser Stelle hin. Post appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, „im verkehrsberuhigten Geschäftsbereich die geltenden 20 km/h und Am Delft 30 km/h einzuhalten.“ Nur dies garantiere einen gesicherten und störungsfreien Verkaufsablauf.
Im September 2023 war der erste Zebrastreifen eingerichtet worden, nachdem die Ampelanlage im Rahmen der Verkehrsversuchs in der Neutorstraße abgeschaltet worden war. Die umprogrammierte Ampel hatte zu langen Rückstaus geführt, der Verkehr lief dann wieder flüssiger. Allerdings entstand dann auch eine unsichere Verkehrssituation unter Passanten, Radfahrern und auch dem Autoverkehr, die sich mit dem ersten Zebrastreifen noch nicht überall behoben war. Den meisten Verkehrsteilnehmenden ist offensichtlich nicht klar, welche Regeln an den ausgeschalteten Ampeln für sie gelten. Insbesondere Gäste der Stadt stehen hier auch mal etwas länger.
Radfahrer müssen absteigen
Der neue Zebrastreifen könnte jetzt also Abhilfe schaffen. Gleich nach dem Auftrag durch Mitarbeiter des BEE wurde er von Menschen zu Fuß und per Rad in Beschlag genommen. Wobei eigentlich für Radfahrerinnen und Radfahrer weiter gilt, dass sie absteigen müssen, wenn sie die den Zebrastreifen nutzen. Vorrang haben sie nur, wenn sie ihr Rad schieben. Dem Radelnden drohen sogar Bußgelder, wenn Autos seinetwegen bremsen oder halten müssen.
Dieser Kopromiss-Zebrastreifen ist im Übrigen keine Dauereinrichtung. Die gesamte Neutorstraße im Abschnitt zwischen Agterum und Rathausplatz und weiter rund um den Delft soll noch neu gestaltet werden. Im Vorfeld waren seit August 2021 zunächst Verkehrsexperimente gelaufen. Im März 2023 waren diese beendet und man hatte sich auf eine finale Lösung geeinigt, die baulich noch umgesetzt werden muss.
Die Neutorstraße soll demnach saniert werden, damit die aktuelle Einbahnstraßen-Verkehrsführung mit breiten Radstreifen besser zur Geltung kommt. Wann die Arbeiten starten, ist aber weiterhin unklar. Die Verwaltung hatte zuletzt immer davon gesprochen, dass die Sanierung Mitte 2026 abgeschlossen sein soll.