Osnabrück  Drama um Joe Biden: Droht wirklich ein Fiasko, wenn Donald Trump siegt? 

Michael Clasen
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Von Michael Clasen
| 05.07.2024 07:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach Bidens TV-Duell-Blamage hat Herausforderer Donald Trump derzeit gute Karten, erneut ins Weiße Haus einzuziehen. Foto: AP/Gerald Herbert
Nach Bidens TV-Duell-Blamage hat Herausforderer Donald Trump derzeit gute Karten, erneut ins Weiße Haus einzuziehen. Foto: AP/Gerald Herbert
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Die Schlammschlacht um US-Präsident Joe Biden ist bei den Demokraten voll entbrannt. Das Drama wirft die Frage auf: Wäre Trump als Präsident wirklich so eine Katastrophe für Deutschland, wie viele befürchten?

Joe Biden wirkt schon lange nur noch wie ein Schatten seiner selbst: zerbrechlich im Auftreten, teilweise wirr in seinen Aussagen. Dass das Weiße Haus ihm eine großartige Fitness attestiert, sagt viel über den Wahrheitsgehalt von Propaganda aus. An dieser Sage hielt auch das linke Lager der Medien fest, bis es zum ersten TV-Duell 2024 kam. Seitdem kann das Offensichtliche nicht mehr versteckt werden: Joe Biden ist schon jetzt dem Amt kaum gewachsen.

Das treibt vielen Demokraten Angstschweiß auf die Stirn. Biden habe 2020 die USA von Trump befreit. Jetzt möge Biden die USA nicht Trump ausliefern, fordern Kritiker den Amtsinhaber zum Einlenken auf. Als Ersatz werden vor allem zwei Kandidatinnen gehandelt: Kamala Harris, die Vizepräsidentin, die aber in der Bevölkerung eher unbeliebt ist. Und Michelle Obama. Die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama ist eine smarte und mit 60 Jahren vergleichsweise junge Persönlichkeit, die auch gute Umfragewerte hat. Doch das Schicksal Hillary Clintons zeigt: Die Kandidatur einer Ex-First-Lady ist kein Selbstläufer. Zumal Barack Obama zu Bidens engsten Verbündeten zählt. Stürzt man da den Präsidenten? Und würden die Wähler das moralisch gutheißen?

Für Trump ist das Chaos um Biden eine Steilvorlage. Womit sich Deutschland ernsthaft die Frage stellen muss: Was, wenn der Republikaner zum zweiten Mal Präsident wird? Ein verurteilter Verbrecher, der angeblich die Nato auflösen will, an der Spitze der Weltmacht? Für viele ein Alptraum. 

Wer aber Trumps erste Bilanz studiert und den zweifelhaften Charakter als gegebenes Übel toleriert, könnte ein Gedankenexperiment wagen, was besser für den Weltfrieden wäre. Biden oder ein anderer Demokrat im Weißen Haus, der sagt: Putin ist ein Tyrann, ein Massenmörder, und die Ukraine muss die Krim zurückerobern? Oder ein Trump, der sagt: Putin ist ein Schurke, aber ich rede mit ihm? Die USA stehen vor einer Richtungswahl, aber auch der gesamte Westen. 

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