Osnabrück „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend mit „Tatort“-Star als Opfer
In der Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend dürften die Zuschauer zweimal hingucken: Eins der Opfer spielt die Mutter einer der bekanntesten „Tatort“-Kommissarinnen: Kathrin Ackermann aus Maria Furtwänglers Niedersachsen-„Tatort“.
Ausgerechnet sie können erfahrene Zuschauer von TV-Krimis sich wohl am wenigsten als Opfer vorstellen: In der Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend spielt Kathrin Ackermann eine Seniorin, die von Einbrechern im eigenen Haus misshandelt wird. Dabei ist die 86-Jährige nicht nur im wirklichen Leben die Mutter von Maria Furtwängler. Im Niedersachsen-„Tatort“ spielt sie auch noch die Mutter von Furtwänglers Ermittlerin Charlotte Lindholm.
Seit dem Start des Niedersachsen-„Tatorts“ im Jahr 2004 war Ackermann in beinahe 20 Fällen zu sehen. Ihren bislang letzten Auftritt als Annemarie Lindholm hatte sie im „Tatort: Alles kommt zurück“, der am zweiten Weihnachtsfeiertag 2021 ausgestrahlt wurde. Der von Detlev Buck inszenierte TV-Krimi dürfte Zuschauern nicht nur wegen des Datums in Erinnerung geblieben sein, sondern auch wegen des Gaststars Udo Lindenberg.
In seiner Vorankündigung schildert das ZDF den Fall, in dem die „Tatort“-Schauspielerin die Rolle des Opfers übernimmt, so:
Am 25. Mai 2023 brechen in der kleinen Ortschaft Schweinheim gegen 1 Uhr zwei unbekannte, maskierte Männer ins Haus einer 83 Jahre alten Frau ein. Bei dem Versuch, ihr Opfer mit einem Kabelbinder zu fesseln, verletzen sie die Frau an beiden Handgelenken schwer. Die Täter scheinen darüber informiert zu sein, wo sich im Obergeschoss des Hauses der Tresor mit dem Schmuck der alten Dame befindet. Sie brechen den Tresor aus der Verankerung und nehmen ihn mit.
Nur wenige Stunden nach der Tat wird der Tresor, aufgebrochen und geleert, in einem Bach in Büllingen gefunden, einer deutschsprachigen Gemeinde in Belgien. Die 83-jährige Rentnerin vermutet später, dass die beiden Täter auf Albanisch miteinander kommuniziert hätten. Dadurch gerät eine Firma ins Visier der Polizei, deren albanische Mitarbeiter wegen Flutschäden mehrere Monate lang im Haus tätig waren. Der Verdacht kann jedoch nicht bestätigt werden.
Dass die Filmfälle bei „Aktenzeichen XY“ so echt wirken, liegt auch am Casting-Konzept: In der Regel stehen bei der ZDF-Fahndungssendung Kleindarsteller vor der Kamera, die man kaum wiedererkennt. Hin und wieder mischen sich auch einmal Darsteller ins Team, die dem Publikum durch frühere Serienrollen im Gedächtnis sind.
Einer davon ist Thorsten Nindel, den Fans der „Lindenstraße“ immer noch als „Zorro“ Pichelsteiner vor Augen haben. Auch Liz Baffoe, einst eine von Zorros „Lindenstraßen“-Nachbarinnen, war schon bei „Aktenzeichen XY“. Die Showmasterin Ruth Moschner wiederum hatte mit einem Auftritt als Kinderdarstellerin in einem Fall von „Aktenzeichen XY“ ihre TV-Karriere begonnen.
Zu den Gastschauspielern gehören immer wieder auch solche, die sich – vorher oder später – in fiktionalen Krimi-Reihen einen Namen gemacht haben. In den 70er Jahren war beispielsweise Robert Atzorn in einem Fall zu sehen, der später im „Tatort“ sowie in „Nord Nord Mord“ auf Sylt ermittelte. In den 80ern hatte „Der Alte“ Rolf Schimpf einen Auftritt im Fahndungsformat. Und Till Demtrøder, der erst im „Großstadtrevier“ und dann im „Küstenrevier“ Verbrecher jagte, war auch schon bei „Aktenzeichen“.
In der „Bild“-Zeitung betonte Ackermann ihr Mitgefühl mit dem Opfer. Sie selbst habe schon die Nachstellung des Falls als Belastung empfunden: „Die Kollegen am Set haben mich fixiert, an den Armen gefesselt und das so echt gemacht, dass es weh getan hat“, ließ Ackermann sich zitieren. Sorge, im wirklichen Leben zum Opfer zu werden, hat die Schauspielerin demnach nicht, hieß es weiter: „Nein, ich habe keine Angst. Ich bin ja nie allein und habe auch überhaupt keine Wertsachen zu Hause. Weder Geld noch Schmuck. Bei mir gibt’s nichts zu holen.“
Sendetermin: Das ZDF zeigt die aktuelle Ausgabe von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am Mittwoch, 3. Juli, 20.15 Uhr. Schon zwei Wochen später folgt am 17. Juli 2024 eine „Vermisst“-Spezialausgabe der Fahndungssendung.