Osnabrück  Überblick: In diesen Bundesländern sind E-Autos unbeliebt

Daniel Batel
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Von Daniel Batel
| 30.06.2024 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
VW gibt sich alle Mühe, seine E-Autos gekonnt in Szene zu setzen - wie hier während der EM den ID.3 in Deutschlandfarben. In manchen Bundesländern scheinen aber regelrechte E-Auto-Hasser zu leben. Foto: Imago/Christian Schroedter
VW gibt sich alle Mühe, seine E-Autos gekonnt in Szene zu setzen - wie hier während der EM den ID.3 in Deutschlandfarben. In manchen Bundesländern scheinen aber regelrechte E-Auto-Hasser zu leben. Foto: Imago/Christian Schroedter
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Der Verkauf von E-Autos in Deutschland läuft schleppend – spätestens seit dem Wegfall der Kaufprämie. Regional gibt es aber große Unterschiede: Wir zeigen, welches Bundesland gar keinen Bock auf Stromer hat.

In Europa gibt es Länder, in denen rund ein Viertel aller Autos elektrisch sind – etwa in Norwegen. Dort waren im vergangenen Jahr sogar 82 Prozent aller Neuzulassungen E-Autos. In Deutschland liegt der Gesamtanteil von Stromern beim Fahrzeugbestand inzwischen bei knapp drei Prozent, 1,46 Millionen E-Autos sind hierzulande zugelassen. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig. Eine Stichprobe unserer Redaktion bei Autohändlern in Niedersachsen hat diesen Trend bestätigt.

Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf: In manchen Bundesländern kaufen Autofahrer viel lieber E-Autos als anderswo. Spitzenreiter bei den Zulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen war 2023 Hessen. Dort kommen 932 solcher Autos auf 100.000 Einwohner, insgesamt liegt der Bestand bei knapp 60.000. Die höchste Gesamtzahl verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit 105.585 E-Autos, wie ein Überblick des Münchner Auto-Abo-Anbieters Finn zeigt.

Am unteren Ende der bundesweiten Skala liegt Mecklenburg-Vorpommern: 2023 kauften dort nur 238 Personen auf 100.000 Einwohner gerechnet ein E-Auto. Auch insgesamt besitzen dort nur weniger als 4000 Menschen eines. Hinter Mecklenburg-Vorpommern landeten Sachsen-Anhalt und Sachsen auf den „Negativ“-Plätzen 2 und 3 bei den Neuzulassungen.

Ganz anders sieht es in der Metropole Hamburg aus: Hier entschieden sich pro 100.000 Einwohner im letzten Jahr 685 Käufer für ein E-Auto, wodurch die Gesamtzahl auf knapp 13.000 anstieg. Das bedeutet Platz 4 für die Hansestadt.

Im restlichen Teil Nordeutschlands gibt es weitere Top-10-Platzierungen: Niedersachsen schnappte sich auf 100.000 Einwohner mit 668 neu gekauften E-Autos Platz 5, Schleswig-Holstein mit 514 Einheiten Platz 8. Im nördlichsten Bundesland fahren aber gerade einmal 15.172 Stromer auf den Straßen. Das flächenmäßig größere Niedersachsen kann da immerhin 54.389 Fahrzeuge vorweisen.

Insgesamt zeigt die Statistik ein Nord-Süd-Gefälle, das vermutlich auch auf den unterm Strich etwas höheren Wohlstand zurückzuführen ist: Hinter Hessen liegen Bayern und Baden-Württemberg bei neuen E-Autos vorne.

Vor allem bei der Ladeinfrastruktur sind die Unterschiede zusätzlich erheblich. Während die Anzahl der Ladesäulen in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur dreistellig ist, gibt es allein in Hessen fast 4.400 öffentliche Ladepunkte. Auch Schleswig-Holstein gehört mit weniger als 2.300 Lademöglichkeiten zu den Schlusslichtern der Länder. Am Ende könnte das für potenzielle Kunden darüber entscheiden, ob ein neues Elektroauto wirklich infrage kommt.

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