Berlin Nach TV-Duell: Strack-Zimmermann hält Biden als Kandidaten derzeit für ungeeignet
Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hat für große Diskussion unter den Demokraten gesorgt. Joe Biden zeigte sich nicht von seiner besten Seite. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert einen neuen Kandidaten im Kampf ums Weiße Haus.
Nach dem TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl hat die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann von den Demokraten von US-Präsident Joe Biden Konsequenzen gefordert. „Die Demokraten müssen sofort reagieren und einen neuen Kandidaten ins Rennen schicken“, sagte Strack-Zimmermann der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). Denn eine erneute Präsidentschaft des Republikaners Donald Trump würde „die ganze Welt zu spüren“ bekommen.
Das sei zwar tragisch für Biden, weil er 2020 Großes geleistet habe, sagte die Liberale. Aber: „Dass ein Mann wie Trump wieder Präsident werden könnte, weil die Demokraten nicht in der Lage sind, ihm einen starken Kandidaten entgegen zu setzen, wäre eine historische Tragödie.“
Der 81-jährige Biden hatte bei dem TV-Auftritt einen kraftlosen Eindruck hinterlassen und geriet immer wieder ins Stocken. In einer CNN-Umfrage sahen 67 Prozent der Zuschauer Trump als Gewinner des Duells. Auch aus den Reihen von Bidens Demokraten kamen frustrierte Reaktionen auf den Auftritt des Präsidenten.
Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid sah Biden hingegen noch nicht auf der Verliererstraße. „Für Biden wird es jetzt entscheidend darauf ankommen, im August eine starke Parteitagsrede zu halten, und dann hin zur Wahl Anfang November zu mobilisieren“, sagte er der „Rheinischen Post“. Bis dahin sei das Duell „zu Recht vergessen“.
Für Schmid hat die TV-Debatte keinen Gewinner gehabt: „Biden hat zu viele Punkte durch unverständliche Aussagen vergeben“, sagte er. Trump habe hingegen „durch ständiges Lügen und selbstherrliches Auftreten keine neuen Unterstützer gewinnen können.“
Die Bundesregierung werde den Wahlkampf in den USA dagegen nicht kommentieren und mische sich dort nicht ein, sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Freitag vor Journalisten in Berlin. Scholz schätze aber Biden sehr und habe „ein ausgezeichnetes persönliches Verhältnis“ zu ihm.
Der Bundeskanzler habe immer wieder betont, „dass die USA für Deutschland ein enger Freund und Partner zugleich sind“, sagte Büchner. Beide Seiten arbeiteten „abgestimmt und vertrauensvoll bilateral und in vielen internationalen Bündnissen und Gremien“ wie der Nato und der G7 zusammen. Auf dieser Grundlage spreche der Kanzler regelmäßig mit dem US-Präsidenten.