Hamburg  X und TikTok als dubiose Plattformen: Was Nutzer darüber denken

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 19.06.2024 07:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Menschen informieren sich nicht mehr durch Fernsehen oder Zeitung, sondern über soziale Medien. Foto: dpa/Jens Büttner
Viele Menschen informieren sich nicht mehr durch Fernsehen oder Zeitung, sondern über soziale Medien. Foto: dpa/Jens Büttner
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Viele verzichten heutzutage auf den Blick in die Tageszeitung und informieren sich lieber in sozialen Medien über die aktuelle Nachrichtenlage. In den vergangenen Jahren hat sich die Relevanz der verschiedenen Plattformen jedoch deutlich verändert. Wo stehen Facebook, Instagram, X und Tiktok im Vergleich?

Geht man auf Facebook, Instagram oder Tiktok, findet man heutzutage nicht nur Beiträge von Freunden oder lustige Videos. Auch die Menge der informierenden Inhalte hat zugenommen. Viele Zeitungen und TV-Sender sind inzwischen auf den beliebten Plattformen vertreten, um ihre Nachrichten auch über diesen Kanal verbreiten zu können. Gleichzeitig ermöglichen soziale Medien auch Politikern, Promis und Privatpersonen, ihre Informationen zu verbreiten. Ob sie wahr sind oder nicht, bleibt dahingestellt.

Klar ist, dass einige Menschen auf das Nachrichtenangebot in den sozialen Medien setzen. Einer neuen Umfrage innerhalb des „Reuters Institute Digital News Reports 2024“ hat sich allerdings das Nutzungsverhalten auf den verschiedenen Plattformen in den vergangenen zehn Jahren verändert.

Demnach gab es im Jahr 2016 noch einen deutlichen Hang zu Facebook als Nachrichtenquelle. Mehr als 40 Prozent der Befragten aus zwölf verschiedenen Ländern nutzten damals das Netzwerk von Meta. Youtube folgte auf Platz zwei – jedoch nutzten weniger als 20 Prozent das Medium. Whatsapp und Twitter erreichten gerade einmal zehn Prozent, Instagram unter fünf Prozent. Tiktok existierte in der Form, wie die Welt es heute kennt, zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Acht Jahre später sieht es anders aus: Zwar führt Facebook weiterhin die Spitze an, allerdings hat dessen Bedeutung als Nachrichtenquelle stetig abgenommen. Im Jahr 2024 informierte sich innerhalb einer Woche nur noch jeder Vierte von rund 2000 Befragten darüber.

Alle anderen Plattformen haben dazugewonnen oder sind zumindest konstant geblieben. Youtube hat sich mit 22 Prozent angenähert, auch Whatsapp hat mit aktuell 16 Prozent langfristig dazugewonnen. Instagram hat Twitter, was inzwischen in X umbenannt wurde, überholt und liegt mit vier Prozentpunkten Abstand bei 15 Prozent. Aber auch Tiktok, das vor allem von jungen Menschen genutzt wird, gewinnt an Relevanz hinzu und kommt derzeit auf 8 Prozent.

Dass soziale Medien auch für Wahlkampf und Propaganda genutzt werden, hat man in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich feststellen können. Sei es der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft, der Ukraine-Krieg oder jüngst auch die Europawahl: Bei all diesen Themen war und ist es wichtig, die Quellen des Gesagten zu überprüfen, um nicht Opfer von „Fake News“ zu werden.

Dem oben genannten Report zufolge empfindet jeweils die deutsche Nutzermehrheit von X und Tiktok es als sehr oder eher schwierig, vertrauenswürdige Nachrichten zu finden. Auf Tiktok scheint es mit 41 Prozent noch etwas schwerer zu fallen als auf X mit 38 Prozent. Befragt wurden mehr als 1000 Menschen in Deutschland.

Dagegen finden es 29 Prozent (X) beziehungsweise 28 Prozent (Tiktok) es sehr oder eher einfach, an vertrauenswürdige Nachrichten zu gelangen. Der Rest empfindet es weder schwierig noch leicht.

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