Neues Café am Barfußpark Etzel Leckere Törtchen zum Genießen ohne Reue – und ohne Schuhe

Susanne Ullrich
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Von Susanne Ullrich
| 14.06.2024 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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Susanne Rode ist Konditormeisterin und steckt hier mitten in den Vorbereitungen zur Café-Eröffnung am Wochenende. Foto: Ullrich
Susanne Rode ist Konditormeisterin und steckt hier mitten in den Vorbereitungen zur Café-Eröffnung am Wochenende. Foto: Ullrich
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Konditormeisterin Susanne Rode lässt mit ihren Kreationen den Besuch im neuen Café am Leguano Barfußpark Etzel zum Genuss werden – mit Ostfriesentorte, Blechkuchen und veganen Köstlichkeiten.

Etzel - „Ich back heute das erste Mal in meinem neuen Ofen“, verrät Konditormeisterin Susanne Rode, während sie mit dem Spritzbeutel eine verführerisch aussehende Masse aus Schlagsahne und Frucht in eine Silikonform gibt. Der scheint seine Sache gut zu machen – denn ein wunderbarer Duft liegt in der Luft. Rodes Arbeitsplatz ist die frisch sanierte Küche in einem Teilbereich der ehemaligen Gaststätte „Wilken am See“ in Etzel in der Gemeinde Friedeburg. Es ist der Raum, in dem eine köstliche Vielfalt an Blechkuchen, Torten und Törtchen entsteht, die nun täglich im „Leguano Cafés Barfußpark“ auf den Tisch kommen. Alles hausgemacht, ein Teil vegan und glutenfrei. Am Sonnabend, 15. Juni, geht es ab 11 Uhr los. Parallel zu den Öffnungszeiten des unweit gelegenen Barfußparks ist das Café vorerst von Montag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet.

Im Café sollen sich die Gäste wohlfühlen, findet Corina Gati. Foto: Ullrich
Im Café sollen sich die Gäste wohlfühlen, findet Corina Gati. Foto: Ullrich

Noch ist es im Gastraum wuselig – dort, wo in Kürze Gäste sitzen sollen, wird bis zuletzt mit Hochdruck an den Details gearbeitet. Einer der Männer, die hier anpacken, ist Jörg Elsenbruch. Er ist Mitarbeiter im Leguano-Ladenbauteam. Normalerweise ist er deutschlandweit unterwegs, um beispielsweise Filialen des Barfußschuh-Herstellers einzurichten, der den Park in Etzel im vergangenen Sommer eröffnete und seither mit einer Tochtergesellschaft betreibt. Seit vier Wochen ist er nun in Etzel zugange. Ein Café ist für ihn Neuland: „Hier wirst du jeden Tag überrascht“, verrät er. „Aber es macht Spaß.“ Als er in der Küche auftaucht, wird er von Susanne Rode sofort als Testesser verhaftet. Sie drückt ihm eine Gabel in die Hand: „Hier, probier mal. Was denkst du?“ Anerkennend nickt er mit dem Kopf. Sein anerkennender Blick sagt mehr als 1000 Worte. Kurz darauf legt er die Gabel nieder. Vor der Eröffnung gibt es noch viel zu tun.

Während seiner Arbeit wurde Jörg Elsenbruch kurzerhand von Konditormeisterin Susanne Rode als Testesser verpflichtet. Foto: Ullrich
Während seiner Arbeit wurde Jörg Elsenbruch kurzerhand von Konditormeisterin Susanne Rode als Testesser verpflichtet. Foto: Ullrich

Kreativität trifft auf Genuss

Es fehlen beispielsweise die Gardinen an den Fenstern und längst nicht alle Tische stehen an ihrem Platz. Aber der Betrachter bekommt durchaus schon einen guten Eindruck davon, was hier entstehen soll: Satte Grüntöne, dazu helle und natürliche Farben. „Es soll wohnlich und gemütlich aussehen“, stellt Corina Gati, Geschäftsführerin der Akademie und Barfußpark GmbH, fest. Und es tatsächlich auch sein. „So dass man gar nicht aufstehen will.“ Der Cafébesucher soll sich hier bei ostfriesischen Teespezialitäten, Kaffee aus der Siebträgermaschine und einer leckeren Auswahl an Kuchen, Torten oder Törtchen und frisch zubereiteten Waffeln quasi wie zuhause fühlen. Egal, ob vor oder nach dem Besuch des Barfußparks – aber einfach mal so, weil er ein Törtchen vernaschen möchte. Willkommen sei er hier mit oder ohne Schuhe, versichert Gati.

Der Leguano auf Schokolade: Für die Törtchen gibt es diese essbare Deko. Foto: Ullrich
Der Leguano auf Schokolade: Für die Törtchen gibt es diese essbare Deko. Foto: Ullrich

Abgesehen von Stühlen gibt es auch gemütliche Sofas. Dazu einen Außenbereich mit dem fantastischen Blick auf den kleinen See hinter dem Café. Auf den blickt auch Susanne Rode während der Arbeit in ihrer Küche. Ein Traum, schwärmt die Schortenserin. Nicht nur die Aussicht hat es ihr angetan. „Ich war als Kind schon backbegeistert“, verrät 47-Jährige. „Ich darf mich hier kreativ ausleben.“ Einiges, wie beispielsweise die klassische Ostfriesentorte, soll künftig dauerhaft auf der Karte stehen. Eine Riesenportion Rosinen hat sie dafür schon eingelegt.

Endspurt vor der Eröffnung. Bis Sonnabend muss hier alles fertig sein. Foto: Ullrich
Endspurt vor der Eröffnung. Bis Sonnabend muss hier alles fertig sein. Foto: Ullrich

Eine Bereicherung für Etzel

Andere Kreationen kommen auf die Tageskarte und wechseln somit regelmäßig. Dafür experimentiert die Konditorin viel herum: Für den Sommer soll es vor allem leicht sein. Beeren, Zitrusfrüchte, dazu Joghurt, erzählt sie während sie dabei weiter ihren Aufgaben nachgeht. Alles in allem dürfe es nicht zu süß sein, findet sie. Außerdem wolle sie möglichst ohne Geschmacksverstärker und Aromastoffe auskommen. Sie setzt auf Bioqualität. Auf lange Sicht sollen auch Snacks im Menü Platz finden. Rode will selbst Brot backen: „Wir wollen auch herzhafte Brote anbieten. Und selbstgemachte Wraps.“ Ihre Mission: Es soll ihren Gästen so gut schmecken, dass sie wiederkommen.

Ein Karton voller Speisekarten ist eingetroffen. Neben den Dauer- und Tagesangeboten finden die Gäste hier auch Informationen über den Barfußpark. Foto: Ullrich
Ein Karton voller Speisekarten ist eingetroffen. Neben den Dauer- und Tagesangeboten finden die Gäste hier auch Informationen über den Barfußpark. Foto: Ullrich

Für den kleinen Ort Etzel ist der Barfußpark eine große Chance, auch touristisch. Er lockt Besucher an, auch überregional. „Ein Highlight“, stellte Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz (parteilos) schon bei dessen Eröffnung klar. Fahrradtouristen, von denen nicht wenige in der Region unterwegs sind und die nun auch vermehrt den Barfußpark ansteuern, könnten das Café als Etappenziel nutzen, sagt Etzels Ortsvorsteher Andreas Haak (CDU). Alternativen in einem engeren Radius gibt es nicht. Aber auch die Etzeler selbst könnten profitieren, findet er. Wie in vielen anderen Dörfern fehlen auch hier Treffpunkte. „Es war schade, als Wilken zugemacht hat“, stellt er klar. Geblieben ist lediglich der Dorfkrug Coordes – und der setzt zunehmend auf Veranstaltungen statt Kneipenbetrieb. Abzuwarten sei, wie sich die Öffnungszeiten des Cafés entwickeln – aber aus Sicht des Ortsvorstehers habe es durchaus das Potenzial, eine echte Bereicherung für Etzel zu werden.

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