Noch keine Einigung Im Clinch mit St. Pauli – Bloem schaltet einen Anwalt ein
Noch immer gibt es keinen Termin für das Fußballspiel gegen den Profiverein. Organisator Manfred Bloem beruft sich auf den Vertrag, der 2022 geschlossen wurde. St. Pauli sieht das anders.
Leer - Bei Manfred Bloem ist die Enttäuschung riesig, doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Ob das Supercup-Spiel des Ostfrieslandcup-Gewinners 2022, Grün-Weiß Firrel, gegen den Erstliga-Aufsteiger FC St. Pauli irgendwann noch mal stattfinden wird, ist nämlich fraglich. Noch immer gibt es keinen Termin. Aber einen Vertrag – und auf dessen Umsetzung pochen weiterhin die beiden Initiatoren des Ostfriesland-Cups Manfred Bloem und Ewald Adden, die jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben.
„Momentan herrscht Funkstille“
Denn seit rund zweieinhalb Jahren stehen die Ostfriesland-Cup-Organisatoren mit dem FC St. Pauli in Kontakt. „Mittlerweile finden wir das Verhalten des Vereins aber sehr unsportlich“, sagt Bloem. Denn auf seine Nachrichten – ob per E-Mail oder per Telefon – reagieren die Ansprechpartner des Bundesligisten kaum, sehr spät oder eben gar nicht mehr. „Momentan herrscht Funkstille“, berichtet Bloem, der in der Vergangenheit schon mit mehreren Bundesliga-Klubs zusammenarbeitete.
Doch warum ist es so schwierig, sich auf einen Termin zu einigen? Aus der Pressestelle des FC St. Pauli heißt es weiter, dass sich die Absichtserklärung „aus verschiedenen Gründen nicht realisieren“ ließe. „Bei der Planung von Testspielen müssen wir viele verschiedene Faktoren berücksichtigen, dazu gehören beispielsweise die mögliche Liga-Zugehörigkeit, aber auch andere Verpflichtungen und Termine.“ Zudem ist die Vereinbarung mit der Ostfriesland-Cup UG nach Angaben des FC St. Pauli unter der Prämisse eines für beide Seiten passenden Spieltermins getroffen worden. „Dieser konnte bisher nicht gefunden werden.“ Die Frage unserer Zeitung, ob überhaupt noch die Chance besteht, dass St. Pauli nach Ostfriesland reisen wird, ließ der Verein unbeantwortet.
Rechtsanwalt würde weitere juristische Schritte prüfen
Würde der Deal tatsächlich platzen und kein Supercup-Spiel zustande kommen, würde der Geduldsfaden von Manfred Bloem und Ewald Adden endgültig reißen. „Über unseren Rechtsanwalt würden wir weitere juristische Schritte prüfen. Ich denke da an mögliche finanzielle Entschädigungen“, sagt Bloem. Ob das realistisch ist, wird der Rechtsanwalt entscheiden. „GW Firrel hat fest mit dem Supercup und den damit verbundenen Einnahmen gerechnet und auch die Schlachterei, mit der wir jahrelang zusammenarbeiten, wollte ihre Bratwürstchen verkaufen“, sagt Bloem, und: „Auch wir als Organisatoren büßen an Glaubwürdigkeit ein.“
Denn das Supercup-Spiel wurde bereits groß angekündigt – auch vom FC St. Pauli, der im Mai 2022 auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb: „Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr, wenn wir gegen den Gewinner des Ostfriesland-Cups beim Supercup-Spiel antreten werden.“ Der Verein postete dazu ein Foto vom damaligen St.-Pauli-Trainer Timo Schultz, der aus Esens stammt und über den beim „Länderspiel“ zwischen Ostfriesland und der DDR in Emden im Jahr 2021 der erste Kontakt entstand.
Im Dezember 2022 musste Schultz beim FC St. Pauli gehen. Er wurde freigestellt, nachdem die Mannschaft die Hinrunde nur auf dem 15. Platz beendet hatte. Schultz’ damaliger Co-Trainer Fabian Hürzeler wurde zum Cheftrainer ernannt. Unter ihm legte die Mannschaft eine unglaubliche Erfolgsserie hin, die in der abgelaufenen Saison mit dem Meistertitel in der 2. Liga ihren Höhepunkt fand. „Uns ist klar, dass St. Pauli in der vergangenen Zeit sportlich gesehen einiges durchgemacht hat, trotzdem hätten wir uns zumindest eine Antwort hinsichtlich unseres Supercups gewünscht“, sagt Bloem. Er hofft aber weiterhin auf eine Einigung. „Nach wie vor würden wir das Supercup-Spiel gegen St. Pauli sehr gerne ausrichten.“