Umbau der B 72  Im Sommer wird in Hesel durchgearbeitet

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 14.06.2024 11:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So sieht die aktuelle Sperrung in der Ortsdurchfahrt aus – dort kann nicht mehr in Richtung Aurich gefahren werden. Foto: Ortgies
So sieht die aktuelle Sperrung in der Ortsdurchfahrt aus – dort kann nicht mehr in Richtung Aurich gefahren werden. Foto: Ortgies
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Noch liegen die Bauarbeiten in Hesel im Zeitplan – obwohl der Aufwand erhöht wurde. Wie es in den Ferien auf der Baustelle weitergeht.

Hesel - Noch bis Oktober wird die Ortsdurchfahrt in Hesel eine Baustelle sein. Gerade wurde ein neuer Bauabschnitt begonnen. Das hat zur Folge, dass man in der Ortsmitte für die nächsten Wochen nicht mehr in Richtung Aurich fahren kann. Aber: Die Bauarbeiten liegen voll im Plan – dabei wird sogar mehr Aufwand betrieben als ursprünglich geplant.

Wie Gemeindedirektor Joachim Duin berichtet, sollten die Regenwasserrinne und der Bordstein nur da neu gesetzt werden, wo der Straßenverlauf geändert wird. Beim Umbau der Ortsdurchfahrt geht es darum, bessere Wege für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. An vielen Stellen werden diese breiter angelegt, dort hätten der Rinnstein und das Hochbord ohnehin versetzt werden müssen. An anderen Stellen wären die alten Teile stehengeblieben.

Vorbereitung für Glasfaser beschlossen

Doch nun sollen die Regenwasserrinne und der Bordstein komplett neu gesetzt werden, sagt Duin. Darauf habe sich die Gemeinde Hesel mit der Landesstraßenbaubehörde in Aurich geeinigt – beide sind gemeinsam für die Neuanlage der Geh- und Radwege zuständig. Jedoch habe die Gemeinde eigenständig entschieden, bereits jetzt Leitungen für Glasfaserkabel zu verlegen. Zwar sei aktuell noch kein Ausbau der schnellen Internetverbindungen geplant. Aber sollte das nächstes oder übernächstes Jahr kommen, müsse man nicht gleich das ganze Pflaster wieder aufnehmen, so Duin.

Die Arbeiten in Hesel verlaufen plangemäß. Foto: Ortgies
Die Arbeiten in Hesel verlaufen plangemäß. Foto: Ortgies

Während der Sommerferien würden die Bauarbeiten unverändert weitergehen. Die beteiligten Firmen seien mit je einer Kolonne auf der Baustelle tätig, das werde trotz der Urlaubszeit so bleiben, versichert der Gemeindedirektor: „Das hatte schon während der Feiertage gut geklappt.“ Bisher sei nur an einigen Schlechtwettertagen nicht gearbeitet worden, trotzdem sei es zu keinen Verzögerungen gekommen, sagt Duin.

In Richtung Aurich jetzt ganz gesperrt

Um die Leitungen für die Glasfaserkabel in einem Zuge verlegen zu können, würden sich die Baukolonnen der beiden Firmen Koch und Hermann Janssen aus Aschendorf abstimmen. Die Abschnitte drei und vier der Bauarbeiten würden daher zu einem Abschnitt zusammengefasst. Aktuell ist der Bauabschnitt zwei in Arbeit. Für diesen wurde die Verkehrsführung auf der B72 zwischen der Einmündung Stikelkamper Straße und dem Ortsausgang Richtung Bagband geändert: Diese kann nun nicht mehr in Richtung Aurich befahren werden.

Während der Bauphase in Hesel sind Umleitungen ausgeschildert.
Während der Bauphase in Hesel sind Umleitungen ausgeschildert.

Nachdem es in den ersten Wochen einige Verärgerung über Teile der Verkehrsführung gegeben hatten, habe sich das aus Sicht der Verwaltung etwas beruhigt. Die Sperrung der Hasselter Straße, die vielfach als Abkürzung zur Landesstraße 24 (Selverder Straße) genutzt wurde, habe sich bewährt. Die Sperrung der Kreisstraße in Firrel wegen der Fahrbahnsanierung tangiere die Umleitungsstrecke um Hesel herum nicht – das sei ein häufiger Irrtum, sagt Duin. Die Umleitung U1 führt in Richtung Aurich über die Filsumer Straße, Lammertsfehn, Schwerinsdorf, Großoldendorf, Neufirrel und Strackholt nach Bagband.

Was passiert mit den alten Klinkern?

Derweil gibt es Kritik an den Steinen, die für die neuen Geh- und Radwege verwendet werden. Lagen dort vorher Klinker, fiel die Wahl nun auf Betonsteine. „Geht mit der Baumaßnahme nicht auch ein gutes Stück Ostfriesland unwiederbringlich verloren?“, fragt Steffen Oesterlen. Er lebt in Hesel und ist Mitglied im Kreisvorstand der FDP. Die roten Klinkersteine sind für ihn ein Teil des „besonderen Charmes Ostfrieslands“. Er fragt, was mit den Steinen passiert, die jetzt aus den Geh- und Radwegen aufgenommen werden.

„Die werden nicht zermahlen“, betont Joachim Duin. Vielmehr würden die Klinker aufgenommen und an passender Stelle wiederverwendet. Die Paletten mit den Steinen aus der Ortsdurchfahrt würden zunächst am Bauhof zwischengelagert. „Wir haben noch etliche Stellen im Gemeindegebiet, wo wir noch Flächen neu pflastern wollen“, so Duin – dort sollen die gebrauchten Klinker wiederverwendet werden. Sollten danach noch nennenswerte Mengen übrig sein, kann er sich vorstellen, dass diese an privat verkauft werden könnten. Zwar hätten sich bereits Interessenten gemeldet, geplant sei ein Verkauf aber aktuell nicht.

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