33. Emder Matjesfest Dicke Regentropfen und bester Matjes zur Eröffnung
Das Emder Volksfest könnte Rekorde brechen. Der Oberbürgermeister sprach von 200.000 Besuchern – und viel leckerem Fisch.
Emden - Gerade noch hatte der Norddeicher Shantychor das Lied vom blauen Himmel gesungen, da prasselten erste dicke Regentropfen auf den gut bevölkerten Platz am Hafentor. Ein paar Regenschauer mehr sollten es an diesem Freitag wohl noch werden, doch Samstag und Sonntag bleibt es trocken.
Es verspricht nicht nur manche Wetter-App, sondern Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) persönlich für die 33. Emder Matjestage. Er eröffnete das Volksfest am Freitag, punkt 11 Uhr, traditionell mit der öffentlichen Verkostung eines Matjes-Happens. Und dabei kam er aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Von „Südhanglage“ war die Rede, es sei der beste Matjes überhaupt – schon vor ein paar Wochen hatten ihn 50 honorige Bürger der Stadt vorverkostet und ausgewählt. Angesichts der widrigen Wetterbedingungen in diesem Jahr sei die Qualität des Herings fürs nächste Jahr dagegen fraglich. „Drum essen Sie jetzt, wir wissen nicht, wie der Matjes nächstes Jahr wird.“
Auch der Kapitän sagt „lecker“
Unterstützung bei diesem Ritual bekam der OB von einem besonderen Gast der Stadt Emden. Der Marine-Kapitän der künftigen Korvette Emden, Sebastian Lehmann-Dovall, war mit einem Teil seiner Mannschaft zur Vertragsunterzeichnung der Patenschaft mit der Stadt Emden vor Ort und probierte mit. „Lecker“ befand auch der Kapitän den Happen vom Matjes.
Damit konnte der Grandseigneur des Arbeitskreises Matjesfest, Wilhelm Eilers, die große Tröte in Gang setzen, sämtliche Gastschiffe im Hafen erwiderten den Gruß und das Matjesfest war eröffnet. Alle, die unter den Sonnenschirmen Schutz vor dem Regen gefunden hatten, nahmen die von Fokken & Müller veredelten und gereichten Matjes-Happen gerne an. Und Widerspruch zur angepriesenen Qualität kam nirgends auf. Es schmeckte allen Liebhabern dieser besonderen Delikatesse sichtlich.
200.000 Besucher erwartet
Noch bis Sonntagabend gibt es überall Fisch auf dem Fest und viele andere Leckereien. Schausteller und Gastronomen haben reichlich aufgetischt, schließlich werden Gäste aus ganz Deutschland erwartet. Der OB sprach dieses Mal sogar von 200.000 Besuchern – auch das wäre eine neue Qualität bei den Matjestagen, die nicht zuletzt auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt sind.
Allein die 180 Reisebusse mit Touristen und 1500 Sängern aus Shanty-Chören ist eine Nummer für sich. Ralph Weers vom Organisationsteam hält den Shuttle-Service zwischen Verwaltungsgebäude III und Parkplatz EWD in Gang.
Das Programm am Samstag und Sonntag
Für die Besucher soll es sich lohnen. Ein Blick auf das weitere Programm: Sonnabend und Sonntag findet jeweils ab 10 Uhr ein Flohmarkt in der Großen Straße statt. Außerdem gibt es an den Abenden Partymusik von Live-Bands an den großen Bühnen. An beiden Tagen wird es Shanty- und Piratenmusik auf den fünf Bühnen und auf den Schiffen im Ratsdelft geben. Am Sonnabend geht zudem um 12 Uhr der 32. Emder Matjeslauf an der Neutorstraße los. Am Sonntag haben die Geschäfte in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Matjestage gehören zu den größten Volksfesten der Region und erinnern an die Tradition der Emder Heringsfischerei. Diese Zeitung berichtet bis Sonntagnachmittag in einem Live-Blog auf www.oz-online.de über das Volksfest.