Berlin  Ihre Facebook- und Instagram-Fotos wandern in die KI: Wie Sie das verhindern

Jessica Chen
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Von Jessica Chen
| 29.05.2024 16:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Facebook, Instagram und Whatsapp sind alles soziale Medien des Meta-Konzers, welcher Ihre Daten ungefragt für die Künstliche Intelligenz verwenden will. Foto: IMAGO / ZUMA Wire
Facebook, Instagram und Whatsapp sind alles soziale Medien des Meta-Konzers, welcher Ihre Daten ungefragt für die Künstliche Intelligenz verwenden will. Foto: IMAGO / ZUMA Wire
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Facebook und Instagram wollen alles, was Nutzer dort veröffentlichen, für das Training von Künstlicher Intelligenz verwenden. Wer das nicht will, muss für beide Plattformen aktiv widersprechen. Eine Anleitung, wie das geht.

Was Nutzer auf Facebook und Instagram von Meta veröffentlichen, will der Konzern für die Entwicklung seiner eigenen Künstlichen Intelligenz (KI) verwenden. Eine Einwilligung braucht das Unternehmen dafür von Ihnen bislang nicht. Doch es gibt eine Möglichkeit für den Widerspruch.

Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert das Vorhaben und mahnte Meta Mitte Juni ab. Auch Datenschutz-Aktivisten bewerten es als unrechtmäßig, die Zustimmung für das KI-Training nicht aktiv zu erfragen.

Die Beschwerden zeigen Erfolg: Ursprünglich wollte Meta ab dem 26. Juni mit der Verwendung der Daten beginnen. Durch die erhobenen Einwände wird das geplante Training mit Nutzer-Inhalten vorerst auf unbestimmte Zeit pausiert.

Allerdings: Der Verbraucherschutz konnte allerdings bisher keine Abänderung in den Datenschutzeinstellungen erkennen. Es bleibt unklar, ob Meta ungefragt Ihre Beiträge für die KI verwenden wird. Die Empfehlung der Verbraucherzentrale lautet daher, dass Nutzer „auf jeden Fall“ Meta den Widerspruch erklären sollten.

Mutterkonzern Meta, zu dem unter anderem Facebook und Instagram gehören, will seine eigene KI-Anwendung ausbauen. Dafür braucht das Unternehmen möglichst schnell viele Daten, mit denen das Programm trainieren kann. Die Datenmenge soll dafür genutzt werden, personalisierte Filter, Sticker und einen KI-Chat-Assistenten anzubieten, berichtet die Technologie-Webseite „Heise“. Die KI könne dann aus Fotomotiven der Nutzer neue Beiträge erstellen.

Zu den verwendeten Inhalten gehören sämtliche Beiträge, Bilder inklusive der Bildunterschriften, schlüsselt die Verbraucherzentrale auf. Sie interpretiert das Vorhaben so, dass auch private Facebook-Beiträge, die Nutzer nur für ihre Freunde sichtbar veröffentlichen, von der Künstlichen Intelligenz verwendet werden.

Für Kunstschaffende ist das beispielsweise besonders kritisch, wenn deren Arbeiten unkontrolliert verwendet werden. Nur Ihre privaten Nachrichten auf den Plattformen seien davon explizit ausgeschlossen, so „Heise“.

Mit einer „Art Ausnahme“, wie es der Verbraucherschutz beschreibt, berufen sich die Plattformen dabei auf die Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) und ihr „berechtigtes Geschäftsinteresse“, welches ausreiche, ohne Ihre aktive Einwilligung Ihre Inhalte für Unternehmenszwecke zu nutzen.

Ein Kommentar oder Statusbeitrag reicht als Einspruch nicht aus. Nutzern wird offiziell die Möglichkeit geboten, über Formulare von Facebook und Instagram der Verwendung ihrer Daten für die generative KI zu widersprechen. Allerdings sind die Links teilweise nicht aufrufbar. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale folgenden Weg:

Im Anschluss müssen Sie Ihr Wohnland, Ihre E-Mail-Adresse und einen Grund angeben, weshalb Sie der Verarbeitung mit KI widersprechen. Die Verbraucherzentrale hat die unten stehenden Gründe gesammelt, die Sie beispielsweise angeben können:

Der Selbsttest in unserer Redaktion hat gezeigt: Der Widerspruch wird in wenigen Minuten per E-Mail von Meta akzeptiert.

Sollte Ihr Widerspruch abgelehnt werden, bleiben Ihnen laut Verbraucherschutz drei Optionen:

Entweder Sie veröffentlichen keine Beiträge mehr, oder löschen gänzlich Ihre Konten bei Facebook und Instagram. Sie haben auch die Möglichkeit, sich von rechtskundigen Menschen der Verbraucherzentrale zu beraten oder gegen die Datennutzung gerichtlich vorzugehen.

Bedenken Sie auch, dass Ihre Informationen trotz Ihres Widerspruchs von der KI verwendet werden können: Zum Beispiel, wenn jemand ein Foto von Ihnen postet oder Sie in einem Text erwähnt und derjenige selbst keinen Einspruch gegen die neue Richtlinie eingelegt hat, fügt der Verbraucherschutz hinzu. Daher sollten Sie Ihre Freunde und Familie über Ihre Rechte informieren.

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