E-Autos VW holt Montage des ID.4 komplett nach Emden
Der ID.7 wird erst ein Jahr später in Nordamerika eingeführt. Das würde in Emden eigentlich Unterbeschäftigung bedeuten. Doch jetzt können die VW-Mitarbeiter in Ostfriesland aufatmen.
Emden - Das VW-Werk in Emden hat einen Weg gefunden, den vorübergehenden Ausfall der Elektro-Limousine ID.7 für Nordamerika zu kompensieren. Ab Sommer wird der Elektro-SUV ID.4 ausschließlich in Emden montiert. Die Produktion des ID.7 für die USA und Kanada beginnt allerdings erst ein ganzes Jahr später.
„Wir setzen mit dem ID.7 für Nordamerika erst nächsten Sommer ein“, sagte der Emder Betriebsratschef Manfred Wulff am Montag unserer Zeitung. Hintergrund: VW of America hatte kürzlich mitgeteilt, die Markteinführung des ID.7 in den USA und Kanada verschieben zu wollen – ohne einen Zeitrahmen zu nennen. Der Betriebsrat präzisierte die neuen Planungen nun. Ursprünglich war der Start der Limousine in Übersee für das dritte Quartal dieses Jahres geplant. VW Emden war bereits zum Produktionsstart im August vergangenen Jahres dafür ausgeguckt worden, den ID.7 für den europäischen und den nordamerikanischen Markt zu fertigen.
Die ersten Vorserienfahrzeuge laufen bereits vom Band
Wenn die Limousinen für die USA und Kanada im Moment noch nicht gebaut werden können, setzt das naturgemäß Produktionskapazitäten frei. „Ab Sommer bauen wir den ID.4 exklusiv in Emden“, sagte dazu Betriebsratschef Wulff. „Das heißt, dass er in Zwickau dann nicht mehr gebaut wird.“ Eine Werkssprecherin von VW Emden bestätigte unserer Zeitung, dass die Markteinführung des ID.7 in Nordamerika verschoben worden ist, wollte sich aber nicht zu weiteren zeitlichen Plänen äußern. „Unsere Fahrweise wird nicht geändert“, sagte die Unternehmenssprecherin. „Wir produzieren die Elektroautos ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer nach wir vor in zwei Schichten.“ Auch werde weiterhin an den Vorserienfahrzeugen des Modells ID.7 für den nordamerikanischen Markt gearbeitet.
„Die Bestellzahlen für den ID.7 sind sogar leicht positiv“, sagte Betriebsrat Wulff. „Und die Bestelleingänge für den ID.7 Tourer sind echt gut.“ Wulff machte dafür auch das gute Abschneiden des Fahrzeugs bei einem ADAC-Test verantwortlich. Das Auto erhielt dort die Gesamtnote 1,5, also ein „sehr gut“. Das hatte es nach Mitteilung des ADAC noch nie gegeben. „Manche Kunden orientieren sich an den Tests“, meinte Betriebsrat Wulff. Die Elektrolimousine VW ID.7 Pro erreichte die Note 1,5 erst im April dieses Jahres. Bislang teilten sich laut ADAC mit der Gesamtnote 1,6 („gut“) drei Fahrzeuge den Spitzenplatz: BMW iX xDrive50 (getestet im April 2022) und Mercedes EQS 450+ Electric Art (Februar 2022) sowie der Skoda Enyaq 85x L&K, der erst im März 2024 in das Ranking aufgerückt war.