Ausländerfeindlicher Vorfall  Polizei ermittelt nach rassistischen Gesängen in Emden

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 27.05.2024 14:43 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Polizei ermittelt. Symbolfoto: Bundespolizei
Die Polizei ermittelt. Symbolfoto: Bundespolizei
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Auch in Emden sollen Gäste einer Party am Wochenende rassistische Parolen gegrölt haben. Was zu diesem Fall bekannt ist.

Emden – Im Fall der rassistischen Gesänge auf einer mutmaßlich privaten Party in Emden ermittelt jetzt die Polizei. Das bestätigte die Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, Svenia Temmen, dieser Zeitung am Montag, 27. Mai 2024, auf Nachfrage. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung führt das Fachkommissariat für Staatsschutz.

Den Angaben der Sprecherin zufolge war der Polizei in Emden am Sonntag, 26. Mai, gegen 0.30 Uhr angezeigt worden, dass im Bereich des Emder Stadtteils Port Arthur/Transvaal Gäste einer Feier zur Melodie des mehr als 20 Jahre alten Party-Hits „L‘amour toujours“ von Gigi D`Augustino rassistische Parolen grölen. Der Gesang war den Angaben von Zeugen zufolge so laut, dass er noch in weiterer Entfernung zu hören war.

Aufnahme liegt Ermittlern vor

Von dem Gesang existiert eine Tonaufnahme, die dieser Zeitung zugespielt wurde. Darauf ist zu hören, wie Leute ausgelassen „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“ singen. Dieser Mitschnitt liege mittlerweile auch der Polizei vor, bestätigte die Sprecherin. Wo genau die mutmaßliche Party stattfand, ist bislang nicht bekannt. Es habe in der Nacht zum Sonntag in Emden mehrere Einsätze wegen Ruhestörungen gegeben, sagte Svenia Temmen.

Bei dem Fall in Emden handelt es sich mutmaßlich um Nachahmer von jungen Partygästen der bekannten Nobel-Bar Pony im Inselort Kampen auf Sylt, die ebenfalls rassistische Parolen gesungen hatten. Auch ein gebürtiger Ostfriese war unter den Singenden auf Sylt. Ein Video davon, das am 23. Mai viral gegangen war und an Pfingsten entstanden sein soll, hat deutschlandweit Empörung ausgelöst und die Politik alarmiert.

In der Zwischenzeit wurden ähnliche Fälle bekannt. So wurden unter anderem auch auf einem Schützenfest in Löningen westlich von Cloppenburg rassistische Parolen gegrölt, ebenfalls zu „L‘amour toujours“. Dort ermittelt der Staatsschutz.

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