Kurz vor der Patentierung Ostfriesin entwickelt innovativen Schutz gegen K.o.-Tropfen
Nach einer eigenen Erfahrung mit K.o.-Tropfen hat Annika Eggers aus Ostfriesland ein neues, diskretes Schutzsystem entwickelt. Es soll für mehr Sicherheit auf Partys sorgen.
Ostfriesland - Die zumindest unterschwellige Angst, dass jemand etwas in das Getränk gemischt hat. Vor allem Frauen kennen dieses Gefühl – und bei manchen wurde aus dem Gefühl auch Realität. K.o.-Tropfen sorgten für Hilflosigkeit, Ohnmacht – und manchmal zu schlimmerem. Zu diesen Frauen gehört auch Annika Eggers, 26 Jahre alt und Medizinische Fachangestellte im Sanitätsdienst.
Nachdem ihr jemand K.o.-Tropfen ins Glas schüttete, setzte sich die Ostfriesin damit auseinander, wie sie sich und wie sich auch andere davor schützen können, unfreiwillig unter Drogen gesetzt zu werden. Schnell merkte sie: Die Testmöglichkeiten, die es auf dem Markt gibt, reichen nicht aus. Zu unzuverlässig, nur bei einer Substanz wirkend – das war Annika Eggers nicht genug.
Annika Eggers‘ Ziel: ein innovativer K.o.-Tropfen-Schutz
Sie führte viele Gespräche, mit Freunden und Kollegen und beschloss, ein gänzlich neues System zu erfinden. „Diskret, unauffällig und hygienisch“ soll es sein, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Und ganz wichtig: „Für verschiedene Substanzen funktionieren.“
Die Entwicklung dauerte mehrere Monate und ist mittlerweile abgeschlossen. Allerdings noch nicht die Patentierung, weswegen sich Annika Eggers bei den genauen Details zum K.o.-Tropfen-Schutz noch zurückhält. „Es soll schnell und effektiv funktionieren“, sagt sie – und bisherige Tests würden das auch bestätigen. Außerdem soll das Schutzsystem geeignet sein, es „die ganze Zeit dabei zu haben und es immer nutzen zu können“. Auch falsch-positive Ergebnisse soll es bei dem System von Annika Eggers nicht geben.
Diskret und gleichzeitig abschreckend
Was Annika Eggers noch wichtig ist: Der Test auf K.o.-Tropfen soll diskret funktionieren. Auch, um die Täter nicht zu alarmieren und so im schlimmsten Fall eine Bedrohungssituation herbeizuführen, aber auch, weil das neue System bei der Täterfeststellung helfen soll. Ein Punkt, der bei bisherigen Tests nicht gegeben ist. Da Annika Eggers bewusst ist, dass Täter in der Regel recht genau Bescheid wissen, wie Gegenmaßnahmen funktionieren, kann man ihren Test aber auch sehr offensichtlich benutzen. Die Hoffnung: Potentielle Täter erkennen schon vor der Tat, dass das ins Visier genommene potentielle Opfer den Test benutzt – und werden dadurch abgeschreckt.
Wann der Test der Ostfriesin auf den Markt kommt, ist derweil noch offen. Annika Eggers möchte nichts überstürzen und ein vollendetes Produkt auf den Markt bringen. Sie ist aber mehr als zuversichtlich, dass ihr dies bald gelingen wird.
Wie gehen Opfer von K.o.-Tropfen mit den Folgen der Tat um und was rät ein Psychologe, wie die Verarbeitung gelingt? Das erfahren Sie im letzten Teil dieser Artikelreihe am Freitag, 1. Juni 2024, auf oz-online.de.