Berlin  Beschwerden in den Wechseljahren: Was sind Isoflavone – und helfen sie?

Anna-Lena Lohmann
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Von Anna-Lena Lohmann
| 21.05.2024 13:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Isoflavone werden in der Drogerie oder Apotheke verkauft. Foto: IMAGO / BSIP
Isoflavone werden in der Drogerie oder Apotheke verkauft. Foto: IMAGO / BSIP
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Hormonelle Behandlungen gegen Beschwerden in den Wechseljahren sind risikobehaftet. Als alternatives, natürliches Produkt bieten viele Drogerien oder Apotheken Nahrungsergänzungsmittel mit Isoflavonen an. Doch was ist das überhaupt – und was steckt dahinter?

Beschwerden in den Wechseljahren sind vielfältig und schränken Betroffene häufig extrem ein. Können Isoflavone als Nahrungsergänzungsmittel dagegen helfen – und welche Risiken gibt es?

Isoflavone sind Pflanzenstoffe, die insbesondere in Soja und Rotklee enthalten sind. Wir nehmen sie nicht nur direkt durch den Verzehr von Soja auf, sondern auch indirekt durch tierische Produkte. Wenn das Futter der Tiere Soja oder Rotklee enthält, bleiben geringe Mengen in dem Fleisch oder der Milch, die wir verzehren.

Eine Rolle für die Wechseljahre spielen Isoflavone, da ihre chemische Struktur Östrogen ähnelt. Im Körper können sie mit den Östrogenrezeptoren interagieren. Sie ahmen das vom Körper produzierte Östrogen nach. In einer erhöhten Dosis werden sie daher als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel bei den meisten Frauen. Das führt dazu, dass es zu Beschwerden – beispielsweise Hitzewallungen – kommen kann. Mit der Nachahmung des Östrogens sollen Isoflavone den Hormonhaushalt stabilisieren und die Beschwerden verhindern.

Isoflavone sollen sämtliche Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Hierzu zählen Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen oder trockene Haut. Tatsächlich ausreichende Forschungen zu der Wirksamkeit gibt es jedoch nicht. Häufig handelt es sich bei der Wirkung auch nur um den Placebo-Effekt, so die Verbraucherzentrale.

Produkte dürfen aus diesem Grund auch nicht damit werben, dass sie in den Wechseljahren helfen. Oft werden diese Regelungen allerdings mit der Zugabe von Vitaminen umgangen, für die Gesundheitsangaben gemacht werden dürfen.

Isoflavone gegen Wechseljahrsbeschwerden anzuwenden, ist nicht über einen langfristigen Zeitraum erforscht. Es steht beispielsweise im Raum, ob Isoflavone eine Schilddrüsenunterfunktion oder Veränderungen des Brustdrüsengewebes fördern können, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Zudem übersteigen 64 Prozent der Nahrungsergänzungsmittel die tägliche Höchstdosis von Isoflavonen, stellt die Verbraucherzentrale heraus.

Ein konkreter Hinweis auf schädliche Wirkungen von Isoflavonen besteht nicht, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Da aber auch nicht bewiesen ist, dass sie in den Wechseljahren gesundheitsfördernd wirken, spricht das Bundesinstitut für Risikobewertung keine Empfehlung für die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels aus.

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