So lief die vierte Etappe  Beim Ossiloop lässt eine 13-Jährige die Konkurrenz alt aussehen

Maren Stritzke Lukas Münch
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Von Maren Stritzke und Lukas Münch
| 10.05.2024 23:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit den Getränken konnten sich die Ossilooper erfrischen – innerlich und äußerlich. Foto: Ortgies
Mit den Getränken konnten sich die Ossilooper erfrischen – innerlich und äußerlich. Foto: Ortgies
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Fenna Schoon aus Großefehn überragt wie im Vorjahr beim ostfriesischen Kultlauf. Ihre zwölfjährige Lauffreundin Amy-Kate Ruck mischt auch vorne mit. Die vierte Etappe am Freitag gewann Tammo Oldigs.

Bagband - Eine 13-Jährige lässt ihre Ossiloop-Konkurrenz ziemlich alt aussehen: Fenna Schoon aus Großefehn mischt auch in diesem Jahr ganz vorne mit und ist auf dem bestem Weg, ihren Vorjahressieg in der weiblichen Jugend-Wertung zu wiederholen. Die vierte Etappe von Holtrop nach Bagband meisterte sie in 49:46 Minuten. Mit dieser Zeit war sie die Drittschnellste aller Teilnehmerinnen. Vor ihr erreichten Vanessa Busse (49:32) und die Gesamtführende der Frauenwertung, Verena Coordes (47:02), das Ziel. Den Etappensieg sicherte sich erneut Tammo Oldigs vom SV Concordia Ihrhove, der nach 42:07 Minuten die Ziellinie überquerte.

Wegen des Landschaftsbildes wird das Teilstück nach Bagband auch „Mühlenetappe“ genannt. Foto: Ortgies
Wegen des Landschaftsbildes wird das Teilstück nach Bagband auch „Mühlenetappe“ genannt. Foto: Ortgies
Andreas Kuhlen war im Teilnehmerfeld hingegen nicht zu finden. Bei der Aurich-Etappe am Dienstag hatte der Ossiloop-Seriensieger aus gesundheitlichen Gründen nach rund sieben Kilometern seinen Lauf abbrechen müssen. Am Freitagabend war der Athlet des Braunschweiger Laufclubs erst gar nicht an den Start gegangen.

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Ossiloop 2024: Vierte Etappe von Holtrop nach Bagband
10.05.2024

Vorjahressieg mit sensationellem Vorsprung

Im Ziel in Bagband feuerten die Zuschauer die Ossilooper wie gewohnt an. Viele Familienangehörige sorgten mit selbstgestalteten Plakaten für Extra-Motivation. Das besondere Flair des ostfriesischen Volkslaufs begeisterte auch Fenna Schoon: „Es lief richtig gut, besser als erwartet. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so schnell bin“, sagte die Fehntjerin nach den absolvierten 11,9 Kilometern. Die sogenannte „Mühlenetappe“ ist das längste der insgesamt sechs Ossiloop-Teilstücke.

Fenna Schoon war auch am Freitag wieder die Schnellste in der weiblichen Jugend. Foto: Ortgies
Fenna Schoon war auch am Freitag wieder die Schnellste in der weiblichen Jugend. Foto: Ortgies
Durch ihre Leistungen hat sich Schoon in der ostfriesischen Laufszene schon einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr gewann sie beim Ossiloop die weibliche Jugendwertung mit einem sensationellen Vorsprung von mehr als 50 Minuten auf die Zweitplatzierte. Fast wäre ihr zusätzlich auch bei den Frauen ein Coup gelungen: Nur knapp verpasste die zu diesem Zeitpunkt Zwölfjährige bei den „Großen“ das Treppchen. Aktuell belegt sie bei den Frauen den dritten Rang. „Mir macht das Laufen einfach Spaß“, sagte der Teenager, der mit vier Jahren zur Leichtathletik kam. Die Siebtklässlerin trainiert beim SV Großefehn. Ihr Coach ist Jan-Hendrik Hans, der sie beim Ossiloop im vergangenen Jahr auf der Strecke begleitete. Diesmal trägt Schoon nicht das Trikot des SV Großefehn, sondern geht für ihren Unterstützer „Fehntjer Optik“ an den Start.

Amy-Kate Ruck trainiert erst seit einem Jahr

„Natürlich wäre es schön, wenn ich die weibliche Wertung wieder gewinnen würde“, sagte sie, aber: „Mir kommt es vor allem darauf an, die Etappen zu schaffen und gut durchzukommen.“ Nach jedem Teilstück wartet ihr Vater im Ziel. „Klar ist man da stolz“, sagte Frank Schoon, der den Fahrdienst für „seine“ zwei Läuferinnen übernommen hat. Denn außer seiner Tochter Fenna ist auch seine Frau Anne beim Ossiloop mit dabei. Im Auto nimmt Frank Schoon dann noch weitere Fehntjer Ossilooper mit. Für Fenna Schoon, die im April beim Straßenlauf in Greene über fünf Kilometer Landesmeisterin in der W14-Jugend wurde (19:51 Minuten), ist die Teilnahme am Ossiloop etwas Besonderes: „Es ist toll, dass so viele Zuschauer dabei sind und einen anfeuern.“ Rund zwei Monate nach dem Ossiloop stehen für die 13-Jährige erstmals die Norddeutschen Meisterschaften in Lübeck an, wo sie in der Altersklasse W15 starten wird.

Sorgte für Extra-Motivation: Dieser Junge feuerte seinen Papa an. Foto: Ortgies
Sorgte für Extra-Motivation: Dieser Junge feuerte seinen Papa an. Foto: Ortgies
An diesen Tagen genießt sie aber zunächst die Ossiloop-Atmosphäre – genauso wie Amy-Kate Ruck. Die Zwölfjährige trainiert wie Schoon beim SV Großefehn, allerdings hat sie erst vor einem Jahr den Laufsport für sich entdeckt. „Seitdem haben sich meine Zeiten von Mal zu Mal verbessert“, sagte Ruck. Sie benötigte am Freitag 53:33 Minuten nach Bagband. „Ich bin völlig überrascht, dass ich so weit vorne liege“, sagte die Zwölfjährige, die mit ihrer Lauffreundin Fenna Schoon wohl auch weiterhin beim Ossiloop vorne mitmischen wird.

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